6 nachhaltige Mode Trends verwandeln die Fashion Industrie

Die Modeindustrie muss nachhaltiger werden, das fordern immer mehr Konsumenten. Wie das geschehen kann, zeigen diese 6 nachhaltigen Mode Trends.

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In der Mode-Branche herrscht eine Stimmung, die nach Veränderungen ruft. Konsumenten fordern mehr nachhaltige Mode sowie damit verbundene Produktionsweisen. Marken setzen deshalb nun vermehrt auf transparente Prozesse, effiziente Lieferketten, faire Arbeitsbedingungen, recyclebare Materialen und vieles mehr.

Durch diese neue Entwicklung verändert sich die Mode-Branche maßgeblich und setzt nachhaltige Trends, die neue, verantwortungsbewusste Wege ermöglichen. Das bringt vor allem Kleinunternehmen und Start-Ups hervor, die besonders durch ihre Agilität sowie Flexibilität neuen Wind in die Fashion Industrie bringen. Aber auch etablierten Großunternehmen sind nicht die Hände gebunden. Sie können als Vorreiter dienen und eine große Wirkung erzeugen.

6 nachhaltige Mode Trends verbessern die Welt des Fashion

Die Ergebnisse stammen aus der McKinsey Studie "The State of Fashion 2019", die in Zusammenarbeit mit der Business of Fashion (BOF), erstellt wurde. Dafür befragten Experten fast 300 Mode-Manager in ausführlichen Interviews.

1. Teilen und Leihen

Wie bereits aus dem Car-Sharing bekannt, gibt es unter den Konsumenten auch in der Mode den Wunsch danach, auf neue Eigentumsmodelle umzusteigen. Das ermöglicht unter anderem mehr Abwechslung, ist erschwinglicher und treibt die nachhaltige Mode voran. Experten glauben, dass der Wiederverkaufsmarkt innerhalb der nächsten zehn Jahre größer sein wird, als der des Fast Fashion.

Für die Fashion Branche bedeutet dies: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird die Anzahl bekannter Marken zunehmen, die in das Geschäft von Verleih, Weiterverkauf oder Recycling einsteigen. Außerdem kann diese neue Entwicklung dazu führen, dass die Anzahl der Marken steigt, die ausschließlich Miet- sowie Abonnementmodelle anbieten. Das gilt insbesondere für Luxus-Artikel und Accessoires, die ihren Weg in mehrere Kleiderschränke finden. Die Mode-Branche steht nun vor der Aufgabe, die Verbraucher vollständig zu verstehen sowie die aufkommenden Signale über den veränderten Wunsch nach Besitz richtig zu deuten.

nachhaltige Mode

2. Bewusst shoppen

Insbesondere jüngere Verbraucher wie die Millenials & Generation Z sind verstärkt an sozialen und ökologischen Themen interessiert und befassen sich umfangreich mit dem Angebot neuer und bereits etablierter Marken. Das zeigt sich letztendlich auch in ihrem Einkaufsverhalten: Sie bevorzugen nachhaltige Mode von Marken, die mit ihren Werten in Einklang stehen. Viele Marken reagieren daher darauf, indem sie diese Themen in ihre Produkte und Dienstleistungen integrieren.

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With Chapter Six, we wanted to take you on a journey through the holistic science behind garments and their relationship with our skin and the mystical wisdom that are passed down by women through embroidery and weaving; both physically and metaphysically made by hand to protect and nourish us. We want to weave all this wisdom together through our dress - showing the powerful and boundless connection that can be made by women around this world through their own unique way - one that is most effortless to them and in-tune with their nature. Our Arachne dress is a forever work of female connection, linking women and their stories. Named after the greek myth of Archane who was known as the most talented weaver and turned in to a spider. The spider a little bit of a bad reputation but has always been the archetype for weaving in many indigenous cultures and mythological stories.. From the deep forest corners of the Amazon to the hills in Tajikistan, women have identified with the spider as personification of weaving. This dress is an ode to all our little magical creatures in this world that form the foundation of our eco system and connect the heavens to the earth, like we, women do as well. ❤️

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3. Mehr Transparenz

Angestiftet durch eine Reihe großer Datenschutzverstöße und Verbrauchertäuschungen sind viele Konsumenten nun wachsamer und vor allem weniger vertrauensvoll. Sie fordern eine größere Transparenz und möchten wissen, was hinter den Kulissen des Unternehmens passiert. Unternehmen sehen sich nun vermehrt dazu angehalten, ihre Geschäftspraktiken streng zu überprüfen sowie potenzielle Bereiche zu identifizieren, wenn sie weiterhin das Vertrauen ihrer Kunden nicht untergraben wollen.

Dazu könnten neue Technologien wie Blockchain verwendet werden, bei denen jeder Knotenpunkt des Netzwerks die gesamte Transaktionshistorie einsehen kann. Damit wird die Transparenz der Lieferkette für alle beteiligten Dienstleister sowie den Endkunden erhöht. Dieses Verfahren wird bereits im Finanzsektor bei sogenannten Kryptowährungen wie Bitcoin eingesetzt, um Möglichkeiten von Manipulationen oder Betrugsfällen auszuschließen. Mehr Transparenz bedeutet für die Modeindustrie jedoch auch, im Krisenfall die eigenen Fehler einzugestehen, schnell zu reagieren und Verantwortung dafür zu übernehmen. So hat es zum Beispiel die Luxusmarke Burberry mit ihrer nachhaltigen Neuausrichtung getan.

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EVERLANE ethische Produktion & 100% transparent - Bildquelle & Copyright EVERLANE

4. Individuelle Mode auf Bestellung

Design und Produktion sind in der Regel langwierige und umständliche Prozesse. Manchmal dauert es fast ein Jahr, um Produkte zu planen und auf den Markt zu bringen. Hier sind besonders Start-Ups ein Teil der Lösung: Sie schaffen es, schnell auf die Beschaffung und Entwicklung von Produkten zu reagieren, Produktionszeiten zu verkürzen und den Vertrieb zu optimieren.

Der zunehmende Wunsch, Produkte auf Nachfrage zu produzieren oder auch zu personalisieren, wird womöglich von kleineren Unternehmen vorangetrieben. Eine neue Generation von Start-Ups sorgt für maßgeschneiderte und auf eigenen Wunsch hergestellte Produkte, die wegen ihrer Einzigartigkeit und perfekten Passform zu mehr Nachhaltigkeit beiträgt. Von größeren Unternehmen könnte dies durch Pilotprojekte umgesetzt werden.

5. Second Hand und Vintage

Kleidung war schon immer im Austausch, ob auf Online Plattformen wie Rebelle, Flohmärkten, innerhalb der Familie oder in Tauschbörsen. Dieser Trend für nachhaltige Mode nimmt immer größere Ausmaße an und wird von der Industrie zunehmend als eigenes Geschäftsmodell verstanden. Während der Fast Fashion-Sektor immer mehr Ware produziert, erkennen die Konsumenten die Gefahr dahinter und setzen darauf, alte Kleidung wieder aktuell zu machen.

Außerdem erkennen Sie den Charme von bereits getragenen und ausgefallenen Teilen, die sonst kein anderer besitzt. Das Revival von Second Hand- und Vintage-Mode kommt dank dieser neuen Einstellung also nicht nur dem Planeten zu Gute, sondern auch dem Wunsch der Konsumenten, einzigartige und individuelle Teile zu besitzen.

6. In-Store User Experience

Fast alle unsere Einkäufe werden bereits durch online und soziale Medien beeinflusst. Digitalisierte Einkaufsmodelle im Offline-Segment sind stark im Kommen. Online Plattformen eröffnen immer öfter Flagship Stores und Showrooms im Hot Spot internationaler Großstädte. Zudem sollen Virtual Reality und innovative Shopping-Apps in Zukunft das Kauferlebnis im Laden revolutionieren. Aber auch VIP Events und Veranstaltungen sollen mehr Menschen in den Offline Laden führen.

Cartier Store in Ginza Japan, Tokyo, Japan

Trends kommen und gehen, Nachhaltigkeit jedoch bleibt

Die Mode-Branche ist auf einem guten Weg, immer neue Wege zu etablieren, die Industrie nachhaltiger zu machen. Damit wird dem Wunsch insbesondere junger Konsumenten für nachhaltige Mode nachzukommen. Diese Bewegung birgt Chancen sowohl für neue Unternehmen, als auch bereits etablierte Marken, die Erde zu schützen und achtsam mit den Ressourcen umzugehen.

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