Globale Erwärmung und zukünftige Zielwerte

Klimabedingte Risiken hängen von der Geschwindigkeit der zukünftigen Erwärmung ab. Ein Anstieg auf 2,0 Grad führt laut IPCC zu erheblichen Veränderungen.

Erderwärmung, Klimawandel
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Menschliche Aktivitäten haben bisher eine globale Erwärmung von 1,0 Grad, gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung, verursacht. Falls diese Entwicklung weiter anhält, kann die globale Erwärmung in 2030 bereits 1,5 Grad erreichen. Ein Anstieg auf 2,0 Grad könnte verheerende Auswirkungen haben. Umso wichtiger wird ein nachhaltiger Lifestyle und der bewusste Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Die Folgen des Klimawandels

Die Folgen der globalen Erwärmung für natürliche und menschliche Systeme sind eindeutig zu beobachten. Viele Land‐ und Meeresökosysteme haben sich aufgrund der globalen Erwärmung verändert. Hitzeextreme, Starkniederschläge und Dürre sind die spürbaren Konsequenzen. In küstennahen Gebieten drohen zudem Versalzung und Überschwemmung. Einzelne Inseln drohen sogar ihre Existenz zu verlieren.

Entwicklungsländer sind davon besonders stark betroffen, da dort Wetterextreme zu einer vermehrten Armut führen. Hilfsgelder reichen oftmals nicht für den Rück- und Wiederaufbau. Aber auch die Industriestaaten haben die klimabedingten Wetterextreme zu spüren bekommen. Schneestürme in den USA, Hitzextreme in Europe, Waldbrände in Australien, um nur einige Vorfälle der letzten Jahre zu nennen.

Klimaforscher Andres Levermann geht davon aus, dass nun auch Küstenstädte wie Hamburg, Venedig, Tokyo, Shanghai und New York konkret bedroht sind, sofern die Kipppunkte ihre Grenzwerte überschreiten.

Kipppunkte sind Stellen im Klimasystem die durch geringe äußere Einflüsse, z.B. eine erhöhte Erwärmung, irreversible Veränderungen der Natur nach sich ziehen. Ein Dominoeffekt kann dann zur einer Beschleunigung des Klimawandels führen. Beispiel dafür sind das Abschmelzen von Eis in der Arktis oder die Entwaldung des Regenwaldes.

Welche Länder und Bereiche verursachen CO2-Emissionen?

Ein Anstieg der globalen Erwärmung auf 2,0 Grad, würde weitreichende Folgen nach sich ziehen. Insbesondere der Anstieg des Meeresspiegels und die Gletscherschmelze, würden Umwelt und Mensch einem gefährlichen Klimawandel aussetzen. Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen erfordert rasche Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft, erklärte der Weltklimarat IPCC in seinem „Sonderbericht zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad”.

Es gehe um eine drastische Reduktion der Emissionen in den Bereichen Energie, Industrie, Gebäude, Transport in den Städten und auf dem Land. Denn diese machen den Großteil der Treibhausgase aus. Weltweit haben wir in 2019 rund 41 Mrd. Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Davon 50% durch Strom- und Wärmeerzeugung, 20% durch den Transport und 20% durch die industrielle Produktion.

Dabei werden fast 70% der Treibhausgase allein durch sechs Nationen verursacht, dazu gehört auch Deutschland. Auch wenn Deutschland es geschafft hat seinen Treibhausgasausstoß in den letzten Jahren zu reduzieren, folgen Länder wie China, USA und Indien nicht. Zuletzt ist die USA sogar aus dem Pariser Abkommen ausgestiegen. Ein Übereinkommen aus dem Jahr 2015 zwischen 195 Nationen, darüber die globale Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten.

CO2-Emissionen im internationalen Vergleich

Globale Erwärmung: Graphik mit CO2-Emissionen im internationalen Vergleich

Quelle: BP Statistical Review of World Energy, CO2-Emissionen in Mio. Tonnen

Klimaneutralität bis 2050

Um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssten bis zum Jahr 2030 die Emissionen im Vergleich zum Jahr 2010 um 45 Prozent gesenkt werden - und spätestens bis zum Jahr 2050 müsse der Kohlendioxidausstoß klimaneutral sein, so der IPCC.

Dies könne beispielsweise durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien oder der Aufforstung von Wäldern erreicht werden. Die technischen Mittel seien gegeben, es fehle lediglich am Ehrgeiz, so Petteri Taalas, Generalsekretär der Weltwetter-Organisation.

Die folgende Grafik aus dem BP Energy Outlook zeigt die Ursachen für die Treibhausgase deutlich. Energieverbrauch, wachsende Bevölkerung und Wohlstand führen unter den derzeitigen Bedingungen bis zum Jahr 2040 zu weiter ansteigenden Kohlendioxid-Werten.

Eine Reduktion um 40% oder mehr kann primär durch einen CO2-reduzierten Energieverbrauch, sowie Effizienzsteigerung im Industrie- und Transportsektor erreicht werden. Vor allem also durch den Einsatz von Erneuerbaren Energien sowie einer kohlenstoffarmen Produktion und Infrastruktur.

Haupttreiber für CO2-Emissionen

Erforderliche Maßnahmen für eine Reduktion der Emissionen um 40% bis 2040

Globale Erwärmung, Haupttreiber für CO2-Emissionen

Quelle: BP World Energy Outlook Carbon Emissions beyond 2040, Szenario ET (ohne Maßnahmen) vs. RT (mit Maßnahmen), CO2-Emissionen in Gt

Politik, Menschen und Wirtschaft sind gleichermaßen gefragt

Klimawandelfolgen und ‐reaktionen sind eng mit nachhaltiger Entwicklung verbunden, die das gesellschaftliche Wohl, wirtschaftlichen Wohlstand und Umweltschutz miteinander in Einklang bringt. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Agenda 2030, United Nations Sustainable Development Goals, SDGs) bieten einen anerkannten Rahmen zur Bewertung der Verknüpfungen, zu denen die Armutsbeseitigung, die Verringerung von Ungleichheiten und der Klimaschutz gehören.

Doch auch jeder Einzelne ist gefragt und kann dazu beitragen den Klimawandel zu verlangsamen. Allein im Alltag gibt es unzählige Möglichkeiten mit kleinen Dingen zu beginnen, um unseren Planeten zu erhalten. Lesen sie hierzu unsere Infographik mit den 5 ultimativen Tipps für den Klimaschutz.

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