Lichtdesign: Das richtige Beleuchtungskonzept für die eigenen 4 Wände

Das richtige Lichtdesign kann nachweislich das Wohlbefinden steigern. Wir zeigen, worauf es bei der Planung Ihres Beleuchtungskonzeptes ankommt

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Quelle & Copyright by Louis Poulsen

Am Anfang war das Licht. Vor über 150 Jahren reichte eine Glühlampe sowie ein simpler Ein- und Ausschalter, um unsere Umgebung entweder zu erhellen oder in Dunkelheit zu tauchen. Seitdem hat sich im Bereich des Lichtdesign allerdings viel getan. Smarte und nachhaltige Lichtkonzepte sind das Jetzt und die Zukunft. Um einen Überblick zu verschaffen, zeigen wir was Beleuchtung alles kann und was es zu beachten gilt.

Lichtdesign als natürliche Erweiterung der Architektur

Sowohl die Tagesbeleuchtung als auch die elektrische Beleuchtung können als natürliche Erweiterungen der Architektur betrachtet werden. Tageslicht ist immer noch die beste Wahl, vor allem weil sie den Energieverbrauch eines Gebäudes erheblich und nachhaltig reduzieren kann. Da heute aber vor allem künstliches Licht unsere Räume dominiert, gilt es bei der Planung besonders aufmerksam zu sein, denn Licht beeinflusst nicht nur die Atmosphäre, sondern ebenso unsere Gesundheit.

Dazu forscht seit längerem auch das Fraunhofer-Institut und bestätigt den Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden: Ein richtiger Lichtquellen-Mix unterstützt Entspannungs- wie auch Leistungsphasen. Kurz: Der Biorhythmus wird durch Licht beeinflusst. Mit diesem Wissen kann also jeder bewusst für seine Gesundheit, die Umwelt sowie die Ästhetik etwas tun.

Wohlbefinden durch Licht - So wirken verschiedene Lichtquellen

Jedes Licht besitzt eine eigene Farbe, die in Kelvin gemessen wird. Um leistungsfähig zu sein, müssen die Lampen dem Tageslicht ab 5.000 Kelvin entsprechen. Anders verhält es sich in den Abendzeiten. Warmweißes Licht bis 3.300 Kelvin reicht vollkommen aus, während Kerzenlicht zum Beispiel 1500 Kelvin besitzt.

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Warum ist das wichtig? Unser Tag-Nacht Rhythmus reagiert auf Licht, insbesondere die Melatonien-Produktion. Helligkeit wirkt als Wachmacher, weil dadurch das Schlafhormon Melatonin gestoppt sowie Serotonin ausgeschüttet wird. Das beweist: Lichtfarben sowie Lichtintensität beeinflussen unser Gemüt, indem sie unsere Hormonreaktionen steuern:

  • Gelb beruhigt
  • Rot sorgt für Gemütlichkeit
  • Grün regt die Kreativität an
  • Blaues Licht hat nichts im Schlafzimmer verloren, da es uns wach hält. Dafür sorgt es in Büro- und Arbeitsräumen für höhere Leistungsfähigkeit

Qual der Wahl: Halogen-, Energiespar-, oder LED-Lampen?

Neben dem Well-Being ist es allerdings genauso wichtig, die Umwelt bei der Auswahl einer Lichtquelle zu berücksichtigen. Dabei sind Halogen-, Energiesparen- und LED-Lampen die wohl gängigsten Artikel im allgemeinen Licht-Kosmos. Aber wie energieeffizient sind die Varianten wirklich?

Halogenlampen

Bereits seit September 2018 gibt es die Halogenlampe nur noch eingeschränkt zu kaufen. Der Grund dafür: Klassische Halogenlampen verwandeln lediglich 5% des Stroms in Licht. Damit gehören sie zur Energieeffizienzklasse D - Eine schwache Performance in Sachen Nachhaltigkeit.

Dennoch stehen Halogenlampen mit etwas höherer Effizienz noch heute im Fokus vieler Konsumenten. Ihr Licht ist weißer und somit tageslichtähnlicher als das von Energiespar- oder LED-Lampen. Und das direkt nach dem Einschalten. Das liegt daran, dass sie Temperaturstrahler sind. Diese erzeugen nämlich ein Licht, das dem natürlichen Lichtspektrum der Sonne gleicht und so als angenehm empfunden wird.

Trotz dieser Vorteile kann die Halogenlampe aktuelle Kundenbedürfnisse nicht ganzheitlich befriedigen: Ihre Lebensdauer von 3.000 Stunden ist der von Energiespar-, und LED-Lampen klar unterlegen, während ihr Energieverbrauch bis zu drei Mal höher ist. Eine Leistung, die modernen Ansprüchen der Nachhaltigkeit nicht mehr lange gerecht werden wird.

Energiesparlampen

Energiesparlampen, auch Kompaktstofflampen, verbrauchen beachtliche 70% weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen sowie weniger als Halogenlampen. Bedeutet: Strom wird weitaus effektiver in Licht umgewandelt - Allerdings kann es bis zu 20 Minuten dauern, bis sich die gesamte Leuchtkraft entfaltet. Dabei ist ihre Lebensdauer von bis zu 10.000 Stunden - abhängig von der Qualität - im Umkehrschluss höher als die von Glühbirnen und Halogenlampen. Diese Bilanz gleicht den verhältnismäßig großen Energieaufwand ihrer Herstellung aus.

Trotz Effizienz gehen Risiken mit Energiesparlampen einher. Sie enthalten nämlich Quecksilber, ein toxisches chemisches Element. Brechen die empfindlichen Leuchten, so werden giftige Dämpfe freigesetzt, wodurch die Quecksilberbelastung eines Raumes dramatisch steigen kann. Zudem können die Dämpfe so auch in die Atmosphäre gelangen. Und belasten so nicht nur den Menschen, sondern auch die Umwelt. Eine Entsorgung auf dem Sondermüll ist deshalb ein Muss.

LED-Lampen

LED- (Lichtemittierende Diode) Lampen sind robust, flexibel, vielseitig einsetzbar und nachhaltig. Mit Energieeinsparungen von bis zu 80% sind sie nämlich energieeffizienter als herkömmliche Glühbirnen, Halogenlampen sowie Energiesparlampen. Und auch ihre Lebensdauer überzeugt. Je nach Qualität kann diese zwischen 35.000 bis zu 50.000 Stunden betragen und übertrifft so jegliche Alternativen. Positiver Nebeneffekt der Langlebigkeit: Geringe Austausch- und Stromkosten.

Neben ihrer Funktionalität punktet die LED-Lampe durch ihre ganzheitliche Nachhaltigkeit. Sie ist nämlich nicht nur energieeffizienter als ihre Alternativen, sondern auch gesundheits- sowie umweltschonender. Grund dafür ist, dass sie keine giftigen Chemikalien enthält - und so auch nicht als Sondermüll entsorgt werden muss. Somit stellt sie die umweltfreundlichste Alternative der Leuchten dar.

Besonders beliebt ist die LED-Leuchte übrigens auch aufgrund ihrer Vielseitigkeit. Durch ein weites Spektrum an Farbtemperaturen und -displays lassen sich Interieurs mittels LED-Leuchten kreativ upgraden sowie stimmungsgemäß in Farbe tauchen. Durch ihre einheitliche Fassung ist dies beinahe überall möglich.

Vor- & Nachteile im Überblick

Halogenlampen
  • + Sofortige Helligkeit, universelle Einsetzbarkeit & angenehmes, tageslichtähnliches Licht
  • - Im Vergleich niedrige Lebensdauer & hoher Energieverbrauch
Energiesparlampen
  • + Vergleichsweise hohe Energieeffizienz & Lebensdauer
  • - Leichte Zerbrechlichkeit & toxische, gesundheits- & umweltschädliche Inhaltsstoffe
LED-Lampen
  • + Hohe Strom- & Energieeffizienz & Lebensdauer, gesundheits- & umweltschonend
  • - Im Vergleich kostenintensiv, weniger Farbintensität als Halogenlampen

Das richtige Beleuchtungskonzept für die eigenen 4 Wände

Geht es an das Beleuchtungskonzept für das eigene zu Hause, so sollten einige Faktoren berücksichtigt werden, um die Funktionalität der Lichtquellen sowie die durch sie geschaffene Atmosphäre zu optimieren.

  1. Genügend Steckdosen einplanen
  2. An Außen-Anschluss und Dimmer denken
  3. Wählen Sie die richtigen Leuchten: Deckenlampe, Wandleuchte, Standleuchte Steh- und Tischleucht, Fluter
  4. Schaffen Sie Lichtinseln und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kontrasten mit Hintergrundbeleuchtung, Akzentlicht sowie Arbeitsbeleuchtung. Zonen aus indirektem Licht und punktueller Beleuchtung setzen Räume stimmungsvoll in Szene.
  5. Passen Sie ihre Einrichtung an das Lichtkonzept an: Helle vs. dunkle Farben, Pflanzen und Grünflächen, reflektierende Materialien oder ausgefallenes, ecofriendly (Licht-)Design unter anderem von David Trubridge, LZF-Lampen und Varaluz.

Zudem ist es wichtig, sich zu überlegen, welchen Zweck die Lampe erfüllen soll. Je nach Funktion eignen sich bestimmte Lichtquellen nämlich besser oder schlechter. Während Halogenleuchten aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs keine Dauer- oder Allround-Lösung darstellen, eignen sie sich wegen ihres schnellen sowie hellen Lichts für Tätigkeiten wie die Gesichtspflege oder Kochen. Und auch, um auf Stufen oder Kanten aufmerksam zu machen, bieten sie sich an.

Demgegenüber können Energiesparlampen aufgrund der benötigten Zeit zur Entfaltung der vollen Leuchtkraft in Räumen eingesetzt werden, die zum Verweilen einladen. Sei es das Wohn- oder Esszimmer: Wo sich gerne länger aufgehalten wird, stellen Energiesparlampen eine gute Wahl der Lichtquelle dar. Dabei eignen sich LED-Leuchten aufgrund ihrer Nachhaltigkeit genauso gut für solche Räume, verbreiten durch ihr Spektrum an Farben ein gewünschtes Ambiente und benötigen weniger Zeit, um sich aufzuhellen.

Der Mix macht's: Verschiedene Lichtquellen & Lampentypen

Die Lichtgestaltung wird als besonders effizient sowie angenehm empfunden, wenn verschiedene Leuchtsysteme genutzt werden. Während sich dies beispielsweise durch den Einsatz verschiedener Lichtfarben von LEDs erzeugen lässt, trägt auch die Wahl verschiedener Lampentypen zur Atmosphäre des Raumes bei. Und zwar nicht nur designtechnisch, sondern auch durch das erzeugte Licht.

Indirektes und direktes Licht

Bei indirekter Beleuchtung handelt es sich um Licht, welches von Decken oder Wänden reflektiert wird. Dadurch wirft keine Schatten und wird so als weniger hell, weich, gleichmäßig und angenehm sowie gemütlich empfunden. Im Gegensatz dazu gibt direkte Beleuchtung Licht unmittelbar sowie gerichtet in einen Raum oder auf eine Fläche ab. Sollen Details, die wesentlichen Eigenschaften eines Objektes oder Reflexionen sowie Schatten erkannt werden, so bedarf es direkter Lichtquellen. Während Deckenfluter so ein klassisches Beispiel für indirekte Lichtquellen sind, werfen Schreibtischlampen beispielsweise direktes Licht.

Lampentypen

Wandleuchten

Leuchten, die an der Wand montiert werden strahlen zumeist ein indirektes Licht aus. Unabhängig von der Form der Lampe, wodurch der Lichtstrahl typisch nach oben und/oder unten gerichtet wird, sorgen Wandleuchten dadurch, dass sie an der Wand oder Decke reflektiert werden, ein gemütliches, sanftes Licht. Perfekt für romantische Abende im Esszimmer oder gesellige Fernsehabende auf der Couch.

Pendelleuchten

Ob opulent traditionell oder geometrisch modern: Pendelleuchten sind beliebte Designpieces und die Hauptlichtquellen eines Raumes. Meistens werden sie zentral oder in regelmäßigen Abständen positioniert, damit sich das Licht regelmäßig im Raum verteilen kann. Entsprechend eignen sie sich besonders für Räume, die gut ausgeleuchtet sein sollen. Ein Beispiel: das Badezimmer. Dabei ist es allerdings wichtig, Deckenleuchten durch andere Lichtquellen zu ergänzen. So lassen sich bestimmte Bereiche - seien es Wohnaccessoires, Kunstwerke oder Spiegel - akzentuieren.

Stehlampen

Seien es Lampen mit gebogenem oder geradem Standbein: Sie sind in jedem Raum vielseitig einsetzbar und können stets neu platziert werden - aufgrund des Drangs nach einem Interior-Upgrades oder weil das Licht gerade an einer bestimmten Stelle benötigt wird. Da sie einen beschränkten Lichtradius haben, spenden sie indirektes Licht, welches am besten ergänzend zu Deckenleichten eingesetzt wird. Der Klassiker: eine Stehlampe neben dem Lesesessel.

Trend: Smarte Beleuchtung

Mit neuen Smart-Techniken lassen sich viele Prozesse automatisieren. Das heißt: Intelligentes Ein-Ausschalten, Zeitschaltungen sowie Stimmungs-Programme können bei smarten Beleuchtungslösungen voreingestellt werden. Per Knopfdruck oder Handy-App steuert man die passende Licht-Stimmung.

Licht und dazugehörige Lichtdesign ist ein integraler Bestandteil unseres Lebens: wir leben und wohnen mit ihm, schaffen uns Oasen der Ruhe und aktivieren uns durch gezielte Beleuchtungs-Quellen. Heute entstehen ganzheitliche Erlebnisse vor allem durch Effizienz und Nachhaltigkeit, Innovation sowie Langlebigkeit.

 

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