Mikrohaus – Große Freiheit und kleinster ökologischer Fußabdruck

Eine neue Art der Lebensqualität - Mikrohaus als inspirierendes und umweltschonendes Wohnkonzept

Mikrohaus
Source & Copyright by Gray Organschi Architecture - Ecological Living Module UN Headquarters NYC

Autor: Eileen Krüger

Die Mikrohaus-Bewegung ging nicht wie zu erwarten aus dem Minimalismus Trend hervor. Denn sie wurde in den USA durch die Finanzkrise 2007 ausgelöst. Aus persönlichen finanziellen Notlagen wurden dort die sogenannten Tiny Houses mit ihren deutlich geringeren Kosten zunehmend attraktiver. Daraufhin verbreitete sich das Interesse an den Mikrohäusern wegen den vielen Nachhaltigkeitsfaktoren und einem unabhängigeren Lebensgefühl weltweit. Zu den Formen von Mikrohäusern zählen Cabins, modulare Mikrohäuser oder Tiny Houses auf Rädern.

Heute bedeutet viel Besitz nicht gleich mehr Lebensqualität. Mikrohaus-Konzepte zeigen, wie wenig Raum ein komfortables bis luxuriöses Leben bieten kann. Es gibt zwar keine feste Definition des Begriffs oder der Größe eines Tiny Houses, jedoch sind meist Minihäuser mit einer Wohnfläche bis 55 Quadratmetern gemeint.

Welche Vorteile bringt das Leben im Mikrohaus?

Ein Tiny House Design ist im Vergleich zu herkömmlichen Wohnhäusern und auch Wohnungen platzsparend, umweltfreundlicher, flexibler sowie günstiger. Des Weiteren ermöglicht ein mobiles Mikrohaus die Freiheit des Standortwechsels. Das Hauptargument für einen Wechsel zum Minihaus ist jedoch bewusst seinen persönlichen Bedarf zu mindern, um einen geringeren ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen.

Die Anhänger der Bewegung möchten durch Veränderung ihres Lebensstils der Klimakrise entgegenwirken und wieder mehr im Einklang mit der Natur leben – ohne unnötigen Müll. Daher wird beim Bau der Trendhäuser viel auf recycelte Materialien zurückgegriffen und darauf Wert gelegt, dass die eingesetzten Materialien auch wiederverwertbar bleiben.

Die Temperaturregulierung ist auf wenigen Quadratmetern mit nur wenig Energieaufwand möglich. Mit großen Fenstern lassen sich die offen gestalteten Räume geschickt über eine Querbrise durchlüften. Außerdem sorgt eine gute Isolierung und Dämmung der Wände für natürliche Wärme in kalten Monaten.

Die kleinen Räumlichkeiten sind so konzipiert, dass eine Klimaanlage oder Heizung so wenig wie möglich zum Einsatz kommen muss. Deshalb verringert sich die Energienutzung und die niedrigen Energiekosten bieten erhebliche finanzielle Vorteile. Je kleiner das Haus, desto geringer der Energieverbrauch beim Bauen und beim Wohnen.

Was braucht ein Mikorhaus für ein autarkes Leben?

Für mehr Unabhängigkeit bis hin zu einem autarken Lebensstil sind einige weitere Funktionen beim Tiny House Design wichtig. Energie lässt sich einfach durch eine Solaranlage oder Windturbine generieren. Zusätzlich bietet sich die Internet- und Rundfunknutzung über eine Satellitenschüssel an.

Mittels einer Wasserauffanganlage oder einem Brunnen - und in den Leitungen verbaute Wasserfilter - ist die Versorgung mit sauberem Trinkwasser gegeben. Wenn ein Mikrohaus über netzunabhängige Funktionen verfügt, wird auch bei Ausfällen des öffentlichen Netzes noch Strom und Wasser bereitstehen. Zudem ist eine Kompost- oder Trenntoilette wassersparend und besonders nachhaltig. Der eigene Anbau von Lebensmitteln ist ein weiterer Schritt in Richtung Selbstversorger.

Ein Wohnkonzept mit dem Potential der Bewusstseinserweiterung

Das Wohnen im Mikrohaus bietet eine zukunftsorientierte, bewusste Alternative. Es ergeben sich aber nicht nur ökologische Vorzüge, wie Platz- und Ressourceneinsparung. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und Besitz, die meist hohe Mobilitätsfähigkeit und die finanzielle Ausbeute durch Ersparnisse können der Schlüssel zu einem freieren, autarken Lebensstil sein.

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