Kleidung mieten statt Neukauf – Der Guide zum Kleiderschrank Make-Over

So peppen Sie Ihre Garderobe auf, ohne die Umwelt zu belasten

Kleidung mieten statt kaufen

Die Zukunft der nachhaltigen Mode liegt darin, Kleidung zu mieten, statt sie zu kaufen – für die Stars eine altbewährte Methode. Anstatt sich die Designer-Roben von Dior oder Oscar de la Renta, Schmuckstücke von Tiffany und zarte Valentino Stilettos zu kaufen, geben die A-Lister sie nach ihrem Auftritt auf dem roten Teppich nämlich einfach wieder zurück. Konsumieren Otto-Normalverbraucherinnen also schon bald Mode wie die Stars? Sei es Kleidung monatlich zu leihen oder ein besonderer Anlass, der danach verlangt, Mode zu mieten: Der Marktwachstum, Nachhaltigkeit sowie einige weitere Vorteile sprechen klar dafür.

Kleidung mieten - Rapides Marktwachstum

Studien zufolge wird der weltweite Online-Kleidungsvermietungsmarkt zwischen 2019 und 2023 um 801,03 Millionen USD wachsen. Das schnelle Tempo der Modetrends ist längst bekannt, ebenso wie die Massenproduktion von Fast Fashion-Unternehmen dieser Trendteile. Doch immer mehr Verbraucher entscheiden sich bewusst gegen den Konsum von Mainstream-Kleidung und veranlassen die Modeindustrie dazu, sich an alternative Geschäftsmodelle der Kleidervermietung heranzutasten.

Die steigende Nachfrage nach Designer-Bekleidung bei Frauen und das wachsende Bewusstsein für die nachteiligen Auswirkungen der Entsorgung von unerwünschter Kleidung auf Mülldeponien werden das Wachstum des Marktsegments in Zukunft um 11% jährlich fördern. Die Corona-Pandemie hat leider einige Anbieter in die Insolvenz gebracht, dazu zählen die Plattformen Chic by Choice, Stay A While und Kilenda.

Interessante Themen: High-End und nachhaltig: Vintage Kleider spiegeln den modernen Zeitgeist

Das sind die Vorteile davon, Kleidung zu mieten

  1. CO2-Fußabdruck minimieren: Für viele Konsumenten gehört das Shoppen von günstigen Massenwaren zur Freizeitbeschäftigung und macht Spaß. Die Kosten dafür trägt allerdings die Umwelt. Dieses Bewusstsein tritt immer mehr ein und ruft einen Wandel hervor: Um einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, mieten mehr und mehr Konsumenten Kleidung, anstatt sie zu kaufen.
  2. Keine Fehlkäufe: Ein weiterer Vorteil durch das Leihen von Kleidung ist, dass Fehlkäufe vermieden werden können. Durch die riesige Anzahl an neuen Trends kommt es immer wieder vor, dass Dinge gekauft werden, die eigentlich gar nicht richtig passen oder gefallen. Sind diese Stücke allerdings nur geliehen, kann man sie leicht an die nächste Trägerin weitergeben und auch mutigere Styles wagen.
  3. Geld sparen: Vor allem Abendkleider und Business-Kleidung können schnell ins Geld gehen – mit dem Nachteil, dass man sie selten trägt. Das Leihen dieser Kleidung für besondere Anlässe ist somit meistens deutlich günstiger – ohne als Konsumentin dabei auf Qualität oder Designer-Labels verzichten zu müssen. So kann man Geld sparen und dafür auf hohe Qualität bei dem alltäglichen Street Style setzen.
  4. Übersicht im Kleiderschrank: Geliehene Kleidung hat zudem den Vorteil, dass man sie wieder abgeben kann und so den Überblick im Kleiderschrank behält. Die Auswahl bleibt zudem immer aktuell. Jeder kennt die Teile, die bis heute das Preisschild tragen, weil man sie entweder vergessen hat oder gar nicht mag. Eine zu große Auswahl macht das Kleiden am Ende meistens nur schwieriger, anstatt es zu vereinfachen. Minimalistischer geht es mit geliehenen Teilen zu. Übrigens: Auch ein Umzug wird so deutlich effizienter!

Ein geteilter Kleiderschrank für Fashion Victims

Zu guter Letzt sind ganze Communities auf den Miet-Seiten zu finden. Diese bewerten die Kleidungsstücke und tauschen untereinander wertvolle Stylingtipps aus. So profitiert man beim Leihen nicht nur von der Kleidung selbst, sondern auch von dem Wissen vieler gleichgesinnter, stilbewusster und umweltbewusster Konsumentinnen.

BRAND-GUIDE

Plattformen zum Leihen von Kleidung

1. The Beyond Club 

Von Hermes über Dior bis hin zu Fendi. The Beyond Club bietet eine sorgfältig kuratierte Selektion aus über 300 verifizierten It-Pieces von mehr als 40 internationalen Designern, die Konsumentinnen für 2 bis 12 Wochen mieten können. Und zwar - endlich - als erste Plattform für Handtaschen Abonnements in Deutschland und Österreich. Geleitet vom Motto "Sharing ist der neue Schick", ermöglicht The Beyond Club es seinen Memberinnen, sich durch das exklusive Konzept jeden Monat neu zu entfalten. Kompromisslos dabei: Exklusive, ikonische Taschen, 24/7 Kundenservice und Hygiene sowie Umweltfreundlichkeit. Dabei gibt es drei Arten von Memberships, für die jeweils eine Bewerbung nötig ist. Kleiner Tipp: Mit der Platinmitgliedschaft lassen sich sogar zwei Designer Bags gleichzeitig für bis zu 3 Monate ausleihen. Win win.

2. Rent the Runway

Auf Rent the Runway können drei Arten von Mitgliedschaften abgeschlossen werden. Mit diesen können monatlich entweder 4 (1 Swap Membership), 8 (2 Swap Membership) oder unbegrenzt viele Kleidungsstücke (Unlimited Swaps) gemietet werden. Dabei sind 15.000 Styles von mehr als 650 Designern wie Ganni, Gucci, Oscar de la Renta oder Proenza Schouler für verschiedene Anlässe verfügbar. Je nach Anlass - von Urlaubsoutfit über Arbeitslook bis hin zur Hochzeitsrobe - lassen sich Kleidungsstücke filtern, um das Mieten zu erleichtern. Besonders erwähnenswert: Auch nachhaltige Designerlabels wie Reformation oder AMUR sind verfügbar.

3. Style Lend

Diese Plattform zum  Mieten von Kleidung sowie Accessoires ist kompromisslos High-End. Ob Chanel oder Christian Dior - Style Lend bietet Taschen und Kleidungsstücke aller namhaften Brands des High End Sektors. Und zwar von privaten Anbietern. Die Website funktioniert nämlich, indem Nutzer Items nicht nur mieten, sondern auch vermieten können. Dafür muss lediglich eine monatliche Mitgliedschaft abgeschlossen werden. Die Mietdauer beträgt jeweils 7 Tage, wobei diese beliebig oft verlängert werden kann. Ganz im Sinne moderner Sharing-Konzepte können Fashion Victims so untereinander ihre schönsten Teile austauschen.

4. HURR

Bereits 2017 war CEO Victoria Prew von einer Wahrheit beeindruckt: Fast Fashion hat eine Nachfrage nach „Neuheit“ geschaffen, die in einer nachhaltigen Zukunft keinen Platz hat. Es musste etwas getan werden, um die schlechten Gewohnheiten der Branche zu beseitigen. Eine Lösung? Mieten nicht kaufen. So werden Frauen dazu befähigt, die Lebensdauer ihrer Kleiderschränke zu verlängern und einen zirkulären Ansatz zu verfolgen. Hurr gibt Verleihern die Möglichkeit, ihre Stücke zu monetarisieren, und Mietern die Möglichkeit, für einen Bruchteil ihres Einzelhandelspreises in ihnen zu glänzen.

Ein Trend für besondere Anlässe, der sich mehr und mehr in den Alltag integriert

Inspiriert von den Stars, wächst das Angebot an Plattformen und Leih-Modellen online immer weiter. Der Grund: Das Bewusstsein über die Produktions- und Entsorgungsbedingungen von Fast Fashion – ein viel zu hoher Preis für die Umwelt.

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