Heißer Sand als Wärmespeicher – die Sandbatterie

Erneuerbare Energie mit minimalen Emissionen 

sand battery
Source & Copyright Polar Night Energy

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Autor: Haus von Eden

Während sich die Welt auf grüne Energien umstellt, hat sich auch der Fokus auf die Entwicklung von Möglichkeiten zur Speicherung dieser gelegt. Alleine in Deutschland machten 2020 die energiebedingten Treibhausgase 83% (Umweltbundesamt) aus. Eine energieeffiziente und kostengünstige Alternative, vor allem bei den steigenden Energiepreisen ist gefragt. Das finnische Unternehmen Polar Night Energy hat die Lösung durch eine thermische Energiespeicherung entwickelt, schließlich sind erneuerbare Energien wichtiger, denn je. Ein innovativer Durchbruch in der Speicherung von Solar- und Windenergie, der in Finnland bereits getestet wurde, ist die Sandbatterie. Mit dieser Innovation schafft das Unternehmen die weltweit erste Alternative, die überschüssigen Strom speichert und in den Wintermonaten eine billige Wärmequelle bietet.

Sand als Lösung für ein globales Problem?

Um die grüne Revolution voranzubringen, wird überschüssig produzierter Strom als Wärme in einem Tank voller Sand gespeichert. Aber wie geht das? Strom wird in Wärme umgewandelt, indem Sand erhitzt wird und die Wärme für die spätere Verwendung in diesem gespeichert wird. Demnach dient der Sand als Speichermedium. Dank des patentierten Hochtemperatur-Wärmeenergiespeicher von Solar Night Energy, ermöglicht die neuartige Lösung die hoch Skalierung von Solar- und Windenergie auf bis zu 100% des Heiz- und Strombedarfs. Während Sand ein billiges und reichlich vorhandenes Material ist, kann dieser auch noch bis zu 1000 Grad und mehr erhitzt werden.

Schließlich werden die Wärmeübertragugssysteme im Sand verbaut, welche einen effektiven Energietransport zum und vom Speicher hinweg ermöglicht. Laut dem Unternehmen kann mit der richtigen Isolierung, zwischen Lagerung und Umgebung die Wärme über Monate gespeichert werden, mit nur minimalen Wärmeverlusten. Auch kann das System unteririsch verbaut werden, somit nimmt es nur minimalen Platz ein. Darüberhinaus kann dieses individuell, auf die Anforderungen des Kunden zugeschnitten werden. Schließlich beläuft sich das Verfahren auf die gleichen Kosten, wie bei der herkömmlichen Wärmeerzeugung oder kann unter guten Bedingungen auch günstiger sein.

Warum aber brauchen wir diese Wärmespeicher?

Ganz einfach: für die volatil erneuerbaren Energien, die rund um die Uhr Energie produzieren, die nicht verbraucht werden kann. Grüne Energien nehmen immer mehr zu, demnach sind solche Speicher essentiell, um den überschüssigen Strom nicht zu verschwenden. Folglich kann so sauberer Strom zu wertvoller nachhaltiger Wärme umgewandelt werden.

Eine überraschend einfache Methode : die Sandbatterie wird mit 100 Tonnen Sand auf 500 Grad erhitzt, günstiger grüner Strom wird in Wärme umgewandelt, der Sand kann diese über Monate hinweg speichern, mit nur minimalen Wärmeverlust. Die dort produzierte Wärme hilft das Fernwärmesystem mit Strom zu versorgen. Sand hat viele Vorteile, denn er ist einfach zu beschaffen, günstig und kann stark zu erhitzt werden. Während Wasser zum Beispiel, nur bis zu 100 Grad erhitzt werden kann, bevor es kondensiert.

Finnland plant nun in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, ihr Sandsystem massiv auszubauen. Es bleibt abzuwarten, ob und wann diese Innovation in Deutschland Anwendung findet.

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