Best Practice: Alles was man über transparente Lieferketten wissen muss

Herausforderung und Chance zugleich: Lösungsansätze für transparente Lieferketten in der Modebranche

supply chain
Source & Copyright by Elkline

Autor: Haus von Eden

Recycling, Resale und grüne Capsule Collections sind trendweisende Schlagworte, die aktuell den Zeitgeist der Modeindustrie bestimmen. Aber was sagen diese oberflächlichen Begriffe überhaupt aus? Es gibt zu wenig Know-How auf Seiten der Konsument*innen, während auf Unternehmensseite zu viel Greenwashing betrieben wird. Ein Problem, für das es allerdings eine Lösung gibt: Transparenz. Genauer: Transparente Lieferketten - Ein Weg, mit dem Firmen besser ihren ökologischen Footprint kontrollieren sowie Verbraucher*innen bewusstere Entscheidungen für verantwortungsvolle Mode treffen können.

Was ist eigentlich eine transparente Lieferkette?

Mit steigendem gesellschaftlichem Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ethik, erhöht sich auch das Interesse für Einblicke in den Wertschöpfungsprozess von Produkten. Und genau darum geht es bei einer transparenten Lieferkette. Während der Terminus "transparente Lieferkette" irgendwie kryptisch klingt, beschreibt er klar, dass jegliche Information rundum ein Produkt offenkundig dargestellt werden muss.

Durch transparente Lieferketten lässt sich nachvollziehen, an welchem Standort ein Produkt woraus und unter welchen Bedingungen hergestellt wurde. Darüber hinaus zeigt es auch, welchen Weg das Produkt von dieser Location bis hin zu den Endkonsument*innen hinter sich gelegt hat. Kurzum lassen sich so drei kompromisslose Säulen für eine transparente Lieferkette definieren:

  1. Die Quelle der Rohstoffe oder Materialien
  2. Die Fabriken inklusive ihrer Produktionsprozesse
  3. Das Vertriebsnetz

Durch Transparenz haben Konsument*innen also die Chance, Auskünfte über komplexe Prozesse zu erlangen. Dazu gehört Wissen darüber, wie Rohstoffe angebaut oder gewonnen werden und ob die Ressourcen anschließend bewusst eingesetzt werden. Auch darüber, ob sich eine produzierende Fabrik an strikte Standards gegen Zwangs- sowie Kinderarbeit hält und nicht zuletzt ob für den Transport eine emissionsarme Flotte genutzt wird.

Was kann eine transparente Lieferkette für die Modebranche bedeuten?

Dass das Stichwort Transparenz insbesondere in der Modebranche relevant ist, ist kein Wunder. Weltweit werden jährlich mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke verkauft, die zu großen Teilen aus Ländern des globalen Südens stammen. Standards fraglich. Die dabei entstehenden CO2 Emissionen belaufen sich auf 2,1 Milliarden Tonnen. Von denen 70% entlang des Produktionsprozesses entstehen. Bedeutet: Die Supply Chain hat den größten Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck der Modebranche.

Wie lässt sich die Komplexität von Lieferketten reduzieren?

In erster Linie ist es wichtig, sich auf eine kleine Anzahl an Hauptlieferant*innen zu verlassen, um die Komplexität von Lieferketten zu reduzieren. Wie das geht, zeigt zum Beispiel die Fair Fashion Brand Elkline. Mit nur 11 Suppliern hat die Marke eine eher geringe Anzahl Produzent*innen, und somit auch eine überschaubare Lieferkette, die an die Produzent*innen anknüpft und eine enge, langjährige und verlässliche Zusammenarbeit verspricht.

Bettina Bothe, Head of Brand bei Elkline, bestätigt, dass viele kleine Hersteller*innen eine bessere Kontrollmöglichkeit über die Produktion gibt und somit eben auch die Gewährleistung ethischer sowie nachhaltiger Standards. Bei Elkline seien dabei Qualität und Nachhaltigkeit die wichtigsten Auswahlkriterien.

"Bei neuen Lieferant*innen schauen wir auf vorliegende Auditierungen und Zertifikate. Außerdem gibt es einen Code of Conduct, welcher unter anderem die Einhaltung von Sozialkriterien einfordert. Dieser muss von neuen Lieferant*innen akzeptiert und eingehalten werden", erklärt Bettina Bothe weiter. Ebenso wichtig sei, dass Lieferant*innen von der Größe und Mindset zu der Marke passen, um eine gemeinsame, längerfristige Entwicklung anstreben zu können.

Quelle & Copyright Elkline

Neben CO2 Emissionen belastet die Modebranche die Umwelt zusätzlich durch Wasser- sowie Energieverschwendung und den Gebrauch toxischer Chemikalien. Diese verunreinigen Wasser, gefährden die Gesundheit und zerstören Ökosysteme. Hier spielt Innovation eine große Rolle, um alternative Techniken und nachhaltige Materialen zu entwickeln.

Im Hinblick auf Stoffe geht es auch bei Elkline vor allem um den Willen, sich stetig weiterzuentwickeln sowie zu verbessern. So kommen zum Beispiel statt konventionellem Polyestermaterial recyceltes Polyester und statt toxischen Druckfarben eco-friendly Dyes zum Einsatz. "Innovation ist fast für jede Modemarke von Bedeutung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bekleidung muss nicht jeden schnellen Mode-Peak mitmachen, aber trotzdem zeitgemäß sein", ergänzt Bettina Bothe.

 Was genau macht eine transparente Lieferkette aus?

Im Gegensatz zu intransparent agierenden Unternehmen, gewährleisten Firmen mit transparenter Lieferkette ihren Konsument*innen einen holistischen Einblick in ihre Maßnahmen und Aktionen. Empowerment für bewusste Verbraucher*innen. Weitere Vorteile einer transparenten Lieferkette sind:

  • Aufrechterhaltung ethischer und nachhaltiger Standards
  • Rückverfolgbarkeit von Produkten
  • Zero Tolerance für Zwangs- und Kinderarbeit
  • Faire Arbeitsbedingungen und Löhne
  • Überprüfbarkeit von Materialien
  • Ressourcenschutz
  • Respektvoller Umgang mit allen Stakeholder*innen (Zulieferer*innen, Hersteller*innen etc.)

Mit einem QR-Label Kleidung authentisch herstellen

Elkline ist ein Unternehmen mit Vorbildfunktion in Sachen Transparenz. Das Hamburger Fair Fashion Label übernimmt seit bereits 20 Jahren soziale, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung. Bevor es en vogue war. Getrieben durch den Wunsch nach nachhaltiger Entwicklung innoviert die Brand und setzt neue Standards in der Modebranche. Dazu arbeitet Elkline seit 18 Jahren eng mit seinen Lieferant*innen, beispielsweise von Greenpeace, zusammen und vertreibt ausschließlich Mode, die im Einklang mit Ethik und Nachhaltigkeit stehen.

Elkline_Carelabel_mit_QR_Code

Source & Copyright by Elkline

Angetrieben durch die Erkenntnis, dass Konsument*innen gerne informiert sein wollen, um bewusste Kaufentscheidungen zu treffen, hat das Unternehmen das Elkline Care-Label entwickelt. Neben Pflegehinweisen enthält das Label nämlich auch Informationen über nachhaltige sowie ethische Siegel und zur Lieferkette. Wer Lust auf einen Deep Dive in die Herkunft seiner Kleidung hat, kann also einfach den im Care-Label enthaltenen produktspezifischen QR-Code per Smartphone scannen und in der Open Source Map die Lieferkette live nachverfolgen.

"Unsere Kund*innen sollen erfahren, wie viele Menschen daran beteiligt sind, bis die Produkte bei uns im Store zu kaufen sind. Dadurch wünschen wir uns, dass ein Kleidungsstück wertgeschätzt, gepflegt und lange getragen wird. Außerdem möchten wir zeigen, dass wir alle gemeinsam noch auf dem Weg sind, die Umwelt- und Arbeitsbedingungen bei der Produktion unserer Kleidung zu verbessern. Gleichzeitig zeigen wir mit dem QR-Label authentisch, wie Kleidung hergestellt wird", erklärt Bettina Bothe.

Nicht zuletzt sind Vertrauen und das Miteinander essentiell

Für Elkline ist Transparenz in der Lieferkette das wichtigste Kriterium, um handlungsfähig zu sein und Verbesserungen hinsichtlich sozialer sowie ökologischer Aspekte vorzunehmen. Nur so lassen sich persönliche Kontakte zu Produzent*innen pflegen - das nachhaltige Fashion Label kennt alle Produktionen aus eigener Anschauung und arbeitet auf Augenhöhe mit den Menschen zusammen.

Der Benefit: Gemeinsame Umsetzung beidseitiger Wünsche und Verbesserungen zum Thema Nachhaltigkeit. Und durch die Open Source Map kann diese Transparenz der Lieferkette eben auch an die Kund*innen weitergegeben werden. Sie können sich holistisch darüber informieren, welchen Weg das Produkt hinter sich hat und zusätzlich Fotos der Orte sowie der Arbeiter*innen ansehen.

Auch saisonale Trendbereitschaft und Wegwerfmentalität zeigen, wie wichtig transparente Lieferketten überhaupt sind. Immerhin verstärken diese den blinden Konsum und damit auch die Bereitschaft von Unternehmen, schneller und mehr zu produzieren. Zum Zweck der Profitmaximierung, aber auf Kosten der Umwelt und vieler Menschen. Zu guter Letzt gilt also der Appell an Brands, Vertrauen zu schaffen. Zu Lieferant*innen und Konsument*innen, indem sie partnerschaftliche Beziehungen pflegen und offenlegen. So ist es möglich, den Weg gemeinsam zu gehen.

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