Online Shopping – Pros & Cons rund um das bequeme Shoppingerlebnis

Wie nachhaltig ist Online Shopping? Vorteile und Nachteile vom digitalen Shopping und Wege um beim Shoppen einfach CO2-Emissionen zu vermeiden

Onlineshopping Vor und Nachteile

Autor: Katharina Heilen

Online Shopping gehört für die meisten von uns zum Alltag dazu. Offensichtliche Vorteile von Online Shopping: Eine riesige Auswahl, Last-Minute Geschenke besorgen, gezielt nach spezifischen Produkten suchen und lediglich der Aspekt des bequemen Zeitvertreibs. Noch schnell ein neuer Föhn? Innerhalb weniger Minuten ist alles erledigt. Wie praktisch!

Wenn etwas nicht gefällt oder passt, geht es einfach wieder zurück. Dabei spart man sich noch die Fahrt in die überfüllten Läden und auch Preise lassen sich online leichter vergleichen. Aber ist Online Shopping wirklich nachhaltiger? So viel sei vorab gesagt: Online Shopping birgt Vor- und Nachteile für Mensch und Umwelt. Es gibt aber auch einige Tipps, wie Sie die eigene Online Shopping CO2 Bilanz auf ein Minimum reduzieren können – ohne auf das bequeme Shoppingerlebnis zu verzichten.

Ist Online Shopping nachhaltig?

Retour

Vor allem die Retouren hinterlassen einen großen CO2-Fußabdruck und wirken sich deutlich auf die Umwelt aus. Egal, ob die Produkte nicht passen, nicht den Erwartungen entsprechen oder beabsichtigt mehrere Größen bestellt wurden. Gleichzeitig bieten immer mehr Einzelhändler Online-Einkäufern kostenlose Retouren an. Während dies für einen guten Kundenservice spricht, trägt dies ebenfalls zum Anstieg der Retouren bei. Und führt somit zu einer zusätzlichen Umweltbelastung, die über die übliche Produktion und den Versand hinausgeht.

Fahrten

Moritz Mottschall, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut in Freiburg am Breisgau bestätigt, dass jeder Versand innerhalb Deutschlands so viele Treibhausgase verursacht, wie drei Kilometer weite Autofahrten. Bei 41 Millionen Deutschen, die letztes Jahr laut der Gesellschaft für Konsumforschung Online Shopping betrieben haben, kommt da viel zusammen.

Aber auch die Transportfahrzeuge der Lieferdienste hinterlassen Kohlendioxidemissionen. 2016 verlagerte sich die Spitze der CO2-Produzenten von Kraftwerken auf den Transportsektor. Ein Viertel davon stammen von LKWs, die Pakete von Flugzeugen oder Schiffen abholen und ins Lagerhaus bringen. Ein Zwischenstopp vor dem Weg ins Einkaufszentrum oder direkt zum Konsumenten.

Verpackung

Die Verpackung ist ein weiteres großes Problem für die Umwelt. Oft verwenden Händler nicht recyclebare Luftposterfolie oder Styropor, welche wiederum den Platzbedarf der Produkte vergrößert. So müssen mehr Fahrten unternommen werden. Hinzukommt, dass viele Produkte mehrmals verpackt werden müssen, wenn die Verbraucher die Folie oder Versandboxen beschädigen. Nur so können sie wettbewerbsfähig bleiben. Schnell kommen so doppelte Verpackungsmaterialen für einen Artikel zusammen, der noch verkauft werden soll.

Mülldeponie

Wer glaubt, dass jeder Artikel bei einer Retour erneut verkauft wird, liegt nicht immer richtig. Viele Marken können die zurückgegeben Artikel aufgrund von Beschädigungen oder zu hohen Kosten für die Bearbeitung nicht weiterverkaufen. Aus diesem Grund landen laut der BBC Earth jedes Jahr rund 2 Milliarden Kilogramm auf der Mülldeponie. Das ist der billigste Weg, der vielen Verbrauchern beim Bestellen von Produkten nicht bewusst ist. Amazon zum Beispiel ist bekannt dafür Retourprodukte einfach zu entsorgen und nicht mehr in den Wiederverkauf zu stellen.

Online Shopping

Was Konsumenten tun können um bewusst online zu shoppen

Es gibt viele Vorteile sowie Nachteile für Online Shopping. Aufgrund der CO2 Emissionen, die unser Klima bedrohen, ist es dennoch wichtig, sich als Konsument bewusst und verantwortungsvoll zu verhalten. Natürlich liegt es auch an den Einzelhändlern, ihre Rückgaberichtlinien und -systeme im Interesse der Umwelt zu überarbeiten. Trotzdem: Jeder kann zunächst bei seinen eigenen Gewohnheiten anfangen.

1. Größe testen

Bevor man gleich drei verschiedene Größen bestellt, ist es immer eine gute Idee, sich genau mit den Größen zu beschäftigen. Anhand ähnlicher Produkte, die man bereits besitzt sowie üblichen Größentabellen lassen sich Größen gut einschätzen. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert. Kleiner Tipp: Waren, wie Hosen und Schuhe weisen eine sehr hohe Rücksendequote auf. Diese kann man also besser im Laden kaufen.

2. Überlegen, was wirklich gebraucht wird

Auch ein wichtiger Schritt vor dem Kauf ist es, sich genau zu überlegen, was gebraucht wird. So führen weder Angebote noch Aktionen zu Ablenkung und somit unnötigen Käufen. Passt etwas wirklich in den Kleiderschrank oder zum Dekor? Hilfreich ist es, einen Artikel für einen Tag im Einkaufswagen zu lassen und ihn erneut aufzurufen. Genug Zeit, um über einen Einkauf nachzudenken, verdeutlicht nämlich, ob man etwas wirklich braucht.

3. Langsamste Versandoption

Auch wenn viele von uns nicht gerne warten, ist die langsamste Versandoption immer die beste für unseren Online Shopping CO2 Fußabdruck. Die langsamste Versandoption fordert immer die Mindestmenge an Verpackungsmaterial und wird nur in vollen LKWs transportiert. Einige Paketshops bieten außerdem die Möglichkeit der Selbstabholung an. Bei DHL gibt es Packstationen, die man anstelle seiner Adresse angeben kann. Auch bei GLS kann man einfach im nächsten Paketshop anrufen. Mit Rucksack oder Tragetasche aufs Fahrrad und los zur Packstation - so kann man das Autofahren vermeiden und auf nachhaltigere Weise an sein Paket gelangen.

4. Einzelbestellungen vermeiden

BRAND-GUIDE

Ein weiterer einfacher Weg ist das Bestellen von mehreren Produkten bei möglichst wenigen Versandhändlern. Das umsichtige Planen und Bündeln, statt das Verteilen auf viele Händler wegen minimaler Preisvorteile, spart den Materialverbrauch und auch den Schadstoffausstoß. Übrigens darf man bei Onlineportalen genau hinschauen. Dort bestellt man scheinbar nur bei einem Händler, der Versand wird aber häufig von verschiedenen Unternehmen ausgeführt.

5. Retouren vermeiden

Wie bereits angesprochen, sind Retouren besonders schädlich für die Online Shopping CO2 Bilanz. Aus diesem Grund gilt es, Retouren weitestgehend zu vermeiden. Wenn man also Zweifel bei der Qualität oder Größe hat: lieber direkt im Laden probieren.

6. Vermeiden: Im Laden probieren, online bestellen

Das führt direkt zu einer nächsten, fragwürdigen Praxis. Zwecks eines Preisvergleiches oder Warentests reale Läden zu durchforsten, nur um die Produkte dann später zu einem günstigeren Preis im Internet zu ordern. Das schadet der Umwelt doppelt, weil Leerfahrten die Umwelt belasten und zusätzlich der Versand und die Verpackung der Bestellung hinzukommen.

Ist Online Shopping also wirklich ökologischer als ein Einkauf im Laden? Das ist schwer einzuschätzen, weil viele schwer fassbare Faktoren den CO2 Fußabdruck des Online Shoppings prägen – wie das eigene Mobilitäts- und Einkaufsverhalten, die Ambitionen des Händlers und der Paketdienste, die Einwohnerdichte und das Online Shopping-Verhalten der Nachbarschaft.

Beim traditionellen Einkauf sind Heizkosten, das Beleuchten, die Fahrt mit dem Auto oder der Bahn einige ausschlagebende Faktoren für eine negative Ökobilanz. So kann jeder Verbraucher sein Einkaufsverhalten hinterfragen und mithilfe der oben genannten Tipps selbst entscheiden, ob das Online Shopping notwendig ist oder nicht. Denn auch hier gilt: Der Schutz der Umwelt fängt bei uns selbst und meistens im Kleinen an.

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