Urban Air Mobility stellt den städtischen Verkehr auf den Kopf

Der Traum vom Fliegen könnte in den nächsten Jahren Einzug in unsere Städte halten und dabei die innerstädtische Verkehrslage signifikant verbessern - Die spannendsten Urban Air Mobility Projekte

Sicht auf Chicago aus einem Helikopter

Autor: Sarah Marie Lau

Vor etwas mehr als 120 Jahren wurde der Traum vom Fliegen Wirklichkeit, die Geschichte der Luftfahrt begann! Jetzt steht die Geschichte der Luftfahrt mit Urban Air Mobility (UAM) vor einem Zeitenwechsel. Was in den Comics der 50ern, heute längst Realität wäre, könnte jetzt tatsächlich kurz vor einer massentauglichen Kommerzialisierung stehen.

Zurück in die Zukunft mit Urban Air Mobility

Für Städteplaner sowie Urbanisten der alten Schule könnte die Luft in Zukunft dünn werden. Denn Lufttaxis erreichen die nächste Phase der Mobilität. Die steigenden Fahrzeugzahlen sowie langanhaltenden Staus sind schon jetzt ein Problem im täglichen Verkehr. Es bedarf eines innovativen Lösungsansatz. Urban Air Mobility könnte somit ein Weg sein, die Verkehrsbelastung auf den Straßen der Städte zu verringern.

Laut Deloitte, erreicht der Markt für Advanced Air Mobility bis 2035 einen Wert von 115 Milliarden Dollar mit 280.000 Beschäftigten. Frost & Sullivan sagt zwischen 2022 und 2040 ein Wachstum von jährlich rund 46% voraus. Diskussionen rum um die fliegenden Elektro-Taxis stellen jedoch Performance, Reichweite und Passagieraufkommen als größte Herausforderungen dar. Reine Elektromobilität reicht auch bei den sogenannten Senkrechtstartern (eVOLT) in Sachen Nachhaltigkeit nicht aus. Aber die Erfinder sind schließlich noch am Anfang der Reise. Studien versichern, dass Air Taxis ab dem Jahr 2025 Teil unseres Stadtbildes sein könnten.

Die erfolgversprechendsten Urban Air Mobility Projekte

  1. Lilium Jet
  2. Volocopter
  3. Jobi Aviation
  4. Terrafugia Transition
  5. GM Cadillac eVOLT

1. Lilium Jet

Das s 2015 gegründete deutsche Start-Up hat mittlerweile 650 Beschäftigte. Bewusst platziert sich diese Unternehmen nicht als Air-Taxi, sondern als Langstreckenflieger und somit als Konkurrenz für den ICE oder die Autobahn. Das Elektroflugzeug soll dabei mit 36 Motoren ausgestattet sein und bei 300km/h Strecken von bis zu 300km zurücklegen. Auch die schottische Baillie Gifford befindet sich unter den Investoren, welche zuvor ebenfalls frühzeitig in die Erfolgsmodelle Tesla, Amazon, Spotify und Airbnb investierte. Damit hat der junge Founder bisher 375 Millionen Dollar gesammelt.

Erst kürzlich wurde der ehemalige Airbus-Chef, Tom Enders, als Mitglied im Verwaltungsrat bekannt gegeben und reiht sich somit zum neuen Chief Technology Officer & Head of Design, Alastair McIntosh, der zuvor viele Jahre für Rolls Royce tätig war. In der Pressemitteilung wurde nun auch das Modell als 7-Sitzer bestätigt. Als Launch Date wird 2024 anvisiert.

 Urban Air Mobility Lilium Jet

Source & Copyright by Lilium

2. Volocopter

Cool und frech ist der ebenfalls in Deutschland entwickelte sowie von Intel gesponserte Volocopter 2X mit seinem eingebauten Fallschirm. Insgesamt 18 batteriebetriebene Rotoren lassen sich mit einem einzigen Joystick steuern. Der Volocopter 2X kann zwei Passagiere befördern und hat eine Flugzeit von 30 Minuten. Damit umfasst der Volocopter eine Reichweite von 30 km bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h zwischen den Ladezentren.

Seinen ersten öffentlichkeitswirksamen Flug hatte der Volocopter bereits 2019 in Singapur und während des diesjährigen Paris Air Forum wurde die Performance des Volocopter und VoloCity Modells bei einer Live Demo wieder unter Beweis gestellt. Florian Reuter, CEO von Volocopter, bestätigte nochmals das Ziel bis 2024 mit dem elektrischen Flugtaxi live zu gehen.

Volocopter in Singapur auf Landeplatz Urban Air Mobility

Source & Copyright by Volocopter

3. Joby Aviation Air Taxi

Nachdem Joby Aviation jahrelang an einem Privatflugzeug gearbeitet hatte, erhielt die Firma kürzlich eine massive Geldspritze von Toyota sowie Intel. Diese stellten insgesamt 100 Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines elektrischen Flugtaxi bereit. Im Dezember 2020 gab Joby außerdem die Übernahme von Uber Elevate bekannt, der Flugtaxi-Einheit des Mitfahrgiganten.

Jobys VTOL-Flugzeug hat eine Reichweite von 250 Meilen sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 200 Meilen pro Stunde. Insgesamt sechs Elektromotoren treiben die Flugmaschine an. Bis zu fünf Personen finden in dem Air Taxi Platz. Auch hier ist das Ziel der Kommerzialisierung im Jahr 2024

Joby Aviation Air Taxi auf Landeplatz

Source & Copyright by Joby Aviation

4. Terrafugia Transition

Mit seinen einziehbaren Flügeln und Rädern ist der Terrafugia Transition ein Hybridmodell, welches sich am Boden genauso nutzen lässt wie in der Luft. Das Flugauto zeichnet sich weiter durch seine ebenfalls hybrigen Vierzylinder-Elektromotor aus, womit es 100 Meilen pro Stunde in Höhen von bis zu 9.000 Fuß fliegen kann, mit einer Reichweite von 400 Meilen.
Vom ursprünglich nicht gerade unambitioniertem Listenpreis von 280.000 Dollar wird mittlerweile abgesehen.

Der Terrafugia schmückt inzwischen das Portfolio der chinesischen Firma Geely, gleichauf mit Volvo, Lotus und Polestar, Smart sowie Daimler. Damit ist es jetzt schon im Automobilmarkt integriert, was einen erheblichen Vorteil gegenüber der restlichen Urban Air Mobility Projekte bedeutet.

Urban Air Mobility Terrafugia Transition im Flug

Source & Copyright by Terrafugio

5. GM Cadillac Air Taxi

General Motors ist der neueste Autohersteller, der seinen Hut in den wachsenden Ring der UAM warf. Während der CES 2021 stellt der Automobilhersteller sein Cadillac eVTOL vor. Laut General Motors kann das Flugtaxi, angetrieben mit seinem 90-kWh-Elektromotor, bis zu 56 Meilen pro Stunde fahren.

GM Air Taxi treibt die Entwicklung weiter voran und setzt mit diesem Projekt neue Maßstäbe im Bereich der Urban Air Mobility. Denn das Air Taxi ist fester Bestandteil der zukünftigen Projekte von General Motors. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis wir das erste Lufttaxi in Persona erfahren dürfen.

Urban Air Mobility GM Air Taxi im Landemanoever

Source & Copyright by GM

Ist Urban Air Mobility die Lösung?

Mit viel Einfallsreichtum sowie Neugier hatte sich der Homo Sapiens im wahrsten Sinne des Wortes, über die Gesetzmäßigkeiten der Natur erhoben sowie dem Menschen eine neue Form von Mobilität gegeben, welche die Territorien unseres Planeten im 20. Jahrhundert zu einer Welt formen sollten.

Die Frage ist, ob Die neue Luftfahrt nachhaltige Verbesserungen erzielen wird sowie ob die Urban Air Mobility zur Lösung für die aktuelle Mobilitätslage wird. In 2019 prognostizierte der Gartner Hype Cycle for Emerging Technologies für autonom fliegende Fahrzeuge weniger als zwei Jahre bis zum sogenannten „Peak Hype“. Danach folgt die "Phase der Ernüchterung" bis zuletzt in der vierten Phase das "Plateau der Produktivität" erreicht wird. Somit ist es noch ein langer Weg bis zur Kommerzialisierung der futuristischen Flugtaxis. Dabei steht fest, damals wie heute braucht es visionäre Wissenschaftler deren Sinn sowie Verstand Dinge in die Welt bringen, die zuvor Science-Fiction waren und jetzt tatsächlich existieren.

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