News: European Fashion Alliance skizziert Green Deal der Mode

Wie die European Fashion Alliance die europäische Modeindustrie auf Basis von Nachhaltigkeit, Bildung, Politik und Innovation neu erfinden will

European Fashion Alliance
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Autor: Haus von Eden

Nachdem die Hauptziele des ersten Summits der European Fashion Alliance letztes Jahr definiert wurden, beginnt nun die Time for Action. Allerdings kann ein kleines Recap des Gipfeltreffens nicht schaden. Insgesamt kamen 59 Vertreter:innen von 29 Mitgliedsorganisationen – von Fashion Councils über Bildungseinrichtungen bis hin zu Großbetrieben – aus 23 Europäischen Ländern zusammen. Ihr Ziel: Ein Maßnahmen- und Aktionspaket, das den notwendigen Transformationsprozess der Modebranche in Europa vorantreibt, beschließen.

Fokus dieses Vorhabens: Der Green Deal. Ein zentraler Bestandteil der Klimapolitik der Europäischen Kommission sowie Leitfaden eines gerechten Übergangs zu einer klimafreundlichen Zukunft. Genauer forciert er die Reduktion der Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null. Angesichts des CO2-Fußabdrucks der Modeindustrie – erzeugt durch den Status quo der Textilproduktion sowie des Konsumverhaltens – ist der Fokus der EFA auf den Green Deal also nicht nur beispielgebend, sondern auch notwendig.

Nachhaltigkeit, Bildung, Politik und Innovation als Agenten des Wandels

Einerseits möchte die EFA mittels ihrer Commitments wesentlich dazu beitragen eine CO₂-neutrale, ökologisch nachhaltige, giftfreie und vollständig kreislauforientierte Textilwirtschaft zu erreichen. Andererseits geht es auch darum, das Bewusstsein von Modeproduzent:innen, Designer:innen und Konsument:innen zu schärfen sowie zu sensibilisieren. Die Umsetzung dieser Vision soll auf vier Hauptsäulen, die die Alliance im Rahmen des Summits 2022 definierte, basieren. Nachhaltigkeit, Bildung, Politik & Innovation.

Konkret soll eine Synergie aus Nachhaltigkeit und digitalem Wandel sowie Bildung und Arbeitsmarktmaßnahmen zum Motor der Modebranche werden. Und sie dazu bewegen, Textilien haltbarer, reparierbarer, wiederverwendbarer sowie recycelbarer zu machen. Zur Beschleunigung dieses Übergangsprozesses will die EFA aufstrebende Talente als Pionier:innen mobilisieren. So wird sie Young Talents neben etablierten Marken und Organisationen aktiv in Führungsrollen und Aktivitäten innerhalb der Organisation einsetzen.

EFA

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Als internationale Allianz verweist die EFA zudem darauf, dass europäische Zusammenarbeit, gemeinsame Werte und eine gemeinsame Sprache in puncto Nachhaltigkeit überholte Barrieren abbauen können. Es geht darum, gleiche Voraussetzungen für jedes Land sowie jede Art von Betrieb zu schaffen und Empowerment voranzutreiben. „Ob Design aus Frankreich, Italien, Deutschland oder Dänemark – die Rahmenbedingungen müssen für alle gleich sein. Das ist vor allem für kleine Unternehmen, die sich global behaupten wollen, von enormer Wichtigkeit“, so Caroline Rush, CEO des British Fashion Council.

Die vier Hauptziele der European Fashion Alliance

Auf Basis der vier Hauptsäulen hat die European Fashion Alliance diese Überzeugungen in vier Hauptziele für den Zeitraum von 2023 bis 2027 übersetzt:

  1. Definition eines ethischen, sozialen und nachhaltigen Verhaltenskodex für die Mitglieder der EFA. Dabei nehmen diese eine Rolle als Repräsentant:innen sowie Multiplikator:innen für die gesamte Modebranche ein.
  2. Ein Green Deal für die Mode auf europäischer Ebene. Dieser soll die Modekultur sowie -wirtschaft repräsentieren und sich für ein europäisches Mode-Kreislaufsystem, das auf gemeinsamen Daten sowie auf einem gemeinsamen Messsystem basiert, einsetzen. Daten und Erkenntnisse, die das Netzwerk der EFA generiert, werden Ende 2023 im Rahmen eines Dringlichkeitspapiers veröffentlicht.
  3. Nachhaltige und technologische Schulungsmaßnahmen sowie soziale und kulturelle Verantwortungspraktiken sollen bis 2027 für die Hauptakteure der EFA geschaffen sowie durchgesetzt werden.
  4. Förderung der Gen Z als führende Kraft der Wertschöpfung im digitalen, zirkulären und sozialen Wandel der Modeindustrie.

„Mode muss sich im kulturellen und sozialen Kontext weiterentwickeln, um relevant zu bleiben. Es ist u.a. die Aufgabe der Fashion Councils, eine neue Generation von Designer:innen zu fördern und zu unterstützen. Die jungen Kreativen haben die Fähigkeit, das System Mode nachhaltig und innovativ zu verändern“, so Christiane Arp, Vorstandsvorsitzende der Fashion Council Germany.

Kollaboration als Zukunftsmodell für Wandel

Um Veränderungen tatsächlich voranzutreiben, sollen diese Zielsetzungen in den nächsten zwei bis drei Jahren in konkrete Aktionspläne und politische Rahmenbedingungen übersetzt werden. Allerdings ist Wandel ebenso davon abhängig, inwieweit ein solides Verständnis für die Bedürfnisse und Herausforderungen der kreativen Interessengruppen herrscht.

„Die European Fashion Alliance ist ein wichtiges und starkes Netzwerk welches – wie kein anderes – einen Beitrag zur Veränderung der europäischen Modebranche leisten kann. Veränderung geht nicht im Alleingang. Es ist ein Zusammenspiel der Branche und genau das ist EFA. Wir haben ein Instrument geschaffen, dass sich in den kommenden Jahren beweisen wird“, so Scott Lipinski, CEO der Fashion Council Germany.

Zum Ausbau dieser Position wird die EFA 2023 eine europaweite Umfrage unter seinen Mitgliedern durchführen. Es gilt die Bedürfnisse und Herausforderungen von jeglichen branchenbezogenen Akteuren zu identifizieren. Einerseits will die EFA so einen neuen politischen Rahmen als Reaktion auf das EU-Bekenntnis zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft im Zusammenhang mit der Modebranche schaffen. Andererseits will sie sowohl kreativen als auch wirtschaftlichen Akteuren ein besseres Verständnis für die europäische Gesetzgebung ermöglichen.

Wieso die European Fashion Alliance ein branchenübergreifendes Exempel statuiert

Die Zusammenarbeit der Mitglieder der EFA ist zukunftsweisend. Sie klärt auf, was Nachhaltigkeit bedeutet, fördert Kreativität, treibt Innovation voran und erweckt Gefühle von Verantwortung sowie Wertschätzung. Besonders wichtig ist allerdings, dass sich nicht nur der Inhalt der Mode, sondern auch ihre Regeln und Ziele ändern. Dass sich ein neues kulturelles Verständnis etabliert: Was kann Mode für das Individuum, die Gesellschaft und unseren Planeten tun. Die EFA beweist aktuell, dass Veränderung möglich ist. Und kann so als gutes Beispiel für andere Branchen vorangehen.

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