Was ist Recycling? – Das steckt dahinter und so funktioniert es

Hier erfahren Sie was hinter Recycling steckt und wie Sie es ganz einfach umsetzen können. Alle Vor- und Nachteile des Recycling-Kreislaufes

Was ist Recycling

Autor: Lara-Sophie Buckow

Was ist Recycling?

Unter Recycling versteht man die Aufbereitung und daraufhin die Wiederverwendung von Rohstoffen, die bereits genutzt wurden. Durch das Recycling entsteht also ein Kreislauf in welchem das Material immer wieder in seine Einzelstücke zerlegt und dann für neue Produkte verwendet wird.

Beim Recycling unterscheidet man zwischen zwei Prozessen: Downcycling und Upcycling.

  1. Downcycling bedeutet, dass der Rohstoff nicht in der ursprünglichen Qualität erhalten bleibt. Es findet eine Abwertung statt, wie beispielsweise bei Altpapier, Plastik oder Altkleidern. Die Materialien können zwar recycled, also wieder verwendet werden. Allerdings sind die einzelnen Fasern kürzer oder brüchig und stellen somit nicht die hundertprozentige Qualität eines neuen Rohstoffes dar.
  2. Upcycling bedeutet das genaue Gegenteil. Die Produkte bleiben in ihrer ursprünglichen Form. Diese finden lediglich einen neuen Zweck. Sie kennen bestimmt Taschen aus alter LKW-Plane, Kleidungsstücke aus alten Kaffeesäcken oder haben bei Ihren Freunden Gläser oder Vasen aus alten Glasflaschen gesehen. Aus einem alten Produkt entsteht ein Neuwertiges.

Recycling zielt darauf ab, alte Materialien wiederzuverwenden, um Neues zu schaffen. So sind keine neuen Rohstoffe notwendig und es gibt weniger Abfall. Es entsteht also ein Kreislauf.

Vor- und Nachteile des Recycling:

Wieso Sie auch recyclen sollten? Hier sind die Vor- und Nachteile:

Vorteile Recycling:

  • Weniger Ressourcen sind notwendig, was die Umwelt schont
  • Die Produktion neuer Produkte kostet viel Energie. Durch Recycling kann hier eine hohe Einsparung erfolgen
  • Die Herstellung neuer Materialien hat vor allem in ärmeren Ländern oft katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt durch die nicht korrekte Entsorgung von Chemikalien. Diese entfallen bei der Wiederverwendung von schon vorhandene Materialien
  • Im optimalen Fall entsteht ein geschlossener Kreislauf ohne Abfälle oder Beschaffung neuer Rohstoffe

Nachteile Recycling:

  • Die ursprüngliche Qualität ist nicht mehr vollständig erreichbar
  • Abholung einzelner Abfälle direkt beim Verbraucher verursachen Autogase, welche die Umwelt belasten

Woher kommt der Trend des Recyclings?

Es mag oft so scheinen, als wenn der Prozess des Recyclings ein neuer Trend sei. Allerdings gibt es das schon seit vielen Jahren.

Nicht nur Ihre Großeltern haben während des Krieges auf Grund von Mangel an Waren sowie Materialien versucht, alles wiederzuverwenden. Auch im Mittelalter wurde vieles recycled. Selbst menschliche Produkte wie Haare oder Knochen wurde genutzt, um alltägliche Gegenstände herzustellen. Den Ursprung hat das Recycling in der Landwirtschaft. Hier wurden seit Beginn an Erntereste, Mist sowie Gülle genutzt, um das Feld zu düngen. So konnte seit Beginn an, jeder Bauer einen geschlossenen Kreislauf innerhalb seines eigenen Hofes schaffen.

Recycling für die Umwelt

Heute haben wir zum größten Teil keine Ressourcenknappheit mehr, die wir in unserem alltäglichen Leben bemerken. Jedoch ist Recycling jetzt wieder hoch aktuell. Denn der Gesellschaft ist bewusst geworden ist, wie verschwenderisch wir in den letzten Jahrzehnten gelebt und somit uns sowie dem Planeten geschadet haben. Recycling hilft dabei, weniger Rohmaterialien beschaffen zu müssen sowie weniger Müll zu produzieren.

 

Welche Materialien sind recyclebar?

Diese Materialien eignen sich für die Wiederverwertung:

  • Elektroaltgeräte: Elektronische Produkte wie zum Beispiel Computer oder Handys können in ihre Einzelteile zerlegt werden, sodass die Kleinteile, die teilweise sogar sehr wertvolle Metalle enthalten, wiederverwendet werden können.
  • Glas: Glasfalschen und Gläser sind zu 100% recyclebar, da sie nach der Verwendung neu eingeschmolzen und in neue Formen gegossen werden können. Allerdings ist dieser Prozess recht energieaufwändig. Wichtig hierbei ist, dass beim Entsorgen von Altglas der Deckel vom Glas getrennt wird. Nur so kann das Recycling des Glases erfolgen.
  • Papier,Pappe: In den meisten Recyclinganlagen werden Zeitungen, Kartons, Büropapier und Pappverpackungen recycelt. Auch hier ist es sehr wichtig, den Müll verantwortungsvoll zu trennen. Beispielswiese bei (veganem) Hack sollte man unbedingt die Plastikfolie vom Karton abziehen, bevor man die Pappe ins Altpapier gibt.
  • Bioabfall: Zum Bioabfall zählen Lebensmittelreste oder andere organische Abfälle. Entweder kann man in seinem eigenen Garten die Bioabfälle zu Kompost verarbeiten oder den Biomüll verantwortungsbewusst trennen.
  • Plastikverpackungen: Einige Plastikverpackungen sind gut recyclebar. Dazu zählen Beispielswiese PET-oder HDPE-Flaschen. Wenn man herausfinden möchte, wie recyclebar ein Produkt ist, kann man ganz einfach nach der Recyclingnummer suchen.
  • Sperrmüll: Auch große Abfälle wie zum Beispiel Möbel sind recyclebar. Hier ist es wichtig, dass die Möbel zum Auseinanderbauen konzipiert sind. Einrichtungsgegenstände und anderen Sperrmüll kann man in Deutschland bei einem regionalen Wertstoffhof entsorgen.
  • Textilien: In der Mode- und Möbelindustrie streben auch immer mehr Unternehmen Textilrecycling an. Somit besteht die Möglichkeit, weniger Ressourcen zu verwenden. Hierfür kann man sich zum Beispiel an Modemarken halten, die auf recycelte Stoffe setzen.

Bringt Recycling überhaupt etwas?

Vor allem in Deutschland legt man sehr viel Wert auf die Trennung von unterschiedlichen Materialien bei der Entsorgung für das spätere Recycling. Allerdings hat das Bundesumweltamt herausgefunden, dass gerade mal ein Drittel des Abfalls richtig entsorgt wird. Das erschwert den Prozess stark. Die Mülldeponien können den Abfall nicht einfach weiterverwerten. Die richtige Sortierung kostet viel Zeit sowie Geld, weswegen sie oftmals nicht statt findet. Dies verursacht die Verschwendung von wertvollen Ressourcen. Es ist also wichtig, dass jeder Haushalt seinen Müll richtig trennt, damit Recycling stattfinden kann.

Recycling als Mythos?

Das Vorurteil, dass die Sortierung von Müll sowieso nichts bringt, da es am Ende verbrannt wird, stimmt nicht. Die dualen Systeme in Deutschland machen es möglich, dass Materialien, die man recyceln kann, auch wiederverwendet werden. Ausschließlich der Restmüll wird in Deutschland verbrannt. Heute setzen immer mehr Unternehmen auf die Verwendung von recycelten Materialien. So erhalten die Materialien, die einst in Ihrem Müll gelandet sind, ein neues Leben.

Quelle & Copyright Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbrauch

5 Tipps für mehr Recycling im Alltag

  1. Upcycling: Bevor Sie etwas wegschmeißen, überlegen Sie, ob Sie vielleicht selbst etwas Neues daraus machen und es selbst upcyceln können. Nähen Sie Klamotten einfach um, wenn Sie nicht mehr richtig sitzen, oder gestalten Sie Ihre eigene Decke oder Tasche aus nicht mehr getragenen Einzelstücken. Verwenden Sie alte Dosen als Stiftehalter oder Blumentöpfe. Streichen Sie die alte Kommode einfach neu und bringen Sie Second-hand Griffe an, um ihr einen neuen Glanz zu geben. Es gibt endlose Möglichkeiten aus Ihren alten Sachen etwas Neues sowie Nützliches zu schaffen.
  2. Mülltrennung: Wenn Sie es nicht mehr weiter verwenden können, achten Sie auf die richtige Mülltrennung. Glas wird nach Farbe sortiert im Glascontainer entsorgt. Pappe sowie Papier kommt in die Altpapiertonne. Verpackungen aus Kunststoff, Metall oder Materialverbunden gehören in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Zusätzlich ist es sehr hilfreich für den Recyclingprozess, wenn Sie unterschiedliche Verpackungsmaterialien voneinander trennen. Das erleichtert die Sortierung später in der Mülldeponie innerhalb der automatischen Sortierung.
  3. Selber kompositieren: Biomüll können Sie entweder im heimischen Kompost oder der Biotonne entsorgen.
  4. Elektrogeräte abgeben: Bringen Sie elektronische Geräte zum Wertstoff- oder Recyclinghof, wo man sie in ihre Einzelteile zerlegt und wiederverwendet. Seit 2016 müssen auch Geschäfte, die neue Elektrogeräte verkaufen, Altgeräte entgegennehmen sowie recyceln. Sollten Sie doch einmal unsicher sein, wie Sie ein Produkt richtig entsorgen, damit es möglichst in den Recycling-Kreislauf gelangt, können Sie die Initiative der dualen Systeme besuchen.
  5. Altkleider weitergeben: Wenn Sie Kleidung nicht mehr benötigen, können Sie sie in einem Altkleidercontainer abgeben, spenden, oder auf nachhaltigen Apps weiterverkaufen. So werden bereits bestehende Textilien wiederverwendet.

Recycling wirkt und ist einfacher als man denkt

Aller Anfang ist schwer, doch es ist sehr wichtig, dass wir uns mit unserem Verhalten als Konsumenten auseinandersetzen. Neben dem Kauf von nachhaltigen sowie langlebigen Produkten, gehört auch die korrekte Entsorgung sowie Verwertung nach der Benutzung dazu. Setzen Sie sich Stück für Stück mit dem Thema auseinander. Fragen Sie Freunde sowie Bekannte wie die mit Recycling umgehen und lernen Sie voneinander. So macht das Ganze gleich viel mehr Spaß und Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

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