Nachhaltigkeits-Trends 2024: Ein Wandel, dem sich Unternehmen stellen müssen

Der kommende Nachhaltigkeits-Trend stellt Unternehmen vor große Herausforderungen, eröffnet ihnen jedoch auch neue Möglichkeiten

Nachhaltigkeits-Trends 2024

Autor: Haus von Eden

  • Unternehmen müssen Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Philosophie und Managementtätigkeiten stellen, um positiv aufzufallen.
  • Die Textilbranche muss auf Zirkularität setzen, Unternehmen sollten sich intensiver mit sozialer Gerechtigkeit sowie künstlicher Intelligenz auseinandersetzen und CEOs müssen sich vermehrt öffentlich zu relevanten Themen äußern.
  • Unternehmen erleben einen Wandel zur ganzheitlichen Integration auf Unternehmensebene, während verstärkte Offenlegung von Scope 3-Emissionen und das Verständnis von Nachhaltigkeits-Trends entscheidend für Wettbewerbsvorteile sind.

Wie das vergangene Jahr, die COP28-Klimakonferenz sowie Kriege und politische Turbulenzen auf der gesamten Welt deutlich machten, ist das Engagement von Unternehmen bei der Gestaltung eines nicht marktorientierten Umfelds und beim Management von ökologischen Risiken von großer Bedeutung.

Um im Jahr 2024 als erfolgreiches sowie positives Unternehmen aufzufallen, müssen Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Unternehmensphilosophie gestellt werden. Nachhaltige Geschäftsmodelle, die Rentabilität und gesellschaftlichen Einfluss miteinander verbinden, werden an der Spitze stehen. Viele Unternehmen müssen daher stark an ihren Strukturen und Vorgehensweisen arbeiten, auch da rechtliche Rahmenbedingungen neu definiert werden. Dadurch werden Unternehmen dazu gezwungen sein, Nachhaltigkeit zu integrieren. Hier stellen wir Ihnen die kommenden Nachhaltigkeits-Trends vor:

Nachhaltigkeits-Trends 2024:

  1. Zirkularität in der Textilbranche
  2. Soziale Gerechtigkeit in Unternehmen
  3. Einsatz von Künstlicher Intelligenz
  4. Stellungnahmen von CEOs
  5. Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene
  6. Offenlegung der Scope 3-Emissionen

1. Zirkularität in der Textilbranche

Im Jahr 2024 stehen die Bemühungen der Textilbranche zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit vor vielfältigen Herausforderungen. Trotz bisheriger Anstrengungen in den Bereichen Design, Herstellung und Recycling wird deutlich, dass diese nicht genügen, um die Umweltauswirkungen ausreichend zu reduzieren. In Zukunft spielen hierbei verstärkte Ansätze zum Kreislaufdesign, zirkuläre Geschäftsmodelle sowie die drastische Minimierung der Produktionsmengen eine entscheidende Rolle.

Die Textilindustrie muss ihre Anstrengungen in Bezug auf zirkuläres Design und Geschäftsmodelle intensivieren, um die ambitionierten Ziele des Pariser Abkommens noch zu erreichen. Im Designbereich unterliegt die Branche regulatorischen Veränderungen, insbesondere durch die EU-Strategie für nachhaltige und zirkuläre Textilien. Diese beinhaltet Ökodesign-Anforderungen zur Förderung eines nachhaltigen Produkt-Designs.

Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Haltbarkeit von Produkten, die einen großen Teil der Umweltauswirkungen beeinflussen kann. Zudem stellen steigenden Produktionsmengen eine Herausforderung dar. Die Textilbranche muss sich verstärkt auf Kreislaufmodelle konzentrieren, um das Problem der Überproduktion anzugehen. Dabei sind verbesserte Vorhersagen, Technologien wie 3D-Körperscanning und Partnerschaften mit Recycler:innen von Bedeutung. Zusätzlich sind die Schließung des Materialkreislaufs und die Förderung nachhaltiger Alternativen zu konventionellen Stoffen für eine Reduktion des Wasserfußabdrucks in der Industrie notwendig.

2. Soziale Gerechtigkeit in Unternehmen

Unternehmen stehen vor der drängenden Aufgabe, sich mit Gerechtigkeit auseinanderzusetzen - sei es in Bezug auf Klima, Wirtschaft, Rasse oder Geschlecht. Das Jahr 2024 verlangt nach unmissverständlichen Begriffen und einer tiefgreifenden Verpflichtung.

Bisherige Ansätze zur sozialen Wirkung wirkten nicht selten wie oberflächliche Imageverbesserungen. Zahlreiche Social-Impact-Kampagnen waren nicht mehr als leere Versprechen und wurden von Unternehmen wahrscheinlich mit eigenen ethischen Bedenken geführt. Die Gerechtigkeitsagenda geht weit darüber hinaus und konfrontiert Unternehmen mit anspruchsvollen Fragen zu Steuern, Arbeitsrechten, Ausgrenzung, gewerkschaftlicher Organisierung und Fairness in Lieferketten. Im Jahr 2024 müssen Kommunikationskampagnen nicht mehr ausschließlich informativ, sondern auch fesselnd sein, um als relevant zu gelten.

Unternehmen neigen dazu, "soziale Wirkung" über "Gerechtigkeit" zu stellen, "Lebensunterhalt" anstelle von "Armut" zu betonen und "Integration" statt "Voreingenommenheit" zu bevorzugen. Doch dies wird sich 2024, sobald die Generation Z mehrheitlich im Arbeitsleben vertreten ist, ändern. Das Fehlen von Gerechtigkeit in der Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens wird im Jahr 2024 ernsthafte Fragen zur zeitgemäßen Ausrichtung aufwerfen.

3. Einsatz von Künstlicher Intelligenz

Die transformative Kraft der Künstlichen Intelligenz (KI) wird im Jahr 2024 verstärkt darauf ausgerichtet sein, komplexe Nachhaltigkeitsprobleme anzugehen. KI wird voraussichtlich nicht nur die Ressourcennutzung optimieren und die Energieeffizienz steigern, sondern auch Umweltauswirkungen minimieren.

Insbesondere in der Biodiversitätserhaltung entfaltet KI ihre prädiktiven Fähigkeiten. Machine-Learning-Modelle sollen dazu dienen, Wilderei-Bedrohungen vorherzusagen und den Schutz von bestimmten Gebieten zu verbessern. Darüber hinaus wird damit gerechnet, dass KI die Analyse von umfangreichen Umweltdaten unterstützt. Wodurch das gesellschaftliche Verständnis ökologischer Systeme und die Auswirkungen des Klimawandels vertieft werden.

Ein weiterer zentraler Bereich, in dem KI im Jahr 2024 eine Schlüsselrolle spielen soll, ist das ESG-Datenmanagement. Angesichts der steigenden Anforderungen an die Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen stehen Unternehmen vor der Herausforderung, umfangreiche Mengen an ESG-Daten zu sammeln und zu analysieren. KI-gestützte ESG-Datenmanagement-Software soll dabei eine entscheidende Rolle spielen, um diesen Prozess zu optimieren und gleichzeitig Genauigkeit, Effizienz und Compliance zu gewährleisten.

4. Stellungnahmen von CEOs

Die Anforderungen an CEOs, öffentlich zu relevanten sozialen sowie politischen Themen Stellung zu beziehen, haben sich dramatisch verschärft. Laut einer Umfrage von Edelman erwartet ein Großteil der Angestellten in Deutschland, dass CEOs zu Themen wie Behandlung der Mitarbeiter:innen, Klimawandel, Ungleichheit, Diskriminierung und Immigration Position beziehen. Unabhängig von der direkten Geschäftsrelevanz. Doch viele CEOs zögern diese öffentliche Rolle zu übernehmen und tun sich schwer, in stark polarisierten Angelegenheiten eine klare Position zu finden. Dennoch wird erwartet, dass CEOs in Zukunft intensiver sowie unter anderem über die genannten Themen öffentlich sprechen, auch wenn sie ihre Reichweite mit Vorsicht nutzen müssen.

5. Nachhaltigkeit auf Unternehmensebene

Der Übergang von der Nachhaltigkeit auf Managementebene zur ganzheitlichen Integration auf Unternehmensebene ist in vollem Gange. In den vergangenen Jahren lag der Fokus auf der Anpassung an regulatorische Vorgaben im Nachhaltigkeitsmanagement und dem Erlangen von Nachhaltigkeitszertifikaten. Mit der bevorstehenden Umsetzung der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive - CSRD) und den klimabezogenen Angaben der US-Börsenaufsicht SEC im Jahr 2024 steht in diesem Bereich ein Wandel an.

Unternehmen müssen ihre Berichtsfunktionen anpassen, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Ein einsatzbereites Managementsystem ermöglicht Führungskräften, ihre Energie vermehrt auf unternehmerische Kreativität zu lenken. Der Fokus wird sich voraussichtlich von der bloßen Einhaltung von Vorschriften hin zur Gestaltung neuer Produkte und innovativer Lösungen für eine nachhaltige Zukunft verschieben.

Im Jahr 2024 kann mit einer Welle von Vorreitern und kreativen Maßnahmen zur Erhöhung der Innovationskraft gerechnet werden, sowie, dass gegen Ende des Jahres wegweisende Ideen im Mittelpunkt stehen werden.

6. Offenlegung der Scope 3-Emissionen

Scope 3-Emissionen, die indirekten Emissionen, die in der Wertschöpfungskette eines Unternehmens entstehen, sind oft die größte Quelle für den Carbon Footprint eines Unternehmens. Im Gegensatz zu den Scope 1- und 2-Emissionen, die direkt vom Unternehmen kontrolliert werden, umfasst Scope 3 alle anderen indirekten Emissionen aus Aktivitäten wie Geschäftsreisen, Beschaffungen und Abfall.

Die Offenlegung von Scope 3-Emissionen steht im Jahr 2024 im Rampenlicht, und Unternehmen werden verstärkt dazu aufgefordert, diese zu veröffentlichen. Grund dafür sind Interessengruppen, die mehr Transparenz und Maßnahmen zum Klimawandel fordern. Investor:innen, Kund:innen und Aufsichtsbehörden drängen Unternehmen dazu, nicht nur über ihre Scope-3-Emissionen zu berichten, sondern diese auch aktiv zu reduzieren.

Dieser neue Informationsfluss erfordert eine solide Datenerfassung und die Zusammenarbeit mit Zulieferern sowie Partnern, um Veränderungen in der gesamten Wertschöpfungskette zu erreichen. Grund für die verstärkte Aufmerksamkeit ist nicht nur das gesteigerte Umweltbewusstsein, sondern auch die neuen Gesetze, die strengere Umweltauflagen und Nachhaltigkeitspraktiken fordern. Die Offenlegung ist eine komplexe Aufgabe, aber die steigende Nachfrage nach Dekarbonisierung innerhalb der gesamten Lieferkette treibt die Innovationen in den Bereichen Produktdesign, Logistik und Materialien voran. Außerdem führt dies zu einem Dominoeffekt von Nachhaltigkeitsverbesserungen in allen Branchen.

Nachhaltigkeits-Trends: Herausforderungen sowie Chancen für Unternehmen

Während sich die Nachhaltigkeits-Trends für 2024 weiter entfalten, ist es von großer Bedeutung, dass Unternehmen die Entwicklungen verstehen, annehmen und integrieren und einen positiven Beitrag zur globalen Nachhaltigkeitsagenda leisten. Das Verständnis und die Umsetzung der Nachhaltigkeits-Trends sind außerdem nicht bloß eine Frage der Einhaltung von Vorschriften, sondern auch entscheidend für einen Wettbewerbsvorteil. Denn der globale Wettlauf um die Standardisierung von Nachhaltigkeit wird immer intensiver und Unternehmen, die vorne mit dabei sind, werden langfristig erhebliche Vorteile und eine Führungsrolle im Bereich Nachhaltigkeit erlangen.

Ob es sich bei den genannten Nachhaltigkeits-Trends für 2024 jedoch um tatsächlich eintretende Fälle handelt, oder ob es utopische Hoffnungen sind liegt in den Händen der Unternehmen.

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