Capolavoro eine Schmuckmanufaktur im Wandel der Zeit

Im Dialog mit der Gründer Familie Fritsch: be open to change - eine Geschichte über Tradition und Zukunft

Premium Partnership

Capolavoro
Familie Fritsch ist seit 28 Jahren in der Schmuckindustrie, seit neuestem sind die 2 ältere Kinder mit in das Familiengeschäft eingestiegen

Schmuckkreationen mit Sinn für Handwerkskunst und edle Materialien. Nachhaltige Luxus-Produktion aus der familiengeführten Schmuckmanufaktur Capolavoro in Bayern. Gründer Gerhard und Andrea Fritsch sowie Tochter Theresa sprechen über Werte, Visionen und Veränderung.

Erzählen Sie uns ein wenig über Ihre Familiengeschichte, wie sind Sie zur Schmuckindustrie gelangt und was hat Sie zur Gründung Capolavoro bewegt?

Gerhard Fritsch: Wo fange ich am besten an?

Theresa Fritsch: Ich finde als Gründervater solltest du ganz von vorne anfangen.

Gerhard Fritsch: Nach dem Abitur habe ich eine Banklehre gemacht, anschließend das BWL Studium absolviert. Der Verkauf hat mir schon immer viel Spaß gemacht - Ich arbeitete neben dem Studium bei dem Münchner Männermodehaus Hirmer.

Das Faible für schöne Dinge hatte ich von meinen Eltern in die Wiege gelegt bekommen. Mein Vater hat als Handelsvertreter gearbeitet, anfangs für Kosmetik – später für Schmuck. Mein Traum war es schon immer mich selbstständig zu machen. Nach dem Studium habe ich eine Stelle als Außendienstmitarbeiter bei Schoeffel Perlen angenommen und Fuß in der Schmuckindustrie gefasst.

Bei Schoeffel lernte ich viel über unsere Branche, zum scheinbar richtigen Zeitpunkt nahm ich meinen Mut zusammen und mit der Unterstützung meiner Frau Andrea haben wir 1991 das Unternehmen gegründet – ohne finanziellen Support. Ein Jahr später heirateten wir und seitdem ist die Zeit an uns vorbeigerast. Wir dürfen uns glücklich schätzen 3 gesunde Kinder bekommen zu haben – die beiden Ältesten arbeiten sogar schon im Familienbetrieb.

Theresa Fritsch: Capolavoro wurde gegründet im Zimmer meines jüngeren Bruders. Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir als kleine Kinder immer mit unseren Autos im Kabelsalat gespielt haben.

Gerhard Fritsch: Capolavoro  hat sich von einem Händler mit einer kleinen Reparaturwerkstatt hin zu einem anerkannten Schmuckunternehmen entwickelt, welches seine Produkte nachhaltig in der hauseigenen Manufaktur in Inning am Ammersee produziert und in Deutschland sowie international vertreibt.

Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen?  

Familypower hoch 5, italienische Leichtfertigkeit und Stilsicherheit geballt mit deutschem Tatendrang und Geschäftssinn. Darüber hinaus die unendliche Liebe zum Detail und eine hauseigene Manufaktur, die immer auf der Suche nach einer neuen Innovation ist und über den Tellerrand blickt.

Was ist 2nd-Life Cycle Gold, woher beziehen Sie es und was sind ihre Beweggründe für die Verwendung?

Gerhard Fritsch: 2-nd-Life Cycle Gold bzw. recyceltes Gold ist jenes Gold, welches durch einen aufwendigen Edelmetallrecyclingprozess gewonnen wird. Hier wird Altgold wiederverwendbar gemacht – kurz um ein anhaltender Materialkreislauf. In anderen Worten, es wird kein neues Gold gewonnen bzw. abgeschöpft, es werden keine endlichen Ressourcen verschwendet - sondern bestehendes Gold verwendet.

So wird sichergestellt, dass auch die Rohstoffbedürfnisse zukünftiger Generationen sichergestellt werden können. Edelmetallrecycling ist in unseren Augen daher eng mit Umweltschutz verbunden. Das verarbeitete Gold beziehen wir von der renommierten Scheideanstalt C.Hafner aus Pforzheim.

Andrea Fritsch: Wir haben uns nicht „für Recyceltes Gold“ entschieden, für uns war es von Beginn an die einzige Option. Jeder kann etwas für den Schutz unserer Umwelt tun – dies ist unser Beitrag dafür.

Jetzt kommt ein frischer Wind durch die neue Generation, nämlich Ihre Kinder steigen mit in das Geschäft ein. Welche neuen Impulse erwarten Sie davon?

Gerhard & Andrea Fritsch: Wir erleben gerade geballten frischen Wind. Das ist super wichtig und gut so. Es wird viel hinterfragt und Prozesse analysiert. Im Kleinen könnte man sogar sagen, wir sind gerade dabei uns nochmal neu zu erfinden.

Zudem bringen unsere Kinder spezifisches Know-How mit, worüber wir vorher noch nicht einmal zu denken gewagt haben. Es ist ein digitales Zeitalter, das die Jungen im Blut haben und wir Älteren mit offenen Armen und Zustimmung empfangen sollten.

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Second Generation, Kinder der Familie Fritsch

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Altbewährten und dem Neuen?

Gerhard Fritsch: Für mich ist es kein Spagat zwischen dem einen und dem anderen. Es ist vielmehr eine Einstellungssache. Das Zauberwort hier heißt: „be open to change“.

Was ist Ihr persönliches Lieblingsschmuckstück und warum?

Theresa Fritsch: Mein Lieblingsschmuckstück ist unser Espressivo Highlight Collier. Ich liebe diese vielen kleinen aufwendigen Details, das zarte roséfarbene Design und die Kombination der Farbsteine (Rosenquarz, Topas Sky Blue, Topas London Blue, Amethyst, Diamanten).

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Collier Espressivo Highlight

Gerhard Fritsch: Mein Lieblingsschmuckstück ist unsere Dream Snow Globe Lucky Stars. Unsere Traumschneekugeln sind ein echtes technologisches Meisterwerk voller handwerklicher Raffinesse und zeigt das ganze Können und Selbstverständnis unserer Manufaktur und beinhaltet unsere Fantasien, Träume und Sehnsüchte.

Andrea Fritsch: Mein Lieblingsschmuckstück ist ein Anhänger aus unsere Cielo Linie. Ein echter Handschmeichler, aus Roségold gefertigt mit insgesamt 255 Brillanten 0,90CT besetzt.

Was war die bislang größte Herausforderung mit der Sie konfrontiert wurden? 

Theresa Fritsch: Der Umbruch in der Schmuckindustrie hätte in den vergangenen Jahren nicht dramatischer sein können.

Die größte Herausforderung, mit der wir bei Capolavoro je konfrontiert worden sind, war bzw. ist immer noch: den Spagat zu schaffen zwischen einer sehr traditionellen Branche - welche die „Digitalisierung“ als Ihren größten Feind sieht - bei Laune zu halten und auf der anderen Seite unseren Wettbewerbern die Stirn zu bieten, in dem wir uns digital aufstellen mit den uns zur Verfügung stehenden und sehr begrenzten Ressourcen.

Versuchen Sie mal ein mittelgroßes Segelboot in voller Fahrt zu drehen und gegen den Wind fahren zu lassen – das kostet viel Kraft. Manche Menschen gehen in dem Wirbel über Board, andere müssen sich neue Fähigkeiten aneignen.

Wie wichtig ist Transparenz und Nachhaltigkeit für Sie und wie setzen Sie dies um?

Gerhard Fritsch: Rückblickend ist zu sagen, wir waren schon immer nachhaltig, doch bis vor kurzen haben wir es nicht als solches deklariert - es war eher ein schon immer dagewesenes, unterbewusstes Handeln. Wir kaufen ausschließlich Steine aus fairen Quellen ein und verarbeiten recyceltes sogenanntes 2nd-Life Cycle Gold. Unser Manufakturgebäude ist ein Holzhaus, die gesamte Energie gewinnen wir aus Sonnenkollektoren, die wir am Dach angebracht haben.

Transparenz liegt jedem bei Capolavor am Herzen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wir überlegen uns gerade, wie wir die gesamte Wertschöpfungs- bzw. Herstellungskette für unsere Kunden transparenter gestalten können. Welche Rolle ein Kochbuch hier spielt, darf ich noch nicht verraten.

Wie sehen Sie die Zukunft der Schmuckindustrie und auf welche Weise müsste diese sich wandeln, um nachhaltiger zu werden?

Theresa Fritsch: Meiner Meinung nach wird es immer wohlhabende Leute geben, die den Drang haben sich etwas einzigartiges, luxuriöses und wertvolles leisten zu wollen. D.h. der Luxusschmuck-Markt wird nicht kleiner werden, durchaus wird es Veränderungen im Kaufverhalten unsere Kunden geben, bzw. der Fokus wird auf andere Märkte gerichtet werden.

Schmuckstücke werden zu kleinen smart wearables - es soll seinen Trägerinnen einen Mehrwert bieten. Jede Manufaktur ist darauf aus, ein Meisterstück zu kreieren, das sich von der Masse abhebt und für sich spricht – das den Kunden sofort in den Bann zieht und einzigartig ist.

Wir waren fast ein Jahrzehnt auf der Suche nach solch einem Schmuckstück. Nun haben wir im September unsere Billion Dreams Collection gelauncht. Limitierte Sondereditionen und Traumschneekugeln, die jeden beim Anblick sofort emotional berühren. Es sind kleine technologische und innovative Meisterwerke.

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Lucky Stars Traumschneekugel

Und eine letzte Frage: was bedeutet Luxus für Sie?

Theresa Fritsch: Luxus für mich bedeutet: Zeit mit meinen Liebsten zu verbringen – am besten auf einer Hütte weit oben in den Bergen, wo es ganz still ist und einem die klirrende Kälte in die Nase steigt - und zu wissen, dass meine ganze Familie gesund ist.

Gerhard Fritsch: Zeit mit meiner Familie zu genießen – bei einem schönen gemeinsamen Abendessen mit allen Kindern, Großeltern und mit meinen Liebsten.

Andrea Fritsch: Da sind wir uns einig! Schön, dass wir unsere wichtigsten Werte an die Kinder schon weitergegeben haben – Wurzeln und Flügel.

Vielen lieben Dank für das Gespräch.

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