Nachhaltige Logos: Das neue Statussymbol bewusster Modemarken

Immer mehr Brands modifizieren ihre Markensymbole und lancieren nachhaltige Logos als Ausdruck ihres Engagements - Doch was bedeutet das?

nachhaltige logos
Source & Copyright by Valentino Garavani

Autor: Sidney

Obwohl Nachhaltigkeit jetzt schon seit längerem das Buzzword der Modeindustrie ist und die Zukunftsfähigkeit etablierter Brands bestimmt, herrscht kein Konsens wie genau sie umzusetzen ist. Capsule Collections, Recycling-Bemühungen und akribisch geplante Sustainability Plans werden oft eher als verwirrendes Statement als klare Markenbotschaft wahrgenommen. Da Konsument*innen heute allerdings genau diese Werte der Transparenz und Authentizität verlangen, braucht es eindeutige Strategien und Produkte. Commitments mit klarer Bildsprache. Und genau diesen Request setzten mehr und mehr Modehäuser um: Louis Vuitton, Prada und Maison Valentino haben ihren Markensymbolen ein Makeover verpasst und nachhaltige Logos lanciert.

Visuelle Change Makers

Wer die Augen schließt und an eine der Traditionsmarken denkt, hat automatisch ihre prägnanten Logos im Kopf. Als zentrale Markensymbole stärken sie den Markenwert, da visuelle Kommunikation das Erinnerungsvermögen anregt. Bedeutet: Logos sorgen dafür, dass Konsument*innen Brands nicht nur wahrnehmen, sondern auch in verschiedenen Situationen erinnern oder identifizieren können. Ein Logo zu verändern, kann deshalb als krasser sowie mutiger Schritt betrachtet werden. Und im Falle der Luxusmarken als starke Positionierung zu einer nachhaltigen Neuausrichtung traditioneller Strukturen auf bewusstseinsorientierte Ansätze.

Nachhaltige Logos markieren zukunftsweisende Produkte

Valentino hat neue Versionen seiner ikonischen Sneakermodelle Open und Rockstud Untitled lanciert und dem nachhaltigen Ethos gewidmet. Unter dem Leitprojekt "Valentino Garavani Open For A Change" forciert die Maison dabei die Verwendung recycelter und biobasierter Materialien, zum Beispiel veganes Obermaterial aus Mais-Polypen oder Nieten aus Canvas sowie Nylon. Wichtig dabei: Die zeitlose Ästhetik des Schuhs wird keineswegs verändert, sondern im Rahmen nachhaltiger Innovation umgesetzt. Im holistischen Sinne rundet eine Verpackung aus recyceltem Papier sowie ein Staubbeutel aus vollständig recycelter Baumwolle das Konzept ab.

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Source & Copyright by Valentino Garavani

Auch Louis Vuitton produziert seinen neusten Sneaker aus recycelten Materialien wie regenerierter Baumwolle oder Plastikabfällen. Und zwar zu 90 Prozent. Dazu passend trägt der Sneaker das von Virgil Abloh entworfene nachhaltige Logo, das das ikonische LV in Form des Recyclingzeichens reinterpretiert. Dieses ziert nicht nur den Schuh, sondern auch den Karton und wurde im ganzheitlichen Sinne mit pflanzlicher Farbe gedruckt.

Neben Valentino und Louis Vuitton reiht sich auch Prada in die Hall of Pioneers für nachhaltige Logos. Und setzt mit der Re-Nylon Kollektion neue Maßstäbe für nachhaltige Mode. Genauer handelt es sich bei Re-Nylon um ein Material, das aus weltweit gesammelten Kunststoffen aus dem Ozean, aus Fischernetzen, aus Deponien und aus Textilfaserabfällen besteht. Das Besondere: Das Nylon kann endlos und ohne Qualitätsverlust regeneriert werden. Laut dem italienischen Traditionshaus handelt es sich deshalb um eine Schlüsselinnovation, die bahnbrechende Stofftechnologie mit nachhaltigem sowie kreislauffähigem Luxus vereint.

Source & Copyright by Prada

What's next: Nachhaltige Logos hochskalieren

Während die nachhaltigen Logos als Sinnbild für innovative Produktionsweisen und ökologisch verantwortungsvolle Produkte stehen, gibt es eine entscheidende Einschränkung: Die Markensymbole werden nur auf ausgewählten sowie limitierten Produkten angebracht. Es kann also kritisch hinterfragt werden, ob die nachhaltigen Logos Marketinginstrumente sind, um zusätzlich Gewinn zu erzielen. Immerhin werden die gezierten Produkte nur als zusätzliche Versionen lanciert ohne die Produktion bestehender, nicht bewusst produzierter, Angebote zu stoppen. Bedeutet: Die Marken regen ergänzenden sowie mehr Konsum an. Und dieser steht in einem heftigen Widerspruch zu der Mission, Nachhaltigkeit in der Modebranche voranzutreiben. Es ist allerdings genau dieses Spannungsfeld, das den Diskurs anregt und somit dazu führt, bessere Lösungen zu entwickeln sowie zu skalieren. So bleibt zu hoffen, dass die nachhaltigen Logos bald zum Status quo werden.

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