Textile Exchange Report 2021 – Hoffnungsschimmer und Handlungsbedarf

Textile Exchange

Ein radikaler Umschwung auf nachhaltige Materialien ist zwingend erforderlich, um die Klimaziele zu erreichen 

Source & Copyright by Textile Exchange 

Autor: Sidney

  • 50% der Textilien stammen aus nachhaltigen Quellen
  • Treibhausemissionen der Textilindustrie sind dennoch gestiegen
  • Handlungsbedarf für neue und zirkuläre Unternehmensmodelle

Textile to textile Recycling, Degrowth und zirkuläre Geschäftsmodelle sind nichts Neues. Good News: Der diesjährige Textile Exchange Report hat gezeigt, dass immer mehr Marken nachhaltigere Optionen in ihre Geschäftsmodelle implementieren. Auch die Bewusstseinsveränderung der Käufer und die somit steigende Nachfrage nach klimapositiven Alternativen, haben Brands in ihrem Handeln bestärkt.

Textile Exchange ist eine Non-Profit Organisation, die Unternehmen bei der Transformation zu verantwortungsvolleren Materialien unterstützt. Basis für den Report bildet der Material Change Index, welcher die größte peer-to-peer Vergleichsinitiative der Textilindustrie ist. Sie beinhaltet die Bekleidungs-, Schuh- und Heimtextilbranche. Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass mittlerweile 50% der Materialien, die von den 292 teilnehmenden Unternehmen zur Produktion eingesetzt werden, organisch, recycelt oder von andere Materialien mit geringerer Auswirkungen stammen.

Es ist Zeit zu Handeln - Ressourcen sind gefährdet

Der aktuelle Report ist ein Rekordjahr in Sachen MCI- Teilnehmer mit besseren Ergebnissen und einer deutlichen Steigerung der Aufnahme besserer Textilien. Während in den Jahren 2018 und 2019, die aus der Materialproduktion resultierenden Treibhausemissionen mit 11,8 Millionen Tonnen gleich blieben, waren diese im Jahr 2020 um 5% zurückgegangen (11,2 Millionen Tonnen).

Laut der Direktorin des Textile Exchanges, Liesl Truscott, seien diese Veränderungen der Pandemie zu schulden und es lasse sich schwer beurteilen, wie sich die Entwicklung in den letzten Jahren tatsächlich verändert hat. Schließlich hat das langsame Wachstum die Emissionen gedämpft, demnach kann die Umstellung auch nur ein Blip sein. Teilnehmende Marken sind unter anderem Adidas, Gap, Kering, Levis, H&M und PVH Group.

Innovation und zirkuläre Business Modelle als Treiber

Unternehmen, die Materialien mit geringeren ökologischen und/oder sozialen Auswirkungen in ihre Produktion mit aufgenommen haben, hat sich von 36% in 2019, auf 44% in 2020 und nun 50% in 2021 gesteigert. Eine Analyse von 2020 ergab, dass 35 Unternehmen, 25 Millionen US-Dollar in Innovation, Kapazitätsausbau für zirkuläre Technik, Recycling, Wiederverkauf und Reparatur investiert haben.

Somit stieg die Zahl der Wiederverkäufe von gebrauchten Artikeln, denn Unternehmen meldeten 600.000 mehr Artikel im Wiederverkauf als 2019. Das Jahr 2021 zeigt, dass 68% der beteiligten Unternehmen eine oder mehrere zirkuläre geschäftsbezogene Aktivitäten verzeichnen. Auch gab es Fortschritte in Sachen Recycling. Recycelte Materialien machen dieses Jahr rund 29% der synthetischen Fasern aus und 12% der Materialien insgesamt. Der Index deutet zudem darauf hin, dass das Wissen über das Herkunftsland der Fasern etwa 48% der beschafften Materialien ausmacht.

Trotzdem ist es fraglich, wie transparent die Unternehmen ihre Daten präsentieren, denn nur 30% der Teilnehmer haben quantitative Daten zur Verfügung stellen können. Der Textile Exchange wird seine Maßstäbe in den nächsten 18 Monaten überprüfen, um sich besser an die Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung anzupassen.

Was wird gefordert?

Die Fashion Branche braucht ein Unternehmensmodell entkoppelt von Gewinn, Erfolg und Wohlstand. Laut Truscott geht es nicht nur darum, hier und da nachhaltigere Faseroptionen zu integrieren, sondern die umweltschädlichen Fasern schnell auslaufen zu lassen. Sie begrüßt die Verbesserung, sagt aber das der nächste Schritt darin besteht, sich in Richtung Dematerialisierung zu bewegen - eine Verringerung der Materialmenge, die zur Unterstützung des wirtschaftlichen Funktionierens der Branche erforderlich ist.

Zudem müsse in großen Dimensionen gedacht werden, um Veränderungen in großem Maßstab umsetzen zu können. Innovationen müssen skaliert werden, digitale Lösungen wie 3D-Druck müssen weitläufig Einsatz finden und für all das Bedarf es an Regularien und Anreize.

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