Slow Fashion – 20 Tipps um den Trend einfach umzusetzen

Kaufen, Verkaufen, Leihen, Tauschen - dem bewussten Umgang mit Mode sind keine Grenzen gesetzt - Slow Fashion Tipps zum Schutz der Umwelt und Menschen

Slow Fashion, bewusst konsumieren
Quelle & Copyright by BITE Studios

Autor: Julia Schindler

Slow Fashion setzt ein Zeichen gegen die zunehmend in der Kritik stehende Fast Fashion. Marken, die jährlich eine Vielzahl von Kollektionen produzieren und diese zu billigen Preisen für den Mainstream zugänglich machen, agieren meistens weder nachhaltig noch ethisch. Das Prinzp: Niedrigpreise für Milliardenumsätze. Dies bedeutet, dass die Produktion oft umweltschädlich ist und die Arbeiter – insbesondere in Schwellenländern – unter gesundheitsschädlichen sowie unfairen Bedingungen funktionieren müssen.

Was bedeutet Slow Fashion?

Im Gegensatz zu Fast Fashion entschleunigt Slow Fashion die Prozesse in der Modeindustrie. So werden weniger Kollektionen produziert, um es zu gewährleisten, dass einerseits ressourcenschonend nachhaltige Materialien verwendet werden und dabei ebenso die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Zudem ermöglichen viele Marken Transparenz entlang ihrer gesamten Produktions- und Lieferkette. Auf diese Weise können sich Konsumenten informieren und bewusste Entscheidungen treffen.

Die Eckpfeiler des Slow Fashion:

  • Nachhaltige Materialien
  • Faire Arbeitsbedingung
  • Weniger Kollektionen
  • Transparenz

Slow Fashion ist Mode zum Schutz der Umwelt und der Menschen

Sich dafür zu entscheiden, Slow Fashion gegenüber Fast Fashion vorzuziehen, bedeutet nicht den Verzicht auf aktuelle Trends. Es bedeutet lediglich sich für qualitativ hochwertige Produkte aus exklusiven Materialien zu entscheiden, die zusätzlich den Erhalt unserer Umwelt sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen versichern. Beispielsweise gewährleistet es der Verzicht auf Chemikalien, dass Arbeiter nicht gesundheitsgefährdet sind und eine limitierte Anzahl an Kollektionen, dass keine natürlichen Ressourcen ausgebeutet werden.

BRAND-GUIDE

Mit unseren Slow Fashion Tipps können Sie den Trend ganz einfach umsetzen und sich so den Menschen und der Umwelt gegenüber verantwortungsbewusst benehmen. So geht’s:

Unsere Top 20 Slow Fashion Tipps:

1. Wählen Sie bewusst Slow Fashion Marken

Wählen Sie Modemarken, die ethisch und nachhaltig agieren. Informieren Sie sich, welche Modemarken jährlich nur ein bestimmtes Kontingent an Kollektionen designen und nachhaltige Materialien verwenden – diese Infos werden auf beinahe allen Websites angegeben. Indem Sie nachhaltige Marken unterstützen, werden andere Marken dazu gezwungen sich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen und in Zukunft mehr nachhaltige Mode anbieten.

2. Aktiv die Labels lesen

Lesen Sie die Labels der Kleidung, wenn Sie shoppen gehen. Viele Marken wie BITE Studios, Asket oder Gabriela Hearst machen den Gebrauch nachhaltiger Materialien für ihre Kunden transparent. Dies hilft Ihnen zusätzlich Greenwashing direkt zu erkennen und somit zu vermeiden.

3. Wählen Sie Textilien aus nachwachsenden Rohstoffen

Wählen Sie Bio-Baumwolle an Stelle von normaler Baumwolle. Diese versichert Ihnen, dass keine giftigen Pestizide verwendet wurden. Außerdem wird bei der Herstellung deutlich weniger Wasser verwendet als bei herkömmlicher Baumwolle. Tolle Alternativen sind auch Lyocell, Tencel und Moda.

4. Auf zertifizierte Textilien achten

Setzen Sie auf nachhaltige Stoffe wie Baumwolle, Leinen, Hanf sowie Wolle und finden Sie heraus, ob diese zertifiziert sind (z.B. GOTS-zertifiziert). Diese beurteilen verschiedene Aspekte für eine nachhaltigere Wertschöpfungskette.

5. Ohne Chemie - für Sie und die Umwelt am freundlichsten

Vermeiden Sie Stoffe, die unter dem Einsatz von Chemie hergestellt wurden. Diese gesundheits- sowie umweltschädlich sind. Produktlabel wie Made in Green by OEKO-TEX bietet Ihnen hier Unterstützung und weist entsprechende Produkte mit ihrem Label aus.

6. Nachhaltiges Leder ohne Tierleid oder Plastik

Entscheiden Sie sich für Lederimitat an Stelle von echtem Leder. Dieses hat die selbe Optik sowie Haptik wie Naturleder, wird dafür aber ohne jegliche Einwirkung auf Tiere hergestellt. Achten Sie hierbei darauf, dass es sich um plastikfreies Lederimitat handelt.

7. Vermeiden Sie Mikroplastik

Achten Sie nicht nur beim Kauf, sondern auch bei der Benutzung und Pflege Ihrer Kleidungsstücke darauf, so wenig Plastik wie möglich zu produzieren. Das inkludiert auch Mikroplastik. Zum Waschen empfehlt sich zum Beispiel der Guppyfriend Waschbeutel oder den Cora Ball damit Mikroplastik aufgefangen und somit nicht in den Abfluss gelangt.

8. Woher kommt die Kleidung

Ein wichtiger Anhaltspunkt ist oft auch der Produktionsort des Kleidungsstückes. Wurde es in einem Niedriglohnland oder innerhalb Europas hergestellt? Es ist kein eindeutiger Hinweis, aber oft ein wichtiger Indikator ob es sich um Fast Fashion oder Slow Fashion handelt.

9. Qualität statt Quantität

Setzten Sie auf Qualität anstatt Quantität. Langfristig rentiert es sich in hochwertige Mode zu investieren, da diese langlebiger ist als Fast Fashion. Fragen Sie sich vor dem Kauf einfach selbst: Brauche ich das neue Stück wirklich?

10. Unisex und zeitloses Design

Investieren Sie in zeitloses oder Unisex Design, welches von Generation zu Generation weitergegeben werden kann. Generell sollten Sie sich beim Kauf immer die folgenden Fragen stellen: Was kaufe ich und wieso? Was brauche ich wirklich? Werde ich dieses Kleidungsstück mindestens 30 Mal tragen? Somit verhindern Sie unnötige Fehleinkäufe und reduzieren somit verschwendetes Geld und Textilabfälle.

11. Second-hand und Vintage

Besuchen Sie lokale Secondhand Läden oder online Secondhand Plattformen, anstatt in den Ketten des Mainstreams einzukaufen. Hier finden Sie außergewöhnliche Unikate und Vintageteile renommierter Designer. Außerdem werden lange Transportwege neuer Kleidungsstücke gemieden und alte Kleidung erhält ein neues Leben.

12. Für den einmaligen Anlass: Mode leihen

Sie sind zu einem bestimmten Event (eventuell sogar mit einem Motto) eingeladen und werden Ihr geplantes Outfit nie wieder anziehen? Mieten oder leihen Sie an solchen Anlässen Kostüme, Abendgarderoben und einzelne Accessoires einfach aus. Auch Sie können Ihren Freund:innen Klamotten, die Ihnen momentan nicht gefallen leihen oder verschenken Ihre Fehlkäufe.

13. Tauschen ist das neue Kaufen

Tauschen Sie Kleider entweder mit Freund:innen oder auf Online-Marktplätzen und Kleidertauschpartys – diese finden Sie ganz einfach im Internet. So werden Sie schnell Ihre ungenutzten Kleidungsstücke los und finden vielleicht tolle neue Einzelstücke für Ihre Garderobe.

14. Verkaufen und schenken Sie Ihrer Kleidung ein neues Leben

Verkaufen Sie Kleidungsstücke, die Ihnen nicht mehr gefallen auf Online-Marktplätzen, anstatt sie wegzuwerfen. Somit erhält Ihr Kleidungsstück ein neues Leben und die Umweltbelastung Ihres Kleiderschrankes sinkt. Auch Ihr Geldbeutel wird sich über das Verkauf freuen.

15. Spenden statt wegschmeißen

Sie können Kleidungsstücke, die Ihnen nicht mehr gefallen oder passen, spenden. Besonders zu aktuellen Zeiten handeln Sie so nicht nur nachhaltig, sondern auch ethisch. So kann sich jemand anders über Ihre Kleidung freuen, die bei Ihnen nur Platz im Schrank wegnimmt.

16. Reparieren für ein längeres Trageerlebnis

Werden Sie kreativ und reparieren Sie Kleidungsstücke, indem Sie diese beispielsweise mit bunten Nähten flicken sowie verzieren, anstatt sie wegzuwerfen. Sollte Ihre Kleidung nicht mehr repariert oder wieder verwendet werden können, achten Sie darauf, dass sie möglichst in einem Recycling Prozess verwertet wird.

17. Reduzieren Sie Ihren Fashion Footprint

Überlegen Sie sich, ob Sie wirklich waschen müssen und sammeln Sie lieber bis Sie eine ganze Maschine füllen können. So sparen Sie nicht nur Energie, sondern schonen zudem die Stoffe ihrer Kleidung – so hält sie auch länger!

18. Lokal shoppen

Bestellen Sie keine Sommer- oder Winterbekleidung, bevor Sie in den jeweiligen Urlaub fahren. Vor Ort finden Sie oft originellere Stücke zu besserer Qualität und schützen ganz nebenbei die Umwelt sowie lokale Handwerkskunst.

19. Greenwashing erkennen

Achten Sie auf das Kleingedruckte und nehmen Sie sich die Zeit für eine Recherche. Erkennen Sie wann es sich bei Brands um eine Marketing Kampagne handelt oder ob es sich wirklich um eine nachhaltige Purpose Kultur handelt. Hier gibt es alle Greenwashing Tipps.

20. Kontinuierliche Weiterbildung

Nicht zuletzt, informieren Sie sich über Nachhaltigkeit, lesen Sie Artikel und Blogbeiträge über ethische Mode und gehen sie auf Slow Fashion Messen wie die Neonyt Berlin oder Greenstyle MUC. Bei uns gibt es mehr Infos über ethische Mode für Damen sowie Herren und trendige Marken für Sneakers, Jeans, Bademode sowie Active und Yoga Wear.

Slow Fashion ist ein Prozess

Am Anfang kann der Umstieg von Fast Fashion auf Slow Fashion ganz schön einschüchternd sein. Doch wenn Sie einmal damit angefangen haben, kommen die weiteren Schritte ganz von alleine. Stellen Sie sich regelmäßig die Frage ob Sie wirklich neue Kleidungsstücke benötigen und wie Sie diese so umweltfreundlich und nachhaltig wie möglich erhalten können. Anstatt nicht mehr getragene Kleidung wegzuschmeißen, schauen Sie ob sich jemand findet, der daran Interesse hat. Bleiben Sie am Ball und informieren Sie sich regelmäßig zu neuen Erkenntnissen und nachhaltigen Marken.

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