Coldplay revolutioniert Touring mit Nachhaltigkeitsinitiativen

Coldplay verfolgt eine ganzheitliche Agenda, um Musik Touring nachhaltig zu gestalten - Eine Zwischenbilanz verspricht Erfolg der Ambition

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Autor: Haus von Eden

  • Coldplays "Music Of The World" Tour setzt bis dato unvergleichbares Beispiel für nachhaltiges Touring
  • Kollaboration und Innovation lenken Touring Modelle in Richtung Net Zero
  • Nach der Hälfte der Tour steht fest: Live-Auftritte und Nachhaltigkeit können Hand in Hand gehen

Coldplay tourt bereits seit 2000 und gestaltet seitdem die globale Industrie mit. Allerdings verdankt die Band ihre Beliebtheit nicht nur großen Musikmomenten, sondern auch einem klaren Wertesystem. Interaktion mit Fans, soziales Engagement und Umweltschutz haben sie nie an Berühmtheit verlieren lassen. Vielmehr an kultureller Relevanz gewinnen lassen.

Heute, 23 Jahre nach der ersten Tour, schreibt Coldplay Musikgeschichte weiter. Mit ihrer "Music Of The Spheres" Welttour (18.03.2022 bis 04.02.2024) revolutioniert die Band das traditionelle Touring Modell und ebnet so den Weg für eine nachhaltigere Musikindustrie sowie verantwortungsvolle Event-Konzepte. Wie wichtig das ist, zeigen Bilanzen der Vergangenheit: Live-Konzerte verursachen jährlich mehr als 400.000 Tonnen Treibhausgasemissionen. Und zwar ohne Einbezug anderer Touring Aktivitäten wie den Transport.

Durch mutige Ambitionen sowie starke Partnerschaften fordert Coldplay diesen Status quo nun heraus. Sie nutzen innovative Technologien und Partnerschaften mit Unternehmen sowie NGOs, um nachhaltige Praktiken entlang aller Tour-Dimensionen zu etablieren.

Coldplay definiert drei Grundprinzipien für nachhaltiges Touring

Um die Welttournee so nachhaltig und kohlenstoffarm wie nur möglich zu gestalten, wurden drei Grundprinzipien definiert:

  1. REDUCE: Weniger Konsum, mehr Recycling und 50 % weniger CO2-Emissionen als bei der letzten Tour 2016 bis 2017
  2. REINVENT: Förderung grüner Technologien und Entwicklung neuer nachhaltiger, besonders kohlenstoffarmer Reisemethoden
  3. RESTORE: Finanzierung von natur- oder technologiebezogenen Projekten und mehr CO2-Entnahme als Produktion

Konkret definieren diese Grundprinzipien die strategische Planung sowie umsetzbare Maßnahmen in den Bereichen CO2-Emissionen, Energie, Reisen, Bühnenshow, Fans, Wasser, Abfall, Essen, Merchandising und wohltätige Zwecke.

Wie Live-Acts ihre CO2 Emissionen reduzieren können

Als führendes Unternehmen auf dem Gebiet des nachhaltigen Transports unterstützt DHL die Tour mit Lösungen zur Minimierung Logistik-bedingter Emissionen und anderer Umweltauswirkungen. Zudem werden alle Emissionen im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen minimiert. Zum Beispiel durch den Einsatz sauberer Energien und nachhaltiger Biomaterialien. Datenerfassung und die Einhaltung von Berichterstattungsstandards ermöglichen es zudem, unvermeidbare Emissionen gemäß der Oxford Principles for Net-Zero Aligned Carbon Offsetting abzubauen.

Trotz Bemühungen steht fest, dass die Tournee einen drastischen CO2-Fußabdruck hinterlassen wird. Darum hat Coldplay sich verpflichtet, mehr CO2 abzubauen, als zu erzeugen. Dafür unterstützt die Band Projekte zur Aufforstung, Wiederbewaldung, Erhaltung, Regeneration des Bodens, sowie Kohlenstoffabscheidung und -speicherung. Ein greifbares Beispiel: Jedes verkaufte Ticket bedeutet die Pflanzung eines Baumes.

Außerdem zahlt die Band für alle Flüge - ob kommerziell oder gechartert - einen Aufpreis für die Verwendung oder Lieferung von nachhaltigem Flugbenzin (SAF). Dieses besteht zu 100 % aus Abfällen und kann die Treibhausgasemissionen des Flugverkehrs über den gesamten Lebenszyklus um bis zu 80 % zu senken.

Warum nicht nur die Sonne, sondern auch Fans Bühnen mit nachhaltiger Energie versorgen können

Im Gegensatz zu konventioneller Bühnenproduktion wird die der "Music Of The Spheres" Welttour fast vollständig mit erneuerbarer, emissionsarmer Energie betrieben. Bedeutet: Saubere Energiequellen statt fossiler Brennstoffe, wo immer es möglich ist:

  • Die Batterien für die Shows werden durch Solarpanels, die hinter der Bühne installiert werden, aufgeladen
  • Auf der gesamten Tour kommt ein erneuerbarer Diesel (100 % nachwachsender, palmölfreier Biokraftstoff) zum Einsatz, um die Emissionen von Generatoren sowie des Transportwesens um 75 bis 95 % zu senken
  • Nachhaltige Energiesysteme, zum Beispiel die erste - in Zusammenarbeit mit BMW entwickelte - mobile, wiederaufladbare Showbatterie, die die Show ortsunabhängig zu 100 % mit erneuerbarer Energie versorgen kann
  • Kinetische Böden und stromerzeugende Powerbikes wandeln das Tanzen oder Fahren der Fans direkt in Energie um, die die Show antreibt

100 % natürliche Materialien, die 100 % Showeffekte versprechen

Coldplay verpflichtet jede Location, die Baumaterialien der Bühne und die Showeffekte im Hinblick auf Umweltfreundlichkeit zu wählen sowie zu gestalten:

  • Die Bühnen bestehen aus einer Kombination von leichten, kohlenstoffarmen und wiederverwendbaren Materialien
  • Fans erhalten wiederverwendbare LED-Armbänder aus 100 % kompostierbaren, pflanzlichen Materialien, die nach jeder Show eingesammelt, sterilisiert und wieder aufgeladen werden
  • Die Show verwendet hocheffiziente Geräte wie z. B. energiesparende LED-Bildschirme, Laser- und Beleuchtungssysteme
  • Das Konfetti ist zu 100 % biologisch abbaubar und benötigt wenig Druckgas zum Zünden
  • Eine neue Generation nachhaltiger Pyrotechnik, die schädliche Chemikalien stark reduzieren oder ganz eliminieren kann

Interaktiv und lehrreich: Coldplay möchte nicht nur unterhalten, sondern auch aufklären

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes bezieht sich das Engagement auch auf die Förderung eines bewussten Mindsets der Fans. In Zusammenarbeit mit SAP stellt Coldplay seinen Fans eine kostenlose Tour App zur Verfügung, die sie dazu animiert, emissionsarme Verkehrsmittel für die An- und Abreise zu nutzen. Wer sich dazu verpflichtet, erhält sogar einen Rabattcode. Auf Grundlage der App berechnet die Band den CO2-Footprint der Fans und verpflichtet sich, all diese Emissionen durch die Unterstützung von Klimainitiativen abzubauen. Darüber hinaus stammt das Merchandising aus nachhaltiger und ethischer Produktion.

Ferner maximiert die Band die Wassereffizienz ihrer Konzerte durch die Bereitstellung von Wassernachfüllstationen für die Fans. Dadurch bemühen sie sich, die Verwendung von Einweg-Flaschen aus Plastik zu unterbinden und fördern Recycling.

Coldplay zieht Zwischenbilanz zu Tour-Nachhaltigkeitszielen

Um zu beweisen, dass es sich bei der Nachhaltigkeitsagenda um mehr als ein Lippenbekenntnis handelt, hat Coldplay kürzlich einen Bericht über die Emissionsdaten der letzten 12 Monate ihrer Tour veröffentlicht. Dieser wurde von John E. Fernandez, Professor für Umweltlösungen am Massachusetts Institute of Technology, bewertet und unabhängig validiert. Laut Bericht konnten die Initiativen bereits zu einer 47-prozentigen Verringerung der direkten CO2-Emissionen im Vergleich zur vorherigen Tournee führen. Das ist ein Fortschritt, der allerdings noch Raum für Wachstum und Verbesserungen lässt. Das Reduktionsziel von 50 % wurde noch nicht erreicht.

Weitere Erfolge umfassen die Pflanzung von rund 5 Millionen Bäumen, die Wiederherstellung von 5.000 Hektar Land in 17 Ländern und 21 Pflanzprojekten, die Beseitigung von 158 Tonnen Abfall sowie 13 Tonnen Plastik im Meer und eine Rücklaufquote von 86 % bei den wiederverwendbaren LED-Armbändern auf Pflanzenbasis. Zudem konnte die Band mit Hilfe der Solaranlagen, kinetischen Dancefloors und Powerbikes durchschnittlich 15 kWh Strom pro Show erzeugen.

Schließlich wurde auch das Vorhaben, 10 % der Einnahmen in einen Fonds für gute Zwecke einzuzahlen und diese Mittel zwischen umwelt- und sozial-bewussten Projekten aufzuteilen, umgesetzt. Bis dato wurde eine Reihe wohltätiger Organisationen, darunter ClientEarth, The Ocean Cleanup, Sustainable Food Trust und Conservation Collective, finanziell unterstützt. Darüber hinaus spendete die Band  770 Mahlzeiten und 73 kg Hygieneartikel aus dem Tournee-Catering an Obdachlose.

What's next?

Mit seiner Zwischenbilanz hat Coldplay schon zur "Halbzeit" der Tour bewiesen, dass sich das konventionelle Touring Modell durch ambitionierte Vorhaben in eine nachhaltige Richtung lenken lässt. Als Band, die nicht nur global renommiert ist, sondern auch weltweit auftritt, kann die Band dadurch nicht nur branchenintern ein Exempel statuieren, sondern auch breites Bewusstsein schaffen. Für Industrie, andere Künstler:innen und Fans. "Wir werden nicht alles richtig machen, aber wir sind entschlossen, alles zu tun, was wir können, und das, was wir lernen, weiterzugeben", so Coldplay.

Durch eine Zusammenarbeit stellt die Band sicher, dass alle auf dieser Tournee entwickelten nachhaltigen Praktiken in der gesamten Branche geteilt, übernommen und ausgeweitet werden.

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