5 Fragen an Right Direction Gründerin Jelizaveta Hagleitner

Exklusive Insights und Impulse rund um Phygital Fashion - Mode an der Schnittstelle von physischer und digitaler Welt

Interview mit Jelizaveta Hagleitner, Gründerin & CEO von Right Direction

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Source & Copyright by Right Direction

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Autor: Haus von Eden

Right Direction schlägt eine Brücke zwischen Mode, innovativer Technologie und einem bewussten Lifestyle für kosmopolitische Frauen. Die Contemporary Fashion Brand aus Österreich wurde von Grund auf in Europa aufgebaut, arbeitet mit europäischen Kunsthandwerker:innen und schätzt ihr traditionelles Know-How, sowie individuelle Techniken. Die Verwendung langlebiger, qualitativ hochwertiger Materialien - oft surplus, recycelt oder upgecycelt - ergänzt diesen ethischen Ansatz zudem um Nachhaltigkeit. Das langfristige Ziel: Eine aktive Rolle bei dem Übergang zur Kreislaufwirtschaft, beziehungsweise zu einer kreislauffähigen Modeindustrie, spielen.

Ein essentieller Bestandteil dieser Mission: Digitales Arbeiten. Right Direction möchte die Modernisierung von High-Fashion durch neue 3D-Technologien aktiv vorantreiben. Dafür kooperiert der Brand mit digitalen Designer:innen aus ganz Europa, die Mode in eine digitale Kunstform übersetzen sowie physische Grenzen überschreiten. So können Konsument:innen die Pieces digital, dreidimensional sowie hochqualitativ entdecken. Was Energieaufwand, CO2-Emissionen und Ressourcenverschwendung durch Überproduktion oder unnötigen Versand vermeidet. Im Interview spricht Founderin und CEO Jelizaveta Hagleitner über Chancen und Herausforderungen von Digitalisierung und Innovation für die Modeindustrie.

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Source & Copyright by Right Direction / Jelizaveta Hagleitner Wearing a Digital Dress

"Für uns ist die Digitalisierung neben Wiederverwertung und Langlebigkeit einer der Grundsteine für eine nachhaltigere Modeindustrie."

1. Was hat Dich dazu bewegt, Right Direction zu gründen?

Meine (negativen) beruflichen Erfahrungen als Produktmanagerin in der Textilindustrie haben mich dazu motiviert, mein eigenes Label zu gründen. Eines, das nicht nur meinen ästhetischen, sondern auch ethischen Ansprüchen gerecht wird. Mit Right Direction war mir wichtig, meine Faszination für digitale Mode mit Menschen zu teilen. Dabei liegt mein Fokus insbesondere darauf, nicht nur verspielte und unrealistische phygitale Pieces (dazu später mehr!) zu kreieren. Vielmehr möchte ich eine minimalistische sowie puristische Ästhetik auch in digitale Kollektionen übersetzten.

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2. Welche Werte vertrittst Du mit und durch Right Direction?

Nachhaltigkeit, Qualität und innovative Technologien. Die Fertigung all unserer Kollektionen findet innerhalb der EU sowie unter fairen Arbeitsbedingungen statt. Durch hochwertige Produkte wird das ständige Neukaufen von Kleidungsstücken mit kurzer Lebenszeit verringert, was letztlich einen positiven Effekt auf die Umwelt hat. Less is more - das trifft nicht nur auf unsere minimalistische Ästhetik zu, sondern auch auf den Konsum.

3. Du hast eine permanente und eine limitierte Kollektion. Was hat es damit auf sich?

Die limitierte Kollektion wird aus surplus Materialien gefertigt, was bedeutet, dass wir Stoffe aus Überproduktion aufkaufen und weiterverarbeiten. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir höchste Anforderungen an die Materialien haben, die wir benutzen. Nur weil ein Stoff surplus ist, heißt es nicht, dass er von uns verwendet wird. Qualität steht bei Right Direction an höchster Stelle. Um dem saisonalen Konsum entgegenzuwirken, haben wir die permanente Kollektion: Aestetic 1.1. Diese besteht hauptsächlich aus zeitlosen Klassikern wie Blazern, Hemdblusen und Mänteln.

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4. Right Direction agiert an der Schnittstelle von physischer und digitaler Mode. Wieso und was bedeutet dieser Ansatz für Designer:Innen und ihre Labels?

Wir sind der Überzeugung, dass digitaler und physischer Lebensraum in der Zukunft mehr und mehr verschmelzen. Mit unserer phygital Collection bieten wir unseren Kund:innen die Möglichkeit, sich in im digitalen Raum in extraordinären Kreationen zu zeigen. Der Kreativität unserer 3D-Designer:innen sind keine Grenzen gesetzt. Für unsere Kund:innen hat die Digitalisierung ganz praktische Effekte: In virtuellen Umkleidekabinen können sie Produkte anprobieren. Was auch einen nachhaltigen Effekt hat, da kein Versand der Kleidungsstücke zum Anprobieren nötig ist. Stattdessen können Konsument:innen bequem von zu Hause aus bewusste Entscheidungen treffen.

5. Welche Chancen und Herausforderungen bieten Digitalisierung und Innovation für die Zukunft der Modeindustrie?

Für uns ist die Digitalisierung neben Wiederverwertung und Langlebigkeit einer der Grundsteine für eine nachhaltigere Modeindustrie. Die Modebranche ist nach der Ölindustrie der zweitgrößte Faktor weltweit für Umweltverschmutzung. Durch optimierte Prozesse im Bereich Up- und Recycling kann man bereits einen großen Unterschied machen. Die technischen Fortschritte, die Abläufe optimieren und ressourcenschonender machen, tragen ebenfalls einen großen Teil zu einer nachhaltigeren Zukunft der Mode bei. Digitale Mode hat einen viel geringeren ökologischen Fußabdruck als physische Mode, je weiter verbreitet es wird, desto weniger wird tatsächlich konsumiert.

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Vielen Dank für das Interview, Jelizaveta.

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