Mit CarSharing die Umwelt schonen und Kosten sparen

Fahrzeuge miteinander teilen scheint auf den ersten Blick effizient, doch wie nachhaltig ist CarSharing wirklich?

CarSharing
Image by Unsplash

März 2019

Deutschlands Straßen sind überfüllt mit Autos, vor allem in den Innenstädten wünschen sich viele weniger Verkehr. Dazu kommt, dass eben jene immens hohe Anzahl an Fahrzeugen für starke CO2-Emissionen sorgt. Eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken und nachhaltig zu leben, ist CarSharing. Dadurch, dass private Autos durchschnittlich 23h pro Tag ungenutzt sind, scheint die Idee, Fahrzeuge miteinander zu teilen, äußerst sinnvoll und effizient.

Welche CarSharing-Varianten gibt es und wer sind die Big Player?

CarSharing ist jedoch nicht gleich CarSharing. Grundsätzlich können vier Varianten unterschieden werden:

  1. Stationsbasiert
    Hierbei gibt es feste Standorte, an denen Kunden die Autos abholen sowie zurückgeben können. Durch Reservierungen sind die Fahrten gut im Voraus planbar, außerdem sind die Preise vergleichsweise niedrig.
  2. Free-floating
    Die Autos können überall innerhalb eines klar abgegrenzten Nutzungsgebiet abgeholt und abgestellt werden, die Ortung und Leihe erfolgt per Smartphone. Free-floating bietet eine hohe Flexibilität an, jedoch gibt es keine Reservierungsoption. Weiterhin ist dies eine eher teurere Variante.
  3. Kombiniertes CarSharing
    Einige Unternehmen bieten die beiden oben erwähnten Varianten als Kombination an, sodass man aus einer Hand free-floating und stationsbasiertes CarSharing zur Wahl hat.
  4. Peer-to-peer CarSharing
    Hierbei kann jeder sein Privatauto zur Leihe anbieten, Organisation und Vermittlung erfolgen durch eine Internetplattform.

Mit rund 2,1 Millionen Nutzern und ca. 18000 Fahrzeugen ist das Konzept inzwischen auch in Deutschland ein Thema. Hierzulande ist free-floating besonders beliebt, rund 75% der Kunden nutzen diese Variante. Big Player sind dabei die Anbieter Car2go (ca. 640 000 Nutzer) und Drivenow (ca. 600 000 Nutzer). Hinsichtlich der stationsbasierten Variante ist der Anbieter der Deutschen Bahn Flinkster (ca. 300 000 Nutzer) das größte Unternehmen in Deutschland.

Wie nachhaltig ist CarSharing?

Das Konzept besitzt großes Potenzial, eine nachhaltige Lösung für die aktuelle Verkehrsproblematik zu werden. „Ein Carsharing-Auto ersetzt 8 bis 20 private Pkw“, so der Bundesverband CarSharing e. V. (bcs). Hinzu kommt, dass die von den Anbietern genutzten Automodelle eine überdurchschnittlich gute Umweltbilanz aufweisen und einen geringeren CO2-Ausstoß haben, da sie moderner, kleiner, energieeffizienter und teilweise elektrisch betrieben sind.

“CarSharing ermöglicht eine flexible Wahl der Verkehrsmittel. Davon profitieren vor allem die ökologisch sinnvollen Alternativen zum Auto. In einer Studie des bcs berichten 40% der CarSharing-Kunden von einer sinkenden Nutzung des Pkw. 19% nutzen öfter Bus und Bahn. 14% steigen häufiger aufs Fahrrad. Noch größer sind die Veränderungen in Haushalten, die dank CarSharing ihr eigenes Auto abschaffen konnten: Hier fahren 70% weniger Auto, 40% fahren mehr Bus und Bahn und 32% fahren öfter Rad.”

  

Jedoch geht das Konzept in der Praxis nicht immer auf. Personen, die sonst kein Fahrzeug besitzen und somit den Straßenverkehr entlasten würden, haben nun flexiblen Zugriff auf ein Auto und fahren somit mehr als vorher. Weiterhin stellt das Sharing Konzept für viele Fahrzeughalter eine flexible Option der Fortbewegung, aber keinen kompletten Ersatz des eigenen Autos dar. Folglich behalten sie ihr Auto und benutzen zusätzlich CarSharing.

Eine Kalkulation des bsc und ADAC besagt, dass durch CarSharing Einsparungen von fast 500 Euro pro Jahr möglich sind. Doch nur wer wenig fährt, profitiert aus finanzieller Sicht. Zwar gibt es hier große Unterschiede bei den laufenden Kosten, jedoch kann pauschal gesagt werden, dass sich bei bis zu 10.000 km gefahrener Strecke pro Jahr das Konzept lohnt. Insbesondere wenn auf den Besitz eines Autos verzichtet wird, da hierdurch das Mobilitätsbudgets frei von Fixkosten (z.B. Autoversicherung) voll ausgeschöpft werden kann.

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