Warum Plastik das große Problem in unserem Haushalt ist

Die Gründer von klaeny erklären wie Verbraucher die Macht haben bestehende Wirtschaftssysteme zu verändern und die Welt dadurch sauberer zu machen

Im Interview mit Nicolas Pless & Jannes Meier

Plastikflasche

Autor: Haus von Eden

Berliner Start-up klaeny erfindet die Haushaltsroutine neu. Mit ihren umweltfreundlichen Reinigungstabs haben Nicolas Pless und Jannes Meier eine innovative Lösung gefunden, um die Haushaltsroutine frei von Mikroplastik und Schadstoffen zu gestalten. Im Gespräch mit Haus von Eden erklären die zwei Gründer warum sie Plastik den Kampf ansagen:

Erzählt uns über Euch, was hat Euch dazu bewegt klaeny zu gründen?

Nicolas: Jannes und ich sind Ende 2019 mit der Mission gestartet, Mikroplastik und Einwegplastikflaschen aus privaten Haushalten zu verbannen. Für mich kam der Erweckungsmoment vor drei Jahren. Während meines Auslandsaufenthalts in China wurde ich mit der extremen Plastikverschmutzung im Land konfrontiert und beschloss: Hier muss sich etwas ändern – und zwar nicht nur in China, sondern weltweit.

Ich hatte mich schon lange gefragt, wieso Putzmittel immer so aufwendig in Plastik verpackt sein müssen – vor allem, wenn man bedenkt, dass sie zum Großteil aus Wasser bestehen, das jede/r aus der Leitung zuhause bekommen kann. Muss ein sauberes Zuhause auch zu einer Belastung für die Umwelt führen?

Das wollten wir ändern. Jannes und ich haben uns zusammengesetzt und Ideen entwickelt. Wir haben mit innovativen Reinigungsmitteltabs angefangen, die sich in Wasser auflösen, ohne Mikroplastik hergestellt und mit den bestmöglichen Inhaltsstoffen versehen sind. Nun gibt es mittlerweile auch nachhaltiges Waschmittel in unserem Sortiment. Dieses kommt mit über 50% weniger Chemie als herkömmliche Waschmittel aus. Besonders stolz sind wir auf unser "Blauer Engel"-Zertifikat.

klaeny gründer

klaeny Founder Jannes und Nicolas, Quelle und Copyright by klaeny

Jannes: Wir sind der Meinung, dass die Verbraucher*innen über die Macht verfügen, bestehende Wirtschaftssysteme zu verändern. Wir selbst können entscheiden, welche Produkte wir konsumieren und welche nicht. Dadurch nehmen wir unmittelbar Einfluss auf die Produktionskette und können so Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden und Kundinnen die Welt sauberer machen und beginnen damit direkt bei uns Zuhause.

Wie war der Entwicklungsprozess bis zum ersten fertigen Tab?

Zu Anfang haben wir uns noch selbst hingesetzt und herumexperimentiert. Dann haben wir uns aber professionelle Hilfe von Entwicklungslaboren geholt. Nicolas hat sich bereits während seines Studiums der Chemie und Verfahrenstechnik unter anderem mit dem Kunststoffrecycling beschäftigt und ist bei uns maßgeblich für die Produktentwicklung verantwortlich.

Warum sind herkömmliche Reinigungsmittel nicht ganz so umweltfreundlich?

Das liegt an zwei Aspekten, den Flaschen und dem Transport der Produkte. In meinen Augen ist es unsinnig, Reinigungsmittel in Einwegplastikflaschen, die oftmals zu mindestens 90% mit Wasser und wenig Wirkstoff gefüllt sind, durch die Gegend zu transportieren, beispielsweise über die Autobahnen in die Verbrauchermärkte. Dadurch entstehen enorm hohe CO2-Emissionen und der Energieverbrauch ist einfach viel zu hoch. Wir sparen mit unserer Lösung im Vergleich zu herkömmlichen Reinigungsmitteln über 94% CO2 ein und ermöglichen gleichzeitig, den Konsum von Einwegplastik extrem zu reduzieren.

Wie energieaufwendig oder umweltbelastend ist die Herstellung eurer Tabs?

Unsere Reinigungsmitteltabs werden nicht hergestellt, indem Wasser aus herkömmlichem Reinigungsmittel entzogen wird, wie teilweise angenommen. Die Ausgangsstoffe liegen bereits in natürlicher Form als Pulver vor. Der Energieaufwand zum Pressen einer Tablette sowie der Transport dieser Tablette von der Produktionsstätte zum Endkunden ist im Verhältnis zum Energieaufwand des Transports einer befüllten Reinigungsmittelflasche um 90% geringer.

Klimaneutral und Kreislaufwirtschaft, sind das Themen für Euch?

Wir folgen dem Prinzip “Reduce - Reuse - Recycle”. Wir reduzieren den durch die Haushaltsreinigung entstehenden Müll, benutzen wiederverwendbare Flaschen, setzen auf eine umweltschonende Herstellung der Materialien und stellen Produkte her, die recyclebar sind bzw. zum Großteil bereits aus recycelten Ressourcen produziert wurden. Auch bei unseren Verpackungen achten wir auf den Umweltaspekt: Wir nutzen innovative Weidegraskartons, mit denen wir bis zu 96% Wasser in der Herstellung einsparen können. Unsere Waschmittelverpackung ist zudem kompostierbar.

Aktuell versuchen wir in jedem Aspekt unserer Arbeit klimaneutral zu agieren. Im Konkreten heißt das, dass wir unsere Emissionen mit der Unterstützung klimarelevanter Projekte ausgleichen. Gemeinsam mit der Organisation “The Eden Reforestation Projects” pflanzen wir für jede Bestellung einen Baum. Durch diese Zusammenarbeit tragen wir gleichzeitig zur Verringerung der extremen Armut in einigen Schwellenländern bei. Darüber hinaus haben wir uns dazu entschieden, die Initiative “theoceancleanup” mit Spenden zu unterstützen. Sie befreit die Ozeane von achtlos entsorgtem Einwegplastik; dieses Projekt liegt uns ebenfalls sehr am Herzen. Langfristig ist es jedoch unser Ziel, nicht nur klimaneutral, sondern klimapositiv zu sein.

kleany starter set

Starter-Set, Quelle & Copyright by klaeny

Auf welche Schadstoffe in Reinigungsmitteln müssen Nutzer*innen besonders achten?

Verbraucher*innen sollten bei der Wahl ihrer Reinigungsmittel auf den Alkoholgehalt, Biozide und Mikroplastik achten. In unseren Augen liegt die größte Umweltbelastung bei herkömmlichen Reinigungsmitteln jedoch in der Tatsache, dass die Einwegplastikflasche des Reinigers im Hinblick auf ihren Lebenszyklus bereits nach 2% ihrer möglichen Lebensdauer zu Abfall und damit entsorgt wird.

Nachhaltige Reinigungsmittel machen nicht richtig sauber und sind auch noch teurer, wie räumt Eure Marke diese Vorurteile aus dem Weg?

Bei einem Wechsel zu klaeny kann ein durchschnittlicher Haushalt bis zu 40% der Kosten einsparen und erzielt durch unsere Reinigungsmittel auch ohne Mikroplastik oder andere unnötige Chemie eine optimale Reinigungswirkung. Wir möchten ermöglichen, dass niemand Abstriche in Puncto Preis oder Sauberkeit machen muss. Wir bieten Verbraucher*innen eine nachhaltigere Alternative, indem sie unsere wiederverwendbaren Sprühflaschen einmalig erwerben und zukünftig nur noch unsere Reinigungsmitteltabs nachkaufen können.

Wer putzt bei Euch zu Hause die Wohnung und habt ihr einen Putztipp für unsere Leser?

Nicolas: Wir putzen beide zuhause. Es ist aus vielerlei Hinsicht natürlich wichtig, dass wir unsere Produkte auch selbst nutzen. Nicht nur, weil wir die Reinigungskraft dann prüfen und guten Gewissens unseren Kundinnen und Kunden anbieten können, sondern auch um selbst Einwegplastik in unseren Haushalten einzusparen. Denn das ist unsere Mission, hinter der wir beruflich sowie privat stehen.

Jannes: Glasscheiben putze ich fast am liebsten, weil man dort den “Vorher-Nachher”-Effekt am deutlichsten sehen kann. Nach der Reinigung empfehle ich, mit einem Abzieher zu arbeiten und das Fenster ggf. zusätzlich mit einem trockenen Tuch streifenfrei zu wischen.

Was können wir von Euch in Zukunft erwarten?

Zu viel wollen wir noch nicht verraten, aber wir haben noch viel vor! Wir nehmen uns das Kundenfeedback zu Herzen und entwickeln sowohl die aktuellen Produkte weiter als auch neue Produkte. Zudem stehen in den Regalen der Einzelhändler immer noch viel zu viele herkömmliche Reinigungsmittel in Einwegplastikflaschen. Das muss sich ändern und dafür werden wir uns auch in Zukunft, mit innovativen und reinigungsstarken Alternativen, einsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch. Mehr über klaeny finden Sie hier

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