Tencel: Die innovative Alternative zu Kunstfasern und Baumwolle

Tencel: Der Stoff aus Holzfasern wird immer beliebter. Was genau dahinter steckt, erfahren Sie hier

Tencel
Quelle & Copyright by Lenzing AG
  • Tencel ist der Markenname für die Faser Lyocell
  • Sie basieret auf Holzfasern und ist somit umwelt- und hautfreundlich
  • Tencel ist vielseitig und eine gute Alternative zu Kunstfaser und Baumwolle

Nicht nur bei Slow Fashion Labels liest man auf Etiketten von anschmiegsamen Shirts, Leggings und Workout-Kleidung immer öfter einen Begriff: Tencel. Hier erfahren Sie alles was Sie über die man-made-fibre wissen müssen.

Was ist Tencel?

Tencel ist der Markenname für Lyocell. Der österreichische Hersteller Lenzing AG prägte diesen Markennamen und ihm sind alle Rechte vorbehalten. Dafür wurde er mit dem Europäischen Umweltpreis ausgezeichnet. Das Material wird aus Holzfasern gewonnen. Es ist damit eine ökologischere Alternative zu anderen Stoffen wie Polyester, Viskose und Co. Aber auch eine Alternative zur klassischen Baumwolle.

Der Eukalyptusbaum dient dafür in der Regel als Basis. Dieser wird in nachhaltiger Forstwirtschaft angebaut. Eukalyptusbäume benötigen so it wie keine Pestizide und wachsen außerdem sehr schnell. Bei der Produktion von Tencel ist auf diese Weise der Wasserverbrauch deutlich geringer als im Vergleich zur konventionellen Baumwolle.

tencel

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Herkunft und Herstellung

Erfinder von Tencel ist die Lenzing AG. Sie besteht seit über 80 Jahren. Am Standort Lenzing in Österreich stellte das Unternehmen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Zellstoff und Papier her. Nach 1945 produzierte sie zunächst hauptsächlich Viskose. Seit 1970 fokussierte sie sich auf eine Umweltsanierung. Denn die Herstellung von Viskose belastete Gewässer und Luft stark. Lenzing forschte lange nach einer Lösung. Im Jahr 1990 konnte der Konzern seine erste Lyocellfaser-Anlage eröffnen und kaufte dann 2004 den Markennamen Tencel.

Tencel wird aus Eukalyptusblättern gewonnen. Einfach gesagt werden diese zerkleinert und eingeweicht zu Garn. Doch ganz so einfach ist es nicht. Der Prozess ist äußerst arbeitsintensiv, verbraucht Energie, Ressourcen und Chemikalien. Das Besondere bei der Lenzing AG: Es kommt nur zertifiziertes Holz aus nachhaltiger Holzwirtschaft zum Einsatz, Wasser wird sparsam eingesetzt und wiederverwendet, Energie stammt aus Bioenergie und Chemikalien werden mit Hilfe eines Prozesses zur Kreislaufschließung nicht freigesetzt. So kann der Stoff umweltfreundlich produziert werden.

Vor- und Nachteile von Tencel

Warum ist Tencel umweltfreundlich?

  • Die Belastung durch Chemikalien ist vergleichsweise gering - ein Vorteil im Vergleich zu Kunstfasern.
  • Bei der Produktion wird außerdem Wasser eingespart - ein Vorteil im Vergleich zur Baumwolle.
  • Kleidung aus Holzfasern ist atmungsaktiv - sie muss also nicht so häufig gewaschen werden.
  • Eukalyptus ist ein nachwachsender Rohstoff und somit ökologisch abbaubar
  • Außerdem ist Tencel hautfreundlich, kühlend, fallend und knitterfrei

Was sind die Herausforderungen?

Das Material erfreut sich immer größerer Beliebtheit, aber wird noch nicht in Massen produziert. Daher ist der Preis oftmals höher, sowohl für Produzenten als auch für den Endkonsumenten. Noch sind die Kosten weitaus höher als bei Kleidung aus Baumwolle oder Kunstfasern. Um dies zu ändern muss die Nachfrage steigen, doch dies birgt die Gefahr der Waldrodung. Daher ist von großer Bedeutung, dass bei der Gewinnung der Holzfasern nachhaltige und zertifizierte Bäume Verwendung finden.

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