Plastic Free July: Ein Aktionsmonat mit alltäglicher Relevanz

Um die Umwelt zu schützen, fördert der Plastic Free July bewussten Umgang mit (Einweg-)Plastik. Nehmen Sie sich der globalen Challenge an!

plastikfree july

Autor: Haus von Eden

Happy Plastic Free July! Zeit umzudenken, sich einer Herausforderung anzunehmen und den Umweltschutz aktiv zu fördern. Im plastikfreien Juli geht es nämlich darum, den ganzen Monat lang bewusst auf die Nutzung von (Einweg-)Plastik, also Kunststoffen, die nicht biologisch abbaubar sind, zu verzichten. Wer sich dieser Challenge annimmt, schließt sich einer globalen Bewegung an und kann gemeinsam mit mehr als zwei Millionen Menschen weltweit Teil der Lösung für das Problem der Umweltverschmutzung durch Plastik sein.

Die Relevanz des Plastic Free July

Dass Plastikmüll unsere Städte, Wälder und insbesondere Meere sowie Ozeane verschmutzt, ist kein Geheimnis. Vielmehr ist es ein omnipräsentes, medial diskutiertes Thema. Und das aus gutem Grund: Plastik bedroht Ökosysteme, die Biodiversität, verursacht Treibhausgase und kann sich negativ auf die menschliche Gesundheit auswirken.

Obwohl es in den Händen von uns liegt, die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll aufzuhalten, sprechen aktuelle Zahlen gegen unser Verantwortungsbewusstsein. Laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) werden jährlich 300 Millionen Tonnen Plastik hergestellt, allein in Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei 39 Kilogramm. Kein Wunder, da Mikroplastik beispielsweise in gängigen Pflegeprodukten enthalten ist und durch das tägliche Waschen des Gesichts in die Abwasserkanäle und schließlich ins Meer gelangt.

Symbol des Umweltschutzes: Die Plastic Free July Foundation

Um dem entgegenzuwirken, entstand die Plastic Free July Foundation 2011 in Australien. Und zwar mit dem klaren Ziel, eine weltweite Bewegung ins Leben zu rufen, die gegen Plastikverschmutzung kämpft und sich dafür einsetzt, den Gebrauch von Kunststoffen zu reduzieren sowie Wiederverwendung und Recycling oder Upcycling zu fördern.

Der Juli wurde als offizieller Monat der Umsetzung dieses Vorhabens ernannt. Heute, neun Jahre nach der Gründung der Foundation, widmen sich mehr als zwei Millionen Menschen aus mehr als 159 Ländern der Challenge, (Einweg-)Plastik zu vermeiden und bewusster zu konsumieren. Wichtig ist es dabei allerdings, keinen Druck zu verspüren. Der Plastic Free July soll ein spannendes Experiment sein, Spaß machen und verdeutlichen, wie mühelos sich Umweltschutz durch den Verzicht auf Plastik in den Alltag integrieren lässt.

Know-How zum erfolgreichen Plastikverzicht

Für einen erfolgreichen, gelungen Plastic Free July eignen sich folgende Punkte entsprechend als Leitgedanken:

  1. Plastik ist heutzutage nicht mehr wegzudenken - 100%iger Verzicht ist unmöglich
  2. Es geht nicht darum, sämtliche Plastikprodukte zu entsorgen oder durch Alternativen zu ersetzen - Das Aufbrauchen, Wiederverwenden und Recycling sowie Upcycling von Kunststoffen kann in vielen Fällen sogar nachhaltiger sein
  3. Jeder macht seine eigenen Regeln - Schließlich soll der Monat sich nicht als Zwang anfühlen, sondern vielmehr nachhaltig für umweltbewusstes Handeln über den Juli hinaus inspirieren

Trotz eigener Zielsetzungen muss sich niemand alleine mit der Herausforderung fühlen. Wer sich auf der Plastic Free July Homepage registriert, bekommt nämlich wöchentlich E-Mails mit Tipps und Tricks anderer Teilnehmer. Diese sollen motivieren und zur kreativen Umsetzung des plastikfreien Monats beitragen.

Und auch für jeden, der gerne einen präzisen Orientierungsrahmen hat, gibt es ein geeignetes Gadget: den Take the Plastic Free Challenge - FREE Calendar von WWF. Dieser enthält für jeden Tag im Juli einen Tipp bereit, mit dem sich der Gebrauch von Plastik leicht vermeiden lässt. Sei es eine Anregung dazu, einen Mehrweg-Kaffeebecher zu nutzen, sich eine recycelte Sonnenbrille zu kaufen oder ein Seifenstück an Stelle von flüssiger Seife zu nutzen. Step by Step inspiriert dieser zu einem nachhaltigen, plastikfreien Lifestyle.

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Quelle & Copyright by WWF

ABC zu Plastikalternativen im Plastic Free July

Abgesehen von Bezugspunkten wie dem Kalender der WWF, gilt es im Plastic Free July auch selbst etwas Recherche zu Tipps zur Plastikvermeidung zu betreiben, Bloggern, die den Plastic Free Lifestyle perfektioniert haben, zu folgen und sich mit Plastik sowie seinen Alternativen auseinander zu setzen. Während viele Unternehmen sowie Brands nämlich bereits auf den Anti-Plastik-Zug gesprungen sind und mit trendweisenden Schlagwörtern wie Bioplastik oder kompostierbares Plastik werben, bedeute dies nicht unbedingt, dass diese tatsächlich umweltfreundlicher als ihr konventioneller Vorgänger sind. Hier eine kleine Starthilfe, um die richtige Wahl zu treffen.

Was sind Plastikalternativen?

Allgemein müssen Plastikalternativen nachhaltig sein. So sollten sie aus erneuerbaren Stoffen, die zudem biologisch abbaubar sind, bestehen, um eine positive Umweltbilanz zu haben. Gleichzeitig müssen sie allerdings auch eine ähnliche Funktionalität aufweisen. Das bedeutet leicht, flexibel, hitzebeständig, rein und auch günstig sein.

Während die Forschung eine Vielzahl an pflanzlichen Alternativen untersucht sowie lanciert, ist es fraglich, ob diese tatsächlich nachhaltig sind. Da die gängigsten Varianten dabei Bioplastik sowie kompostierbares Plastik sind, zeigen wir, worauf es bei beiden Plastikvarianten zu achten gilt.

Bioplastik

Als Bioplastik, oder auch Biokunststoffe, bezeichnet man eine Gruppe an Materialien aus Polymeren. Polymere wiederum sind Stoffe, die durch die Verknüpfung mehrerer kleiner Moleküle miteinander entstehen und natürlich sowie synthetisch sein können. Wird das Plastik also aus Polymeren aus natürlichen Rohstoffen wie Stärke, Öl oder Zellulose hergestellt, so ist die Rede von Bioplastik.

Verwirrend: Polymere auf biologischer Basis werden auch in der Herstellung biologisch nicht abbaubarer Kunststoffe verwendet, mit synthetischen Stoffen gemischt. Während solche Produkte als Bioplastik angeworben werden, sind sie somit nicht 100% nachhaltig, biologisch abbaubar oder umweltfreundlich.

Kompostierbares Plastik

Bei kompostierbarem Plastik gilt es auf den Unterschied zwischen kompostierbarem und biologisch abbaubarem Plastik zu achten. Nach einem Industriestandard für Kunststoffe muss kompostierbares Plastik nämlich biologisch abbaubar sein. Dagegen ist allerdings nicht alles biologisch abbaubares Plastik kompostierbar, weshalb oft keine angemessene Mülltrennung stattfindet.

Das Problem mit Plastikalternativen

Aufgrund des Verwirrungspotentials rund um Bio- und kompostierbares Plastik, werden sie oft weder sicher, noch nachhaltig entsorgt. Selbst, wenn es sich um eine umweltfreundliche Alternative handelt, kann sie durch die falsche Entsorgung negative Umweltauswirkungen haben. Oft landen sie nämlich auf Mülldeponien oder werden in Meeressystemen entsorgt, wo sie langanhaltende, schädliche Folgen für Boden, Luft, Tiere und Menschen haben. In Ozeanen verhält sich sogar biologisch abbaubares Plastik so wie konventionelle Kunststoffe und kann mehrere Jahre brauchen, um sich zu zersetzen.

Um negative Umweltauswirkungen zu vermeiden, müssen biologisch abbaubare Kunststoffe eigenständig recycelt werden. Kompostierbare Kunststoffe wiederum sollten unter industriellen Bedingungen kompostiert und nicht in die Recyclingtonne geworfen werden. Wenn eine geeignete Kompostierung nicht möglich ist, empfehlen es Experten, die Produkte in den allgemeinen Abfall zu geben.

Auf systemischer Ebene bedeuten die unbeabsichtigten Folgen unangebrachter Plastikentsorgung, dass sorgfältig über die Einführung kompostierbarer Kunststoffe nachgedacht werden muss. Sie müssen sinnvoll eingesetzt werden, von Menschen verstanden werden und in geeigneten Einrichtungen entsorgt werden. Nur so lässt sich das langfristige Ziel einer funktionalen Kreislaufwirtschaft erreichen.

Vorzüge von konventionellem Plastik

Wie bereits erwähnt, geht es im Plastic Free July nicht darum, Plastik völlig aus dem Leben zu eliminieren. Durchaus gibt es Umstände, in denen der Einsatz von Plastik nachhaltiger sein kann als der von Holz, Metallen oder Glas.

Da Plastik beispielsweise weniger wiegt als seine Alternativen aus natürlichen Rohstoffen, verursacht sein Transport weniger Emissionen. Werden Produkte in Glas- an Stelle von Plastikverpackungen transportiert, so erhöht sich der CO2 Ausstoß, wodurch die Vorteile des an sich umweltfreundlicheren Materials reduziert werden.

Und auch in Sachen Lebensmittel kann die Nutzung von Plastikverpackungen von Vorteil sein. Da jährlich nämlich etwa 30% der produzierten Lebensmittel weggeworfen werden und dadurch erheblich zu den Kohlenstoffemissionen beitragen, kann Plastik durch die Verlängerung der Haltbarkeit produktiv Nachhaltigkeit fördern.

Vom Plastic Free July zum Plastic Free Lifestyle

Die Beispiele zeigen, dass der ganzheitliche Plastikverzicht nicht möglich ist. Dennoch sollte "Reduce, Reuse, Recycle" ein wichtiger Leitspruch im Alltag eines jeden Einzelnen sein, um unser Umweltproblem zu lösen. Dabei ist der Plastic Free July der perfekte Zeitpunkt, um das Bewusstsein zu stärken und achtsam sowie aktiv die Nutzung von unnötigen (Einweg-)Kunststoffen zu reduzieren und nachhaltige Konzepte wie Recycling und die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

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