News: Gucci & Kering fördern kreislauffähige Mode mit Circular Hub

Der Circular Hub soll Innovationen vorantreiben und Synergien schaffen, um die zirkuläre Transformation der Luxusmode zu beschleunigen

Gucci Circular Hub

Autor: Haus von Eden

  • Gucci und Kering lancieren Circular Hub, um die Kreislauffähigkeit der Luxusmodeindustrie zu fördern
  • Die Initiative agiert in vier Schlüsselbereichen: Forschung & Entwicklung, Logistik, industrielle Partnerschaften und Value Sharing
  • Der Circular Hub gilt als Motor für neue Produktionsmodelle, die einer nachhaltigen Zukunft und europäischen Vorschriften gerecht werden

Gucci und Kering haben den Launch des "Circular Hub" angekündigt. Italiens erstem Zentrum für kreislauforientierten Luxus. Genauer soll die in der Toskana gelegene Innovationsplattform die Produktionsmodelle der italienischen Modeindustrie zirkulär gestalten und die Neudefinition der gesamten Wertschöpfungskette beschleunigen. Dafür wird sie Unternehmen bei der Optimierung ihres Sourcing, ihrer Produktion und der Logistik beraten, bei der Entwicklung kreislauffähiger Designs unterstützen sowie neue Lösungen vorstellen.

Gucci - Trailblazer für strukturellen Wandel

Die ersten Aktivitäten des Circular Hub beziehen sich auf die italienischen Produktionsstätten von Gucci. Von den Rohstofflieferant:innen bis hin zu den Hersteller:innen der Endprodukte. Wobei es sich um mehr als 700 direkte Lieferant:innen und 3.500 Unterlieferant:innen handelt. In Zukunft soll die Initiative allerdings alle Einrichtungen von Kering einbeziehen und somit auch alle Marken des Luxuskonglomeraten, darunter Bottega Veneta, Balenciaga und Saint Laurent. Im Big Picture geht es schließlich darum die Plattform so auszuweiten, dass ihre Dienste der gesamten Luxusindustrie zur Verfügung stehen. Es geht um tiefgreifenden, strukturellen Wandel.

Das Kering Material Innovation Lab wird den Circular Hub ab der ersten Jahreshälfte 2023 unterstützen. Und die Expertise von Techniker:innen sowie Produktforscher:innen für Bekleidung, Lederwaren, Schuhe und Accessoires aus Guccis Zentren für industrielles Handwerk und Experimente bereitstellen. Doch auch externe Player wie Industriepartner:innen und die Scuola Superiore Sant'Anna di Pisa - ein Institut für industrielle Forschung und das Scouting von Kreislauflösungen, einschließlich Betriebs- sowie Logistikmodellen - stellen ihre Ressourcen zur Verfügung.

Circular Hub Gucci Kering -2

Source & Copyright by Kering / Gucci

Laut Marie-Claire Daveu, Chief Sustainability und Institutional Affairs Officer bei Kering, ist "die Zusammenarbeit mit Gucci für den Circular Hub nicht nur ein Beweis für die kollektive Überzeugung innerhalb der Gruppe, sondern auch ein ehrgeiziges Beispiel, um den Weg für andere Akteure zu ebnen". Die gesamte Modeindustrie müsse ihre Aktivitäten beschleunigen und ernsthafte Maßnahmen ergreifen, um einen tiefgreifenden Wandel herbeizuführen. Mit dem Circular Hub habe man nun die Verantwortung und vor allem den Rahmen, um einen Weg für die Luxusindustrie der Zukunft zu schaffen, so Antonella Centra, Executive Vice President und Corporate Affairs & Sustainability bei Gucci. Das Verfolgen gemeinsamer Ziele sowie das Bündeln von Ressourcen, Know-How und Synergien würde die gesamte Luxusindustrie in die Lage versetzen, eine aktive Rolle in der Umstellung des Sektors zu spielen.

Circular Hub Key Areas: Forschung, Logistik, Kollaboration & Value Sharing

Die Aktivitäten des Hubs konzentrieren sich auf vier Hauptsäulen, die Priorität haben, um die Kreislauffähigkeit von Produkten sowie des gesamten Sektors zu optimieren:

  1. Forschung und Entwicklung. Der Circular Hub will ein Forschungszentrum aufbauen, das technologische und digitale Lösungen zur Förderung der Kreislaufprinzipien untersucht. Und zwar mit höchstem Anspruch an Innovation. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Qualität, Haltbarkeit, Reparierbarkeit sowie Wiederverwertbarkeit von Produkten zu verbessern. Gleichzeitig geht es auch darum, sowohl die Verarbeitung als auch die Verwendung von Rohstoffen zu optimieren, um Abfälle zu minimieren. Ein Commitment, das sich direkt in die Verringerung von negativen Umweltauswirkungen übersetzen lässt.
  2. Logistik. Die Initiative will die Logistik der verschiedenen Einrichtungen des Luxuskonzerns optimieren, um die Rückverfolgbarkeit von Produkten zu stärken. Dazu wird sie die Produktionslieferkette einbeziehen und die logistische Effizienz für Materialreste erhöhen. Und zwar einschließlich der Vertriebskanäle für Recycling und Wiederverwendung.
  3. Industrielle Partnerschaften. Die Zusammenarbeit mit Partner:innen aus der Industrie soll die Konzeption sowie Implementierung technologischer Lösungen und Infrastrukturen fördern. Genauer sollen dadurch die Rückgewinnung und Aufarbeitung von Textilien oder Rohstoffen erleichtert werden, um ihre Wiederverwendung zu ermöglichen.
  4. Value Sharing. Der Circular Hub entwickelt Rückgewinnungs-, Recycling- und Wiederverwendungsprozesse, die in der Anfangsphase in die Lieferkette von Gucci integriert werden. Damit verbundene Patente, Techniken und Know-How werden anschließend zur Open Source für andere Unternehmen. Das Ziel: Eine wachsende Zahl von Lieferant:innen und Industriepartner:innen in einen offenen Innovationskontext einbinden.

Umwelt- und Systemvorteile des Circular Hub

Aufgrund ihrer Positionierung wird die Innovationsplattform zunächst die Entwicklung eines "Circular Made in Italy" fördern. Und somit dazu beitragen, die ökologischen und sozialen Auswirkungen der italienischen Produktions- sowie Rohstofflieferketten durch Größen- und Zweckvorteile zu minimieren. Genauer verspricht das Engagement innerhalb der Schlüsselbereiche, darunter Forschung zu Kreislaufmaterialen, Innovation der Industrieanlagen und Entwicklung lokaler Vertriebsnetzwerke, die folgenden Umwelt- und Systemvorteile.

Eine initiale Einschätzung deutet darauf hin, dass Gucci bis zu 60% der Treibhausgasemissionen, die derzeit bei der Bewirtschaftung von Produktionsabfällen im Lederwaren-Ökosystem entstehen, durch die Einwirkungen des Circular Hub reduzieren kann.

Was heißt das?

Aufgrund seiner richtungsweisenden Strategie der Kreislaufwirtschaft steht der Circular Hub nicht nur im Einklang mit Italiens PNNR (Nationaler Aufbau- und Resilienzplan), sondern auch mit den Maßnahmen zur Erreichung der EU Emissionsreduktionsziele 2030. Damit gilt er als Vorläufer für neue Innovations- und Produktionsmodelle, die in den kommenden Jahren durch europäische Vorschriften in Kraft treten werden und müssen. Er gilt allerdings nicht nur als Inspiration und Beispiel für andere Unternehmen, um ihre Verantwortung für Produktdesign, End-of-life, Circularity und Abfall zu erhöhen. Vielmehr ist der Circular Hub aufgrund seines Anspruchs an Knowledge und Value Sharing eine wichtige (Open Source) Ressource, die die Ausweitung zahlreicher Initiativen für die Kreislaufwirtschaft ausbaut sowie beschleunigt. Wandel beruht nicht auf Exklusivität und Wettkampfmentalität, sondern Zusammenarbeit.

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