Nachhaltige Kreditkarten: Warum es sich lohnt, zu einer nachhaltigen Bank zu wechseln

Nachhaltigkeit à la carte! Wir erklären warum, nachhaltige Kreditkarten den Unterschied machen und haben die besten ökologisch Bank-Anbieter verglichen

nachhaltige Kreditkarte
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Autor: Haus von Eden

Durch die Digitalisierung ist das Einkaufen nicht nur mühelos geworden, sondern auch um einiges schneller. Man muss nicht einmal mehr sein Portemonnaie aus den Tiefen seiner Handtasche heraus kramen. Einfach mal kurz Handy raus, ans Kartenlesegerät halten und pling: Der Kaufvorgang ist abgeschlossen. Im Schnitt nutzt jede in Deutschland lebende Person seine Bankkarte acht Mal am Tag und dass sogar meistens in digitaler Form. Wenn wir die Plastikkarte, sowieso kaum nutzen, warum dann überhaupt auf eine nachhaltige Kreditkarte setzen?

Innerhalb eines Jahres werden deutsche Unternehmen mit circa 1,1 Billionen Euro von verschiedenen Kreditinstituten unterstützt. Die Bank schafft dadurch einen gesellschaftlichen Mehrwert und unterstützt gleichzeitig Stiftungen und Institutionen ihrer Wahl. Bei welcher Bank wir uns ein Konto anlegen und eine nachhaltige Kreditkarte beantragen steht also in direkter Verbindung dazu, wie wir unsere Gesellschaft unterstützen.

Was ist eine nachhaltige Kreditkarte?

Zwar gibt es bereits Karten, die beispielsweise aus Holz bestehen, aber das Material ist nicht entscheidend dafür, ob ein Bezahlkärtchen umweltfreundlich ist. Der entscheidende Punkt, der eine Kreditkarte nachhaltig macht, ist nämlich die Auswahl der richtigen Bank. Dabei passen die meisten gängigen Banken leider nicht mit dem Stichwort Nachhaltigkeit zusammen. Oft vergeben die Big Player nämlich Kredite, die unserem Ökosystem schaden. Unser Geld arbeitet dann nicht für uns, sondern gegen uns und somit gegen eine grünere Zukunft.

Nachhaltige Banken: Das zeichnet sie aus

Alle deutschen Banken arbeiten mit dem Geld, welches wir ihnen anvertrauen im Hintergrund. Das bedeutet, dass sie damit Kredite an Unternehmen aber auch an Privatpersonen vergeben und so durch Zinsen einen Gewinn erwirtschaften. Sie selbst entscheiden, welche Unternehmen und Projekte sie unterstützen möchten. Während die großen Banken oft Kredite vergeben, die zur Gewinnförderung beitragen, achten nachhaltige Banken darauf fair, ökologisch und sozial verantwortlich zu handeln.

Grünen Banken ist wichtig, dass unser Geld einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellt und Unternehmen unterstützt, welchen beispielsweise der Klimaschutz wichtig ist. Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle und bestimmte Branchen werden bei der Kreditvergabe erst gar nicht in Betracht gezogen.

Diese Branchen und Praktiken sind ein No-Go bei der Kreditvergabe:

  • Atomkraft
  • Kohle- und Ölindustrie
  • Rüstungsunternehmen
  • Tabakindustrie
  • Industrielle Tierhaltung
  • Kinderarbeit
  • Menschenrechtsverletzung
  • Gentechnik

Warum sollte man sich für eine nachhaltige Kreditkarte entscheiden?

Banken, die eine nachhaltige Kreditkarte anbieten, sind transparent. Da unsere Karte im engen Bezug zu unserem Bankanbieter stehen, sollten wir vor allem darüber informiert sein, wofür unser Geld eingesetzt wird. Die meisten bekannten Institute legen kaum offen, an wen Kredite vergeben werden, oder stellen nur bestimmte Projekte in den Vordergrund. Grüne Banken allerdings informieren sehr genau darüber, wie unser Geld eingesetzt werden und damit auch wen und welche Werte wir indirekt unterstützen.

Auch wenn unsere Kreditkarte nicht direkt für eine bessere Zukunft verantwortlich ist, kann unsere Bank dies sein. Durch Förderung des Ausbaus nachhaltiger Energieversorgung wie dem Bau von Windrädern wirken Banken der Klimakrise entgegen. Außerdem gleichen sie ihren CO2-Ausstoß meist selbstständig aus. Natürlich sind dies nur kleine Schritte, allerdings fühlt man sich schon besser, zu wissen, dass unser Geld nicht aktiv an die Verschwendung von kostbaren Ressourcen unterstützt und der Verschmutzung des Planeten beisteuert.

Wie bereits erwähnt macht nicht das Material der Kreditkarte diese umweltfreundlich. Nichtsdestotrotz setzen nachhaltige Banken auf umweltfreundliche Materialien wie Holz oder pflanzliche Rohstoffe, die sich leichter wieder abbauen. Bedenkt man wie viele Deutsche eine Plastikkarte mit sich rumtragen, kann das schon einen deutlichen Unterschied machen eine nachhaltige Kreditkarte zu verwenden.

Die Top 5 nachhaltige Banken laut des "Fair Finance Guide Deutschland":

  1. GLS
  2. EthikBank
  3. Triodos
  4. Tomorrow
  5. KD-Bank

Nachhaltige Kreditkarten und ihre Banken im Vergleich:

1. GLS

Ganz nach dem Motto „Geld ist für die Menschen da“ handelt diese nachhaltige Bank und möchte der Gesellschaft etwas Gutes tun, indem sie neue soziale und ökologische Angebote schafft. Kredite werden nur an Unternehmen aus diesen Bereichen vergeben: Nachhaltige Wirtschaft, Soziales und Gesundheit, Erneuerbare Energien, Ernährung, Bildung und Kultur und Wohnen.

Privatkund:innen haben die Auswahl zwischen drei verschiedenen nachhaltigen Kreditkarten. Es gibt die ClassicCard, die Visa BasicCard und die GoldCard. Bei der BasicCard handelt es sich um eine Prepaid-Karte. Alle drei Varianten bestehen aus Bio-Kunststoff.

Gebühren: zwischen 30 und 85 Euro (für Mitglieder sind die Mastercard Classic und die Visa BasicCard kostenlos. Die Mastercard Gold erhält man ermäßigt für 36,00 Euro
Verfügungsrahmen: Bonitätsabhängig
Vertrag abschließen: gls.de

GLS Holzkarte wird in der Handgehalten

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2. EthikBank

Volle Transparenz ist hier die Devise. Selbst bezeichnet sich das Finanzunternehmen als „gläserne Bank“. Jede:r Kund:in hat die Möglichkeit nachzuvollziehen, wofür die Bank ihr Geld nutzt. Die Kreditvergabe wird online nämlich offen gelegt. Grundsätzlich ist der Bank wichtig, ihre Kredite an Konzerne zu vergeben, bei denen Mensch, Tier und Natur unbelastet bleiben.

Für Privatpersonen gibt es drei verschiedene nachhaltige Kreditkarten zur Auswahl. Dienstleister ist Mastercard und Karteninhaber haben die Wahl zwischen der BasicCard, ClassicCard und der GoldCard. Jedes Kreditkartenmodell hat natürlich ihre eigenen Vorteile.

Gebühren: zwischen 25 und 65 Euro pro Jahr
Verfügungsrahmen: Zwischen 2500 und 5000 Euro
Vertrag abschließen: ethikbank.de

3. Triodos

Als führende Nachhaltigkeitsbank in Europa fördert das Unternehmen sozialen, ökologischen und kulturellen Wandel. Schon seit 40 Jahren fördern sie den Ausbau von erneuerbaren Energien. Absolutes No-Go zur Vergabe von Krediten umfasst Unternehmen die in Waffen, Tabak, Glücksspiel involviert sind und oder nicht nachhaltige Produktionsprozesse oder Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Kinderarbeit oder Korruption fördern.

Eine Kreditkarte aus pflanzlichen Rohstoffen bei der Triodos Bank hat vor allem den Vorteil, dass man überall gebührenfrei Bargeld abheben kann. Allerdings ist man verpflichtet ein Giro-Konto bei der niederländischen Bank abzuschließen. Triodos bietet nur eine Kreditkarte an.

Gebühren: 39 Euro jährlich
Verfügungsrahmen: max. 2 Monatsgehälter bzw. 5000 Euro
Vertrag abschließen: Triodos.de

4. Tomorrow

Keine Bank, dafür aber ein Bankanbieter. Durch eine Kooperation mit der Berliner Bank Solaris SE, wird der Traum von endlosem Geld ausgeben trotzdem möglich – zumindest bis der Kreditkartenlimit erreicht ist. Das Unternehmen orientiert sich am Sustainable Developement Guide der UN und investiert in nachhaltige Aktienfonds.

Die VISA-Debitkarte ist weltweit einsetzbar und man hat sogar die Möglichkeit, nebenbei ganz einfach das Klima zu beschützen. Ab einem Einkauf von 10 Euro wird das Ökosystem in Afrika unterstützt. Kleiner Pluspunkt noch am Rande: Bei Tomorrow gibt es Kreditkarten aus Holz.

Gebühren: 187 Euro pro Jahr
Verfügungsrahmen: 3.000 Euro täglich und 10.000 Euro monatlich
Vertrag abschließen: tomorrow.de

nachhaltige Kreditkarte mit Giraffenprint von Tomorrow Bank

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5. Bank für Kirche und Diakonie:

Die KD ist eine Genossenschaftsbank. Mitglieder sind hauptsächlich Einrichtungen der Evangelischen Kirche und der Diakonie. Dementsprechend handelt das Finanzinstitut nach christlichen Werten. Wichtig ist ihnen die Finanzierung von Lebensqualität im Alter, bezahlbarer Wohnraum, Gemeindeleben, Gesundheit und Bildung. Laut des aktuellen „Fair Finance Guides“ belegt sie den fünften Platz in puncto Nachhaltigkeit.

Ebenso wie die GLS und die EthikBank bietet die KD, drei verschiedene Kreditkarten an. Die BasicCard, ClassicCard und GoldCard, jeweils von der VISA oder Mastercard unterstützt. Der Nutzer kann selbst entscheiden welche Lizenz er fördern möchte.

Gebühren: zwischen 20 und 60 Euro
Verfügungsrahmen: 2000 Euro
Vertrag abschließen: kd-bank.de

Wie wähle ich die richtige nachhaltige Kreditkarte aus?

Du hast dich entschlossen, eine nachhaltige Kreditkarte zu beantragen? Super. Achte bei der Auswahl des Anbieters darauf, dass die Bank, bei der du zukünftig unter Vertrag stehst, mit deinen Werten übereinstimmt. Informiere dich am besten über die Nachhaltigkeitsseite über Projekte, die unterstützt werden. Ebenso kannst du auf die Seite des „Fair Finance Guide“ gehen und dich über die verschiedenen Banken informieren.

Die Institution schafft mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Banken und Privatnutzer können einsehen, welche Banken bereits nachhaltig handeln. Unter anderem sind nicht nur die oben genannten Banken aufgeführt, sondern auch die gängigen großen Einrichtungen.

Fazit: Nachhaltige Kreditkarten und ihre Banken als faire Alternative

Wem eine gerechte Welt wichtig ist, der sollte auf jeden Fall zu einem nachhaltigen Bankanbieter wechseln. Denn sie schaffen einen großen Mehrwert für die Gesellschaft und formen maßgeblich unsere Zukunft zu einer besseren. Wer sein Geld also umweltfreundlich für sich arbeiten lassen will, sollte schnellstens auch auf eine nachhaltige Kreditkarte setzen.

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