Der Wasserratgeber – Wasser im Zyklus der Erde

Wasserverwendung stellt eine grosse Herausforderung im Zeitalter des Klimawandels dar. Wir zeigen was das bedeutet und wie Sie ganz einfach im Alltag Wasser sparen können.

Nachhaltigkeit Wasser

Es scheint uns so selbstverständlich wie die Luft zum Atmen. Das Wasser. Wir nutzen es zum Waschen, Trinken, Kochen und das häufig auch ganz unbewusst. In Deutschland liegt der Verbrauch durchschnittlich bei 123 Liter pro Kopf. Doch nicht jeder kommt in den Genuss, sein Wasser bedenkenlos zu nutzen. Der Wasserratgeber ist essentiell für ein nachhaltiges Leben.

Obwohl Wasser einen Großteil unserer Erde bedeckt, ist es ungleichmäßig verteilt. Denn Wasser ist vielmehr als ein Nahrungs-, Industrie- oder Verkehrsmittel. Es stellt die Grundlage für das gesamte Ökosystem der Erde dar. Ein kostbares Gut, das es nicht nur in seiner Quantität, sondern auch in seiner Qualität zu schützen gilt.

Jeder kann bewusst Wasser nutzen. Interne Kreisläufe können auch auf den einzelnen Haushalt übertragen werden. Ein großer Teil des Wasserverbrauchs ist beispielsweise die Toilettenspülung. Diese könnte auch mit Waschmaschinen-, Spülmaschinen- oder Regenwasser versorgt werden. Leichter umzusetzen sind unsere Top Tipps zum Wasser sparen.

Top 5 Tipps zum Wasser sparen im Haushalt:

    1. Wasser sparende Geräte nutzen sowie innovative Duschköpfe und Armaturen
    2. Kleine Gewohnheiten wie beim Einseifen der Hände das Wasser abdrehen oder die Stopptaste bei der Toilettenspülung nutzen
    3. Vollgeladene Wasch- und Spülmaschinen  sparen nicht nur Wasser, sondern auch Zeit
    4. Altbewährt und doch so effektiv ist das Auffangen von Regenwasser im eigenen Garten oder auf dem Balkon
    5. Trinkwasser aus dem Hahn statt aus der Plastikflasche. Das will auch die Politik, Umweltminister beschließen im März 2019 dass die Trinkwasserrichtlinie  reformiert werden soll, um die Qualität von Leitungswasser weiter zu erhöhen.

Wasser in Zeiten des Klimawandels

Das Klima ändert sich und das beeinflusst auch den Wasserkreislauf. Die Meeresspiegel steigen an, während der Grundwasserspiegel sinkt, extreme Dürreperioden und Unwetter nehmen zu. Doch auch das Bewusstsein wächst, dass wir etwas zur Verbesserung beitragen können. Den Worten der Generaldirektorin der UNESCO Audrey Azoulay nach, könnten rund fünf Milliarden Menschen bis 2050 in Gebieten mit eingeschränkter Wasserversorgung leben. 

Um den Bedarf flächendeckend zu sichern, sei es notwendig, dass ein Umdenken im Bezug auf Wassernutzung und -Aufbereitung stattfindet. Im World Water Development Report 2018 stellt die UNESCO einen ganz neuen Ansatz vor. Statt wie bisher auf künstliche Wassersysteme zu setzen, liegt der Fokus auf traditionellen und natürlichen Lösungen.

Kostenintensive und moderne Wasseraufbereitungsanlagen, Reservoirs oder Bewässerungskanäle sind gerade in Regionen mit einer schwachen Infrastruktur häufig kontraproduktiv. Großflächige Bewässerungsanlagen und Stauseen lassen viel Wasser verdunsten.

Neuer Ansatz des Wasserschutzes effizient für die Industrie

Der neue Ansatz des Wasserschutzes legt viele neue Möglichkeiten offen, wie die Industrie genauso wie jeder Einzelne zu einer gesunden und bewussten Wasserversorgung beitragen kann. Betreiber von Industrieanlagen können Prozesse so umgestalten, dass der Wasserverbrauch generell sinkt und gleichzeitig in einem internen Zyklus umfunktioniert wird. Beispielsweise Kühlwasser wird im warmen Zustand zur Fischzucht genutzt.

Es hat sich zudem herausgestellt, dass es kostengünstiger und effektiver ist, Abwasser direkt in der Industrieanlage zu reinigen, als wenn es erst mit anderen Abwassern vermischt ist. Ziel sind sogenannte abwasserfreie Unternehmen (Zero-Effluent-Strategie).

Regeneration der Feuchtgebiete zum Schutz vor Naturkatastrophen

Einen besonderen Stellenwert wird im World Water Report 2018 den Feuchtgebieten zugeschrieben. Das Konzept der „Nature-based Solutions for Water“, also den naturbasierten Lösungen, stellt das Wasser als Teil eines natürlichen Prozesses von Verdunstung, Niederschlag und Versickerung in den Fokus. Wälder, Wiesen und vor allem Feuchtgebiete tragen zur Speicherung und Säuberung des Wassers in großem Maße bei.

Eine Vielzahl von Naturkatastrophen in der jüngeren Vergangenheit wie der Hurricane Katrina 2005 in den USA oder der Tsunami an der chilenischen Küste 2010 hätten in ihrem Ausmaß deutlich geringer ausfallen können, wenn natürliche Feuchtgebiete im Vorfeld nicht durch den Menschen zerstört worden wären. Nun sollen sie in einigen Ländern wieder regeneriert werden.

In China wird beispielsweise eine vergessene Tradition wiederbelebt, nach der Bewohner von trockenen Gebieten in ihren Hauskellern das Regenwasser sammeln. So können die „Nature-based Solutions for Water“ der UNESCO auf jedes noch so kleine Ökosystem angewendet werden. 

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