Smart City Life – Mehr Lebensqualität durch Technologie

Das Versprechen der Smart City: Lebensqualität, Umweltschutz & Effizienz. Wir zeigen, welche Herausforderungen dafür smart gelöst werden müssen

smart city, Vorteile und Nachteile für die Stadt

Autor: Katharina Heilen

Immer mehr Menschen zieht es in die Städte – natürlich nicht ohne Konsequenzen. Die Mobilität, die Vernetzung, die Luft und das Zusammenleben der Bürger stehen damit vor neuen Herausforderungen, die es smart zu lösen gilt. Unternehmensberatung Roland Berger und eine Studie von McKinsey haben ausgewertet, welche Städte sich diesen Herausforderungen stellen und wegweisende Konzepte umsetzen. In den Smart Cities sinken die täglichen Pendelzeiten, das Müllaufkommen, die Kriminalität, die Umweltbelastung und andere negative Faktoren. Währenddessen verbessert sich die Qualität der Luft.

Was bedeutet Smart City?

Smart Cities sind Städte, die Konzepte entwickeln und umsetzen, die das Leben in der Stadt lebenswerter, umweltfreundlicher und effizienter machen. Um Smart Cities identifizieren und weiter vorantreiben zu können, bezieht sich Roland Berger auf drei übergeordnete Dimensionen, zwölf Kriterien und 31 Subkriterien. Daraus haben die Spezialisten einen Smart-City-Strategy-Index (SCSI) entwickelt. Anhand dessen hat man nun bereits zum zweiten Mal rund 150 Städte weltweit unter die Lupe genommen. Auch McKinsey hat sich diesem zukunftsweisenden Thema mit insgesamt 60 Anwendungen gewidmet.

Vorteile von Smart City

  • Weniger Pendelzeit durch bessere Mobilitätslösungen
  • Bessere Gesundheit durch Telemedizin und Monitoring
  • Mehr Sicherheit durch datenbasierte Kriminalitätsvorhersagen
  • Intelligente Energienetze durch automatisierte und optimierte Energienutzung

Aus diesen Studien sind einige Aspekte hervorgegangen, die Verbesserungen für die Bürger der Städte mit sich bringen. Bessere Mobilitätslösungen versprechen den Bürgern zum Beispiel im Durchschnitt 20 Prozent weniger Pendelzeit. Darunter fallen unter anderem eine intelligente Verkehrssteuerung, Smart Parking und Echtzeitinformationen für den Nahverkehr. Diese bedeuten wiederum eine geringere Belastung für die Umwelt.

Aber auch die Gesundheit der Smart City-Bürger profitiert von den neuen Konzepten und innovativen Lösungen. Telemedizin, besseres Monitoring beim Ausbruch ansteckender Krankheiten und Echtzeitüberwachung chronisch Kranker können die Krankheitsbelastung um 15 Prozent reduzieren. Smarte Ampelschaltungen können zudem die Anfahrtszeit von Rettungsfahrzeugen um entscheidende Minuten verkürzen. Solche Monitoring-Systeme können ebenso die Polizeiarbeit durch datenbasierte Kriminalitätsvorhersagen erleichtern und Wohnhäuser durch Securitysysteme sicherer machen.

Smart Cities gelten außerdem als besonders umweltschonend. Automatisiertes Heizen und Kühlen in Gebäuden, Abrechnungen nach tatsächlichen Müllmengen und intelligente Energienetze verringern die Umweltbelastung in den Städten deutlich.

Voraussetzungen zur Förderung der Smart City

McKinseys Analysen haben ergeben, dass drei Voraussetzungen geschaffen sein müssen, um Smart Cities erfolgreich auf- und auszubauen.

  1. Technische Basis, die durch Sensoren, Smartphones und ein schnelles Mobilfunk- und Breitbandnetz miteinander verbunden ist und Rohdaten zur Verfügung stellt (Open Data Plattform)
  2. Diverse Anwendungen die diese Rohdaten für Bürger verarbeiten. z.B. zum Beispiel um diese Daten in konkrete Warnungen, Echtzeitinformationen oder Handlungsempfehlungen zu übersetzen
  3. Nutzung der Anwendungen durch eine Vielzahl von Bürgern, die schließlich zu einem Verhaletnswandel innerhalb der Gesellschaft führt

Obwohl einige Städte bereits mit fortschrittlichen Ansätzen punkten, werden viele der Strategien noch unzureichend umgesetzt, so die Studienautoren. Zwar mangelt es nicht an Ideen und Strategien, aber an die unklaren Verantwortlichkeiten und koordinative Funktionen mit entsprechendem Wissen, die die Projekte vorantreiben. Ein zentrales Entscheidungsorgan, wie ihn London engagiert hat oder eine Smart City Agency wie in Wien würden Abhilfe schaffen und die beteiligten Instanzen koordinieren.

smart city

Quelle & Copyright by Freepik/Macrovector

Smart Cities Europa - Wien, London, Hamburg

Die Studie der Roland Berger Unternehmensberatung zeigt, dass sich die Anzahl der Städte mit einer klaren Strategie Richtung Smart City fast verdoppelt haben. Ganze 90 Prozent aller Städte zeigen hingegen keine ganzheitlichen Konzepte. Es wird deutlich, dass es noch viel Potenzial für Smart Cities gibt. Es hat sich ergeben, dass Wien auf Platz 1 weltweit liegt, wenn es um die beste Smart City-Strategie geht. Österreichs Hauptstadt punktet mit innovativen Lösungen für Umwelt, Gesundheit, Bildung, Energie, Wohnen, Sicherheit, Abfall und lokales Engagement sowie in seiner Fortschrittskontrolle einzelner Projekte. Es folgt London, doch vor allem asiatische Metropolen zeigen überzeugende Konzepte. Von deutschen Städten befinden sich nur Hamburg und Berlin im oberen Drittel des Rankings.

Die größten Herausforderungen & Prognose

Die Probleme vieler großer Städte sind oft ähnlich: lange Staus, begrenzter Wohnraum und eine steigende Umweltbelastung. Eine enge Kooperation zwischen Stadtverwaltungen, Unternehmen und Bürgern ist für die Umsetzung der Smart City-Strategien zur konkreten Verbesserung der Lebensqualität notwendig. Immer mehr Anwendungen werden von privaten Akteuren vorangetrieben, die teilweise über die Hälfte der Gesamtinvestitionen zu den Projekten beitragen.

Alles in allem lässt sich sagen, dass Städte mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen mit dem Einsatz von Smart City-Projekten vorne liegen. Auch chinesische Metropolen wie Peking, Shenzhen und Shanghai investieren massiv. Deutsche Metropolen schneiden im globalen Vergleich im Bereich der gesellschaftlichen Akzeptanz eher unterdurchschnittlich ab, während die asiatischen Städte mit jungen und technischen Lösungen auf eine deutlich aufgeschlossenere Gesellschaft stoßen.

Folgt man den vergangenen Entwicklungen, lassen sich Prognosen für eine wachsende Smart City-Bewegung aufstellen. Gerade in Zeiten, in denen der urbane Raum expandiert und der Fokus auf Effizienz, Lebensqualität und Umweltschutz liegt, bedarf es weitere Smart City-Strategien und vor allem eines – deren klar geregelte Umsetzung.

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